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Beststellerautor John Lewis-Stempel: "Schnecken zu essen war mein Tiefpunkt"

Getty Images Sammeln, pflücken, jagen: Davon ernährte sich John Lewis-Stempel ein Jahr lang. Hier spricht er über Löwenzahnwurzelkaffee, essbares Unkraut und die Wertschätzung von Tieren, wenn man sie tötet.
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#1 - 11.07.2019, 01:53 von Newspeak

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Ökoromantiker, die mit ihren Büchern etc. von dem kapitalistischen System profitieren, das sie kritisieren. Wäre es ein Zwang, als Jäger und Sammler zu leben, ohne das moderne Leben hinter sich zu wissen, ohne die Möglichkeit, jederzeit wieder zu den Segnungen der Zivilisation zurückzukehren, wäre es nämlich bedeutend weniger hip.

#2 - 11.07.2019, 14:46 von Otziotzi

Ökoromantiker

Wieso hat sich die Menschheit weiterentwickelt, wenn es in der Steinzeit so toll und ursprünglich war?

#3 - 11.07.2019, 14:55 von solid_matter

Sie haben nicht begriffen, worum es dem Autor geht

Soweit ich es dem Interview entnehme, geht es nicht darum, irgend jemandem zum Jäger&Sammler-Dasein zu überreden. Es handelt sich schlicht um ein Experiment, um Eindrücke und Erlebnisse zu erforschen, die uns in der "modernen Welt" fremd geworden sind. Eine Undankbarkeit gegenüber den "Segnungen der Zivilisation", wie sie sie ihm vorwerfen, kann ich nicht erkennen.

#4 - 11.07.2019, 15:34 von solid_matter

Wonach bemisst sich denn der "Entwicklungsstand"?

Zitat von Otziotzi
Wieso hat sich die Menschheit weiterentwickelt, wenn es in der Steinzeit so toll und ursprünglich war?
Am BSP? Am Grad der Umweltzerstörung? "Weiter"-Entwicklung ist ein undankbares Wort. Ich sehe eher eine bessere oder schlechtere Anpassung an die jeweiligen Lebensumstände.

#5 - 11.07.2019, 16:55 von mkdrsdn

Solche Leute machen mich fertig. Zurück zur Natur - Rufe als Pseudo-Erweckungserlebnis für Städter. Gibt es seit der Industrialisierung. Bei uns regen sich die Winzer auf, weil Balkan-Migranten gerne Weinblätter klauen um damit zu kochen. Aber unser englischer Öko-Messias erklärt es kurzerhand für Mundraub (was es nicht ist) und schon finden wir es "authentisch" (ein Wort, was ohnehin verboten gehört). Und Schnecken stehen im übrigen unter strengem Naturschutz. Sammeln ist also verboten. Bleibt also nur noch Werbung für sein Buch. Ich hab also gerade eine lange Werbeanzeige gelesen.

#6 - 11.07.2019, 18:29 von Hamberliner

Weinbergschnecken - eine Delikatesse

Ein Tiefpunkt aller Kultur ist eher den Unsinn zu lesen, den ein unkultivierter Mensch über Schnecken absondert. Weinbergschnecken - richtig zubereitet - sind in Katalonien und Frankreich eine anerkannte Delikatesse. Sie kriechen nicht lebendig auf dem Teller herum, und sie werden erst recht nicht mit Messer und Gabel gegessen, sondern mit speziellem Schneckenbesteck, das es in verschiedenen Varianten gibt.

Neu und einzigartig ist seine Survival-Gastronomie auch nicht. Rüdiger Nehberg hat das schon Jahrzehnte vor ihm populär gemacht.

#7 - 19.07.2019, 18:29 von thomas387

Empfehle Fetthenne ... und geröstete Brennnessel ...

Jeder, der mal bei einer Alpentour dummerweise an der Berghütte vorbeigelaufen ist, weiß, wie schwierig es ist, sich aus der Natur zu ernähren. Selbst im Tal unten mit passender Lektüre - Buchtipp: Essbare Wildpflanzen - beschränken sich die Funde an Brombeeren und Wildkirschen so sehr, dass man für die Vermaisung der Landschaft unendlich dankbar ist, die einem Kolben in Fülle bereitstellt. Und erst die Suche nach trinkbarem Wasser, das nicht aus Leitungen kommt! Ich persönlich schätze seitdem Wasserhähne unendlich, da stimme ich dem Autor zu: Mangel erzeugt Dankbarkeit. Grundsätzlich rate ich zusätzlich zu: Huguette Couffignal: Küche der Armen. Auch diese Lektüre läutert ungemein. Am meisten freilich erleuchtet: Hunger den, der nicht hungert. Das wäre dann eine Solidar-Küche mit denen, die nichts haben als das, was ihnen gelassen wird.