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Absprachen zu Technik, Kosten, Zulieferern: Das geheime Kartell der deutschen Autobau

DPA Die deutsche Autoindustrie unter Kartellverdacht: Nach SPIEGEL-Informationen haben sich VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler in geheimen Arbeitskreisen abgesprochen - und so die Basis für den Dieselskandal gelegt.
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#1 - 21.07.2017, 13:11 von Ein_denkender_Querulant

Geheime Arbeitskreise?

Die Arbeitskreise waren völlig offen, die Ergebnisse waren einsehbar und es sind übliche Lobbyisten-Arbeitskreise zusammen mit dem Gesetzgeber gewesen, um technisch sinnvolle Lösungen zu definieren. Schlägt der Arbeitkreis z.B. Grenzwerte im Temperaturbereich von 10-30°C vor und der Gesetzgeber akzeptiert das und setzt es in Gesetzen um, dann liegt das Versäumnis beim Gesetzgeber.

Anstatt einen sinnvollen Temperaturbereich der Außenludt (z.B. -30°C bis + 40°C) wie er für alle internen Tests von Bauteilen genommen wird, zu definieren und in den Randbereichen z.B. etwas höhere Grenzwerte zu erlauben war es ein schlichtes Versäumnis, unter 10°C keine Messungen zu machen. Warum sollten Autobauer solche offenen Lücken nicht kollektiv nutzen?

#2 - 21.07.2017, 13:13 von fx33

Wenn das stimmt...

Wenn das stimmt, reichen Strafzahlungen nicht mehr aus. Dann gehören die Verantwortlichen wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung und organisierter Kriminalität hinter Gitter. Hier wurde - falls der Bericht zutrifft - gewerbesmäßig Betrug am Staat, Gesellschaft und Kunden abgesprochen. Jede/r, der in diese Absprachen involviert war und alle diesen Personen Vorgesetzten, gehören vor den Kadi. Hier geht es nicht mehr um Wettbewerbsrecht, hier geht es um vorsätzlichen Betrug.

#3 - 21.07.2017, 13:13 von paula_f

das hat Tradition

schon vor vielen Jahren bekamen die Betriebswirte die Oberhand. Entwicklungsingenieure bei den Autofirmen und vor allem bei den Zulieferern entwickeln gute Sachen, leider kommt nur eine von 10 Sachen in die Serie - der Grund aller meistens die Kosten. Auch das Geistige Eigentum der Entwickler wird regelmäßig mit Füßen getreten. Betriebswirte entscheiden nach Kosten und oft ist es billiger eine Klage zur Löschung eines Patentes einzureichen anstatt Lizenzgebühren zu zahlen, alternativ wird den Erfindern mit massiven Klagen wegen entgangenem Gewinn gedroht, so dass schon die Gerichtsgebühren das persönliche Aus für den Erfinder bedeuten. Auch gegen Zulieferer benehmen sich die Herren von VW, Mercedes und BMW und auch Bosch und Conti wie die Axt im Wald. Karmann in Osnabrück war so ein Opfer, ein neu entwickeltes Dach wurde von Porsche kopiert und dann wurde Karmann auch noch verklagt und am Ende in den Ruin geführt. Meiner Ansicht nach bleibt abzuwarten ob nicht Herr Zetsche, Herr Müller, Herr Krüger oder Herr Denner in den USA verhaftet werden. Beim VW Skandal mit GM musste Helmut Kohl mit Clinton einen Deal machen, Frau Merkel kann das mit Trump wohl nicht machen. Es gibt außerdem die Möglichkeit internationale Haftbefehle auszustellen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Schönen Urlaub den Herren dann noch.

#4 - 21.07.2017, 13:15 von Phil2302

Millionen Arbeitsplätze

Hängen am seidenen Faden, weil die EU Vorgaben macht, die nicht einzuhalten sind. Wenn man die deutsche Industrie nicht durch Grenzwerte zerstören konnte, so schafft man es als Wettbewerber vielleicht so. Die Lebensbedingungen des kleinen Mannes sind dabei egal, deshalb ist die Presse ganz vorne dabei. Immer drauf auf die bösen Konzerne. Ich bin froh, dass mein Vater bald in Rente geht und dann von einer Massenentlassung nicht mehr betroffen ist. Und dann reiben sich die Grünen die Hände.

#5 - 21.07.2017, 13:16 von NochNeMeinung

Kein Wunder

Das ist keine Überraschung; denn sonst hätten sicherlich die Auotbauer, die sich sauber verhalten hätten, die schwarzen Schafe gemeldet. Oder glaubt irgendjemand, dass die Typen der Konkurrenz nicht vollständig untersucht werden? Womit auch der Dritte im Bunde klar ist; nämlich das Kraftfahrtbundesamt bzw. die Politik, die die Behörde bei ihrem eigentlichen Auftrag behindert, indem das Offensichtliche nicht gesehen werden durfte.

#6 - 21.07.2017, 13:17 von bernteone

So läuft das Geschäft in Deutschland

Lügen und Bertügen , wenn man erwischt wird schnell eine Selbstanzeige und das war es dann . Danach wird eine obligatorische Strafzahlung fällig , die in keinem Verhältnis zu den durch Bertug erwirschafteten Gewinnen stehen , und alle sind glücklich nur der Bertogenen , meist der Kunde , geht leer aus . Persönliche Konsequenzen für sein Fehlverhalten muß hier kein Denker und Lenker fürchten , ganz im Gegenteil die werden noch fürstlich entlohnt , siehe Winterkorn .

#7 - 21.07.2017, 13:17 von burgundy

Warum ist jetzt an diesem Artikel so gar nichts Spektakuläres und Überraschendes mehr? Was erwartet man noch Anderes? Aber wie sieht's bei der internationalen Konkurrenz aus, die ja gegen die betrügenden Konzerne ebenfalls konkurrenzfähig sein muss? Mit welchen Mitteln? Denn technische Überlegenheit oder gar Ehrlichkeit gehört nicht gerade zum Markenzeichen dieser Konkurrenz.

#8 - 21.07.2017, 13:17 von Jochenberlin

Es kommt alles raus!

Wir lernen mal wieder, dass heute nichts mehr geheim bleiben kann, wenn mehr als zwei Menschen davon wissen - gut so!. Ich wünsche mir, dass die zu erwartenden Strafgelder zum Ausbau der Infrastruktur einschl. Straßen, Schulen und Kitas verwendet werden und die bei den Besprechungen Anwesenden alle hinter Gitter müssen. Das ist kein "Kavaliersdelikt" mehr, sondern die komplette Aushebelung eines immens wichtigen Wettbewerbs!

#9 - 21.07.2017, 13:21 von spon-1288018170278

Straffreiheit für keinen von denen

Das war ja so zu erwarten. nur ist es traurig, dass es ein Jahr brauchte, dass es an die Öffentlichkeit kommt. Das ist wirklich sehr bezeichnend für den politischen Schurzschirm unter denen sich die "Premium" -Autobauer sich räkeln....Ich hoffe es gibt eine saftige Geldstrafe, weil auch die Gesundheit der Bevölkerung betroffen war. Aber daran glauben tue ich eigentlich nicht mehr. Und wenn die Ermittlungen das Kartell aufdecken können, wird mit Sicherheit die EU-Kommission denen aufs den Zahn fühlen. Da arbeiten zumindest noch einige, denen die Leute wichtiger sind. Mal abwarten was ab 2018 los ist, wenn der Dobrindt die Autobauer weiter verschont. Klage vor dem EUGH? Würde mir gefallen.

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