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Wirtschaft

Bilanz des Energiekonzerns: RWE-Chef erwartet drastischen Jobabbau wegen Kohleausstie

DPA Das schwächere Geschäft mit Braunkohle und Kernkraft hat den Gewinn von RWE 2018 stark sinken lassen. Der Energiekonzern rechnet auch mit kräftigem Stellenabbau.
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#1 - 14.03.2019, 11:43 von Ein_denkender_Querulant

Nur die Spitze vom Eisberg

Dazu kommen weitere zehntausend Stellen im Gesundheitswesen, die wegfallen, wenn wir plötzlich viel gesünder leben werden. Diesen Wahnsinn, der unsere Rentenkassen zum Platzen bringen wird, muss man stoppen, oder doch nicht, weil Gesundheit wichtiger ist?

#2 - 14.03.2019, 11:55 von misterknowitall2

Nur zu...

so ist das eben, wenn veraltete Technik das Zeitliche segnet. Es kommt auch was Neues, was wieder Arbeit schafft. Gut, die satten Gewinne durch Abzocke der Bürger sind Geschichte, aber was soll daran verwerflich sein?

#3 - 14.03.2019, 11:56 von mirage122

Denen fällt nichts anderes ein, oder?

Na klar: Das ist eine Strategie in der Wirtschaft, die gern genommen wird. Es müssen immer die Mitarbeiter daran glauben. Wie wäre es denn mal, den unnötigen Affenschwanz in der Führungsebene zu überdenken oder hier beispielsweise Boni und sonstige Sonderzahlungen zu kürzen - ganz einfach auch, weil die getroffenen Entscheidungen wenig erfolgreich waren. Stattdessen wird die Bundesregierung zwecks Unterstützung angerufen, die dann wieder unsere Steuergelder verschleudert, weil das Management seine eigenen Fehler nicht einsieht: Und "unser aller kompetente Herr Altmaier" macht auch gern das Geldsäckchen auf!

#4 - 14.03.2019, 12:02 von karl-felix

Ja

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Dazu kommen weitere zehntausend Stellen im Gesundheitswesen, die wegfallen, wenn wir plötzlich viel gesünder leben werden. Diesen Wahnsinn, der unsere Rentenkassen zum Platzen bringen wird, muss man stoppen, oder doch nicht, weil Gesundheit wichtiger ist?
wohl dem , der in RWE-Aktien investierte. Eine Erhöhung der regulären Gewinnausschüttungen von 40% und in 2019 um 60% gegenüber 2016 , das hat schon was bei 0% Zinsen auf das Sparbuch , allerdings sind die Aktionäre verwöhnt . Im letzten Jahr gabs schliesslich 200% Sonderdividende als Sahnehäubchen obendrauf auf die reguläre Gewinnausschüttung.
Wer in RWE-Vorzüge investierte, profitierte von satten Kursgewinnen .
Das ist der Stoff aus dem Millionäre gemacht werden .
Auf Ihre Gesundheit .

. Kann man nicht meckern ..

#5 - 14.03.2019, 12:15 von Gleichstrom

Naja, das ist eben so, wenn Regierungsbeschlüsse und wirtschaftliche Beschlüsse gleichermaßen eine Entscheidung beeinflussen.

Was mich aber immer wieder erstaunt: Jede Gelegenheit wird von Arbeitgeberverbänden oder großen Konzernen genutzt, sich dafür zu loben, wie heldenhaft man doch Risiken eingehe, sich dem Markt anvertraue und so weiter - aber realisiert sich dann ein solches Risiko, wird nach Hilfe geschrien, während auf der äquivalenten anderen Seite, dem Steuernzahlen, systematisch und mit hohem Aufwand gespart wird, auch mit Lobbytätigkeit.

Wenn ich mir dazu ansehe, wieviele Leute umgesiedelt und enteignet wurden, zwangsweise, um klimaschädliche Kohle für billigen Strom auszugraben, wird mir schlecht - steht der Staat wirklich auf des Bürgers Seite, weist er Unternehmen in die Schranken? Nein, tut er nicht!

Damit verglichen finde ich Hilfen für unverschuldet Arbeitslose, die aufgrund RWE's schlechter Planung hinsichtlich veralteter Großanlagen und deren überfälliger Außerbetriebnahme ihrer vorigen Arbeit nicht mehr werden nachgehen können noch richtig gut. Klar, RWE sollte das bezahlen, aber ... bleiben wir realistisch - Risiken werden abgewälzt, auf den Staat, auf die Arbeitnehmer, auf jeden - nur nicht auf die Aktionäre. Das sind eben die Schattenseite minimierter Regulierung und klientelinteressengetriebener Politik, die bzgl der Rechtssicherheit und Entschädigungsansprüche Tatsachen geschaffen hat, die zwei schlechte und null gute Lösungen erlauben.......

Davon abgesehen ist der Kohleausstieg Voraussetzung dafür, daß Elektroautos eines Tages mal sinnvoll werden können, und die werden, politisch gewollt, ja in den Markt gedrückt werden durch unrealistische Bewertung im Flottenverbrauch. Um also eine selbstgemachte Schädlichkeit zu verkleinern, ist hier nun Eile geboten - die Zeit, in der Elektroautos bevorzugt behandelt werden, aber Kohlekraftwerke noch in Betrieb sind, sollte so kurz wie möglich ausfallen. Wovon abgesehen eine am Stromüberschuß orientiert arbeitende Syntheseanlage für Kraftstoffe aus pflanzlischen Rohstoffen, die einem geschlossenen Kohlenstoffkreislauf angehören, gleich das Problem, den Strom nicht in den Süden zu bekommen, tweilweise mitlösen könnte aufgrund der simplen Speicherbarkeit und vorhandener Infrastruktur - Zumischbarkeit vorausgesetzt kann das den ganzen Fahrzeugbestand ein gutes Stück verträglicher machen.

Aber selbst so ein grober, kleiner und auf der Hand liegender Blick aufs Ganze geht offenbar zu weit, ist zu kompliziert.

Gewinn muß man damit nicht machen. Wie war das noch mit den Risiken, deren Inkaufnahme einen als Unternehmer ja automatisch zum Helden macht? Das mal mit Tatsachen zu unterfüttern ist lange überfällig!

#6 - 14.03.2019, 12:58 von Interzoni

Saurier

RWE sucht die "Schuldigen" in der Politik und den bösen Umweltschützern. Dabei ist es die Konzernführung, die sich unbeirrt und unbelehrbar an die untergehenden Technologien klammert.

#7 - 14.03.2019, 13:28 von Weltfinanzexperte

Todschlagargument "Arbeitsplätze"

Dabei ist es wie beim Handel an der Börse: "Dein Geld ist nicht weg - es hat jetzt bloß jemand anders."

Im Bereich der erneuerbaren Energien wird händeringend Personal gesucht. Selbst Azubi-Stellen können wir bei uns nicht besetzen, mangels Bewerbern...

#8 - 14.03.2019, 13:33 von Hans-Dampf

Zitat von Interzoni
RWE sucht die "Schuldigen" in der Politik und den bösen Umweltschützern. Dabei ist es die Konzernführung, die sich unbeirrt und unbelehrbar an die untergehenden Technologien klammert.
Sie scherzen. Die Politik klammert sich an "untergehende Technologien". Die Verbrennung von Kohle ist doch politisch gewollt, indem man früher die Kernkraftwerke vom Netz nehmen ließ, als es vertraglich vereinbart war.
Pumpspeicherkraftwerke können kaum gebaut werden, weil irgendwo irgendjemand etwas dagegen hat und Umweltschützer auf den Plan ruft. Hochspannungsleitungen sind auch so ein Thema. Würden Sie überirdisch verlegt, verschandelte das die Landschaft, unterirdisch seien sie ein unkalkulierbares Risiko und gefährdeten am Boden lebende Tiere und Pflanzen.
Windräder seien ein Grab für Fledermäuse und andere Vögel. Der Schlagschatten sei für den Menschen untragbar und die Geräusche bei der Rotation seien gesundheitsschädlich.
Für Solarzellen muss man erst einmal genug Fläche haben. Obendrein scheint das Recycling davon auch nicht ohne zu sein.
Der Fusionsreaktor wird wohl weiter experimentell bleiben.
Kernkraftwerke sind ja mittlerweile verpönt in Deutschland, obwohl an sehr vielen Stellen der Welt neue entstehen, z. B. als Siedwasserreaktor, Druckwasserreaktor. Und die 4. Generation steht schon in den Startlöchern.
Ergo bleibt RWE und anderen Energieunternehmen keine andere Wahl, als auf die bisherigen Technologien zu setzen, wenn sowohl Politik als auch Volk gegen andere Technologien votiert.

#9 - 14.03.2019, 14:28 von Ökofred

Was vergessen?

Zitat von Hans-Dampf
Sie scherzen. Die Politik klammert sich an "untergehende Technologien". Die Verbrennung von Kohle ist doch politisch gewollt, indem man früher die Kernkraftwerke vom Netz nehmen ließ, als es vertraglich vereinbart war. Pumpspeicherkraftwerke können kaum gebaut werden, weil irgendwo irgendjemand etwas dagegen hat und Umweltschützer auf den Plan ruft. Hochspannungsleitungen sind auch so ein Thema. Würden Sie überirdisch verlegt, verschandelte das die Landschaft, unterirdisch seien sie ein unkalkulierbares Risiko und gefährdeten am Boden lebende Tiere und Pflanzen. Windräder seien ein Grab für Fledermäuse und andere Vögel. Der Schlagschatten sei für den Menschen untragbar und die Geräusche bei der Rotation seien gesundheitsschädlich. Für Solarzellen muss man erst einmal genug Fläche haben. Obendrein scheint das Recycling davon auch nicht ohne zu sein. Der Fusionsreaktor wird wohl weiter experimentell bleiben. Kernkraftwerke sind ja mittlerweile verpönt in Deutschland, obwohl an sehr vielen Stellen der Welt neue entstehen, z. B. als Siedwasserreaktor, Druckwasserreaktor. Und die 4. Generation steht schon in den Startlöchern. Ergo bleibt RWE und anderen Energieunternehmen keine andere Wahl, als auf die bisherigen Technologien zu setzen, wenn sowohl Politik als auch Volk gegen andere Technologien votiert.
Sie haben Gas nicht erwähnt. Wir haben eine Kapazität von 34 GW Erdgaskraftwerken, davon sind im Schnitt vlt 7 GW nachgefragt. Warum ist das wohl so? Kosten natürlich, aber besonders für die Erzeuger, da ein Anstieg des Börsenstrompreis die EEG Umlage senkt (das kompensiert sich aber nicht ganz). Kohle kommt für RWE und Co. eben billiger.
AKW sind einfach viel zu teuer, sehen Sie sich die aufgerufenen Preise für Hinckley Point an. (> 12 Cent/ kWh) Die USA haben sich aus dem Bau von AKW verabschiedet (Trump sei dank, er hat die CO2 Präferierung f. AKW gestrichen) und sogar China fährt sein Programm zurück.

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