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Wirtschaft

26 Millionen Euro für Insolvenzverwalter: Air-Berlin-Gläubiger legt Beschwerde ein

DPA Die Pleite von Air Berlin gehörte zu den spektakulärsten der vergangenen Jahre. Spektakulär war auch das Honorar für den Insolvenzverwalter. Dagegen gibt es nach SPIEGEL-Informationen nun Widerstand.
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#1 - 23.03.2019, 09:15 von BruceWayne

Das liest sich wahrlich wie ein kräftiger Schluck aus der Pulle. Jetzt kenne ich natürlich nicht die Details, aber fest steht, dass ein Insolvenzverwalter nach festen Vergütungsregeln abrechnen kann, die allerdings auf verschiedenen Größen beruhen. Hier scheint mir die "Ungenauigkeit" in der Auslegung und Auszählung der Gläubiger zu liegen. 700.000 ist eine stattliche Zahl - und eigentlich nicht nachvollziehbar. Sie wird dann "greifbar" wenn der Insolvenzverwalter sämtliche Ticketinhaber der Air Berlin - also Fluggäste - mit einberechnet. Hier dürfte der Hund begraben sein. Denn wegen dieser Art von Gläubigern macht man einen Laden nicht dicht. Die zahlen ja. Man macht einen Laden dicht, wenn man Rechnungen nicht zahlen kann. Dann stellt sich die Frage, ob aus den Ticketzahlern Gläubiger werden, bzw. wurden. Knifflig :-)))

#2 - 23.03.2019, 09:35 von edsize

Nur der erste Teil

die bereits genehmigten 22Mio.€sind nur das Honorar für die Arbeit des Sachwalters - das Honorar für den Insolvenzverwalter ist noch nicht bekannt und dürfte deutlich höher liegen (wahrscheinlich im dreistelligen Millionen Bereich)

#3 - 23.03.2019, 09:55 von a.blanc

Air Berlin

Danke an SPON, dass man überhaupt erfährt über eine banale Zahlung von 26 Millionen€ an einen Insolvenzverwalter. Also ich habe nur 12.000€ in Form von Aktien und Gegenwerte von Meilenprogramme verloren, aber auch die restlichen 699.999 Gläubiger sollten sich erheben! Wo ist den mein Geld? Bei Insolvenzverwalter. Skandalös!

#4 - 23.03.2019, 10:05 von ecdora

Alles völlig normal. Die Spezi Aasgeier existiert

ausschliesslich vom Elend anderer. Interessant wären noch die Anzahl der aufgewendeten Zeitstunden für die dann 26 Mio. fällig wurden.

#5 - 23.03.2019, 10:12 von three-horses

Gesetze zum reich machen.

Zitat von BruceWayne
Das liest sich wahrlich wie ein kräftiger Schluck aus der Pulle. Jetzt kenne ich natürlich nicht die Details, aber fest steht, dass ein Insolvenzverwalter nach festen Vergütungsregeln abrechnen kann, die allerdings auf verschiedenen Größen beruhen. Hier scheint mir die "Ungenauigkeit" in der Auslegung und Auszählung der Gläubiger zu liegen. 700.000 ist eine stattliche Zahl - und eigentlich nicht nachvollziehbar. Sie wird dann "greifbar" wenn der Insolvenzverwalter sämtliche Ticketinhaber der Air Berlin - also Fluggäste - mit einberechnet. Hier dürfte der Hund begraben sein. Denn wegen dieser Art von Gläubigern macht man einen Laden nicht dicht. Die zahlen ja. Man macht einen Laden dicht, wenn man Rechnungen nicht zahlen kann. Dann stellt sich die Frage, ob aus den Ticketzahlern Gläubiger werden, bzw. wurden. Knifflig :-)))
"Ticketzahlern Gläubiger"...will ich nicht behaupten. Von der Sache schon. Nicht erbrachte Leistung. Und wenn man uber die Glücklichen die über ihre Bank zurück gebucht haben und der Verwalter dann das Geld wieder zurückholte so wie man nachlesen kann, weil man in der Pleite Masse nicht fischen darf. So kann man dann der sich nicht "zu retende" Rest auch noch abrechnen/anrechnen.

#6 - 23.03.2019, 10:24 von MisterD

Es mögen kleine Verluste sein...

die knapp 700.000 Air-Berlin-Kunden hatten, wenn z.B. ein Ticket für 150 EUR verfallen ist. Ungeachtet dessen macht das natürlich jeden Kunden von Air-Berlin zum Gläubiger, der sein Geld gerne wiederhaben möchte. Denn er hat für eine Leistung bezahlt, die er schlussendlich nicht mehr erhalten konnte...

Insofern ist der Aufwand, den der Insolvenzverwalter mit Air-Berlin hat, natürlich höher, als wenn er "nur" 1.000 Geschäftskunden vor sich hätte...

Auf der anderen Seite ist es ziemlich absurd jeden geprellten Fluggast als Gläubiger anzunehmen, mit dem man sich intensiv befassen muss. Das ist Quark, 95% der ehemaligen Kunden werden ihr Geld nie wieder sehen. Die 700.000 Ex-Kunden werden entweder in 3 bis 5 Gruppen aufgeteilt oder von vornherein wie 1 Person behandelt, fertig...

Hier wird leider eine Lücke im Gesetz schamlos ausgenutzt, ich hoffe, dass ein Gericht eine Neubewertung vornimmt und einen vernünftigen Betrag nennt, der dem tatsächlichen Aufwand angemessen ist...

#7 - 23.03.2019, 10:30 von edsize

Zitat von ecdora
ausschliesslich vom Elend anderer. Interessant wären noch die Anzahl der aufgewendeten Zeitstunden für die dann 26 Mio. fällig wurden.
Dafür haben 150 Mitarbeiter 6 Monate gearbeitet - ist also gar nicht so furchtbar viel. Und wie gesagt das ist nur der Anfang. Die Vergütung gibt es für Flöthers Zeit als Sachwalter bei Air Berlin zwischen August 2017 und Januar 2018. Inzwischen arbeitet er den Fall als Insolvenzverwalter auf, und für diese Tätigkeit bekommt er ein weiteres Honorar - das deutlich höher liegen wird.

#8 - 23.03.2019, 10:41 von loncaros

Der Stundensatz eines Partners in diesem Gewerbe liegt allerhöchstens bei 400€. Nun besteht so eine Kanzlei allerdings aus sehr wenigen Partnern und sehr vielen Associates und reinen Fachangestellten, für die (deutlich) weniger als 200€ Stundensatz normal sind. Wenn wir also von glatten 200€ im Schnitt ausgehen, und von 100 Mitarbeitern, sind wir hier bei 1350 Stunden Arbeitszeit pro Mitarbeiter. Würde bedeuten, dass die Kanzlei 8 Monate nichts anderes gemacht hat als die AirBerlin Insolvenz.

Das dürfte wohl nicht so wirklich passiert sein.

Eine andere Art der Abrechnung ist höchst unseriös und führt eben zu diesen Mondpreisen. Aber das ist ja beabsichtigt.

#9 - 23.03.2019, 10:44 von Mertrager

Ganz normal

Der Inso-Verwalter wird reich, der Geschröpfte ist lebenslang bettelarm.- Ich kenne Fälle, da war die Vermögenssubstanz deutlich mehr wert alle Schulden: Das Ergebnis war das gleiche. Da gehen Immobilien zu Spotpreisen an eine Firma mit der gleichen Adresse. Und so weiter. Die Gerichte winken alles durch. Das ist politisch gewollt. Nicht zufällig sind so viele Rechtsanwälte im Bundestag.

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