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Bedrohte Demokratie: Gute Populisten, schlechte Populisten

Alessandro Garofalo/ REUTERS Bei der Europawahl steht viel auf dem Spiel. Es geht um nichts weniger als um die Zukunft des Kontinents. Aber vielleicht kann die EU bald ungeahnte Fortschritte machen - auch wegen einiger Populisten.
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#1 - 19.05.2019, 19:26 von docker

Erfolgversprechende Richtung...

....wären da nicht ebenso berechtigte Bedenken, dass sich eine ebenso kleine wie paranoide Schicht von Superreichen bereits so weit in ihre Exklaven zurückgezogen hat, dass nichts und niemand sie dazu bewegen kann freiwillig hervor zu teten und zu teilen.

#2 - 19.05.2019, 19:28 von glise

Ich denke nicht dass man sich anmaßen sollte

zu beurteilen ob sich die EU weiter oder zurück entwickelt. Denn das liegt ja im Auge des Betrachters. Es ist ja auch gar nicht definiert was eine Weiterentwicklung sein soll. Auf allen Wahlplaketen wird Europa mit der EU gleichgesetzt was an für sich eine Propagandastrategie ist. Es ist eigentlich banal, dass mit Europa ein Kontinent bezeichnet wird aber die allermeisten fallen darauf rein.

#3 - 19.05.2019, 19:30 von ex_Kamikaze

Es wäre schön,

wenn Hr. Müller mal mehr Realismus bei seinen Szenarien walten lassen würde. Klar, die Russen sind immer Böse. Zumindest für Mainstream-Journalisten. Und die Wirtschaft zermahlen? Wie soll das denn gehen? Das ist nicht mal während des 30 jährigen Krieges passiert oder bei der Großkatastrophe 2. Weltkrieg. Es wäre nett, wenn Finanzströme nicht immer mit Wirtschaft gleichgesetzt werden. Wirtschaft heißt nicht nur Anhäufung von Papiergeld. Menschen haben darüber hinaus ein Bedürfnis an Tätigkeit und auch einen Selbsterhaltungstrieb. Und wir werden dann ganz sicher kein US-Gen-Soja verwenden, windschiefe Amikarren fahren und unsere Werkzeugmaschinen aus China beziehen.

#4 - 19.05.2019, 19:32 von Beat Adler

Le Pen will eine EU der Nationen. FALSCH! Sie will France first!

Le Pen will eine EU der Nationen. FALSCH! Sie will France first! Salvini ein Italy first, usw.

Wenn diese Nationalisten in Frankreich und Italien wirklich eines Tages die Regierungen stellen, was wollen sie dann mit der EU noch anfangen?

France first trifft auf Italy first: In der Praxis lassen sie dann ihre Truppen an der franzoesisch-italienischen Grenze aufmarschieren, denn anders geht das "first sein" gar nicht!

Wer den Nationalisten abkauft, dass ihre "Heimat zuerst Politik", zukunftsfaehig ist, bereitet die naechsten Konflikte, die Europa nun fast 75 Jahre, Dank der EU(!), ueberwunden hat, wieder vor.

Nationalisten haben auf der heutigen ultra vernetzten, kommunikativen und voll globalisierten Welt nichts mehr verloren. Sie sind Nostalgiker und wollen in die erste Haelfte des 20. Jhd. zurueck. Die gute alte Zeit, weil ja so sehr friedlich.
mfG Beat

#5 - 19.05.2019, 19:34 von Frietjoff

Hört sich fast an wie »Masern sind gut fürs Immunsystem«

Hört sich fast an wie »Masern sind gut fürs Immunsystem«.

Ich denke, ich bevorzuge dann doch die »Impfung« (also eine politische Kultur, in der Populisten gar keine Chance haben, zu gedeihen).

Im Übrigen halte ich die These, Populisten hätten nur Zulauf, wenn weite Bevölkerungsgruppen abgehängt wurden, für unvollständig. Es gibt kaum wohlhabendere und gerechtere Gesellschaften als die skandinavischen Länder. Und trotzdem gibt es dort Populisten.

Populistenwähler sind eben gerade nicht die Armen, sondern die (vergleichsweise) Wohlhabenderen, die ihren Wohlstand nur nicht teilen wollen. Wie soll ein gerechterer Kapitalismus diesen Ressentiments vorbeugen?

#6 - 19.05.2019, 19:41 von bn

Populismus

Es bleibt unklar, was nach Meinung des Autors Populismus eigentlich ist.
Man bekommt den Eindruck, dass der Autor Populismus - was auch immer das ist - als negativ empfindet. Der Artikel erklaert aber nicht, warum.
Die vom Autor erwaehnten Reaktionen von Teilen des Sourveraen, die auch im ausserparlatmentarischen Raum stattfinden, Gelbwesten und AfD etwa, koennen im Lichte dessen, was Rajan sagt, in der Meinung des Autors positive Entwicklungen anstossen.
Am Ende des Artikels gibt der Autor ein Beispiel fuer eine Entwicklung, die fuer nicht positiv haelt: wenn Vertreter von Parteien nicht im Interesse ihrer waehler handeln, sondern egoistische Machtpolitik betreiben.
Es bleibt unklar, inwiefern dieser Machtmissbrauch mit dem verbunden ist, was der Autor als Populismus definiert.

#7 - 19.05.2019, 19:45 von Schnabbelschnute

Darf man fragen....

... ob Demokratie alleine mich Satt machen kann, oder oder eine gesunde Wirtschaft die gute Löhne zahlen?
Demokratie ist nicht mehr dass, was man uns vorgaukeln will, Demokratie ist schon längst durch Konsum ersetzt worden, was letztendlich aussagt, der Wirtschaft ist es egal, ob ein Diktator, Kommunist oder Könige Regieren.
Wenn Populismus es schaft,eine Jahrzehnte lange Demokratie auszuhebeln, dann sind die verantwortlichen Politiker Schuld daran, aktiv den Populismus gepusht zu haben, nur weil Lobbyismus mehr Geltung erhält, als die Bedürfnisse der Menschen!

#8 - 19.05.2019, 20:08 von schwaebischehausfrau

Zitat von glise
zu beurteilen ob sich die EU weiter oder zurück entwickelt. Denn das liegt ja im Auge des Betrachters. Es ist ja auch gar nicht definiert was eine Weiterentwicklung sein soll. Auf allen Wahlplaketen wird Europa mit der EU gleichgesetzt was an für sich eine Propagandastrategie ist. Es ist eigentlich banal, dass mit Europa ein Kontinent bezeichnet wird aber die allermeisten fallen darauf rein.
Dieses von Hr. Müller befürchtete "womöglich sogar zurückentwickeln" der EU wäre wohl eher ein Fortschritt - weil es die einzige Überlebensperspektive für die EU darstellt. Das zeigt schon der Brexit. Anstatt die richtigen Lehren aus dem Abgang eines der größten Mitglieder und Netto-Beitragszahler zu ziehen (nämlich einer EU als Freihandelszone und wegen mir als Organisation, die die Interessen seiner Mitglieder bei der Verhandlung von Freihandelsabkommen mit anderen Großmächten bündelt wie ein Einkaufsverbund zwecks Erzielung besserer Konditionen) hat man in Brüssel trotzig mit "Jetzt erst recht" reagiert. So wie ein Arzt, der die Dosierung eines Medikaments, das bei dem Kranken schlimme Nebenwirkung zeigt, einfach aus Trotz zu verdoppeln anstatt das Medikament abzusetzen.

Fast schon Comedy , wenn Hr. Müller als Folge von einem Erstarken von Populisten die "Euro-Krise" und die "Flüchtlingskrise" nennt. Denn ohne die wahnhafte "Vertiefung der EU" durch eine gemeinsame Währung hätte es erst gar keine Euro-Krise gegeben. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Ohne Euro keine Euro-Krise. Und ohne Euro-Krise (Euro-Kollaps trifft's besser) und ohne "offene Grenzen" würde es "populistische" Parteien wie die AfD überhaupt nicht geben.

Und die EU mit "Europa" gleichzusetzen wird spätestens nach dem vollzogenen EU-Austritt von Groß-Britannien noch lächerlicher und anmaßender als es jetzt bereits ist.

#9 - 19.05.2019, 20:08 von Beat Adler

Entscheidung auf EU Ebene, Staat, Provinz, Gemeinde

Entscheidung auf EU Ebene, Staat, Provinz, Gemeinde

Immer wenn ich den Franzosen zuhoere, die von den TV Reporten life und ungeschnitten mit Fragen zur EU bombardiert werden, stelle ich fest, dass die Info, welche Entscheidung fuer den einzelnen Buerger auf welcher Ebene getroffen wird, schlicht nicht vorhanden ist.

Wenn alle Entscheidungen, die dem Buerger unter die Haut gehen, ihn in seinem taeglichen Leben direkt betreffen, auch tatsaechlich Nahe bei ihm, in seiner Gemeinde vom Buergermeister, von der Gemeindeversammlung, an der er teilnimmt, in seiner Provinz, getroffen werden, dann versteht er die EU viel besser.

Die Sprueche: "Die EU Buerokraten haben mir nichts zu befehlen." "Sie entscheiden ueber meinen Kopf hinweg." "Sie verstehen meine Probleme in Bruessel doch nicht." bla bla bla bla bla --- fuehren dazu, dass die Stimmbeteiligung an den EU Wahlen wiedereinmal, mit grosser Wahrscheinlichkeit der grossen Wichtigkeit der EU nicht gerecht wird.

Wenn jeder EU Buerger einmal versteht, warum, welche Entscheidung auf der Ebene Bruessel getroffen werden MUSS, weil sie dorthin gehoert und nicht in die Gemeinde, die Provinz, den Staat, dann wird sich die EU bei ihren Buergern viel besser "verkaufen".
mfG Beat

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