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Wirtschaft

Deutsche Städte im Minus: Pirmasens ist Schuldenkönig

DER SPIEGEL Die Kluft zwischen Deutschlands Städten wächst: Die einen leben im Wohlstand, die anderen von der Substanz. So sieht es in Ihrer Region aus.
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#1 - 19.01.2019, 10:08 von dr. kaos

Schau schau.....

Die ersten zehn dieses Rankings sind ALLE im äußersten Westen der Republik. Wirds nicht Zeit, dass dafür auch ein Sonderbeitrag fällig wird? Diese Städte hingen allesamt an den örtlichen Steuereinnahmen florierender Wirtschaftszweige (grade bei Pirmasens die Schuhindustrie) und wurden durch die fortwährende Globalisierung an den Rand des Abgrunds getrieben. In meinen Augen einzige Ausnahme: Ludwigshafen, wo die Hälfte der Stadt ein Chemieunternehmen ist, welches seine Steuerlast so gering wie möglich hält und durch juristisch geschickte Kniffe nur noch wenig Steuern an die Stadt bezahlt. Genau wie BMW in München, VW in Wolfsburg oder etliche andere Großunternehmen, die sich aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu stehlen versuchen.

#2 - 19.01.2019, 10:10 von Over_the_Fence

Hintergrundinformationen?

Nun, das in Pirmasens die Pro-Kopf-Verschuldung innerhalb von 5 Jahren um ein Drittel zunahm, ist doch etwas auffällig, nicht war? Hat der OB eine lokale Elbphilharmonie bauen lassen? Ein defizitärer Regionalflughafen, der das Budget belastet? Freibier für alle?
Die Hintergründe erschließen sich einem über das im Artikel kurz und allgemein angerissene Thema der Sozialkosten, besonders "der Wohnkosten für Langzeitarbeitslose". Wenn man diese Informationen noch mit anderen von eher regionalem Charakter kreuzt, könnte man sich erschließen, warum Pirmasens mittlerweile Spitzenreiter dieses traurigen Rankings ist.
Daraus kann man wiederum allgemeine Schlüsse ziehen, falls sich die Probleme von Pirmasens im Lande verallgemeinern.

#3 - 19.01.2019, 10:11 von ralf12012019

Ran an die Werkbänke

Man muss halt auch mal samstags und sonntags arbeiten und nicht so oft in Urlaub fahren. Ich sehe ständig Leute Urlaub machen und in Cafes sitzen. In Deutschland muss wieder 8 Stunden-Arbeitspflicht gelten. Für alle! Dann klappts auch mit den komunalen Einnahmen.

#4 - 19.01.2019, 10:16 von quark2@mailinator.com

Verschuldung pro Kopf sollte aber mit den Einnahmen der Stadt pro Kopf normiert werden. Es ist kein Problem, hohe Schulden zu haben, wenn man auf lange Sicht sichere Einkünfte hat, um abzuzahlen. Auf der anderen Seite können niedrigere Schulden ein großes Problem sein, wenn die letzte Industrie soeben die Gegend verläßt (Stichwort Braunkohle).

#5 - 19.01.2019, 10:16 von bauklotzstauner

"Kassenkredite sind kurzfristige Darlehen, die Kommunen aufnehmen, ähnlich wie Dispokredite. Ihr Volumen hat seit der Jahrtausendwende zwischenzeitlich erheblich zugenommen, von sieben auf mehr als 50 Milliarden Euro."

Sehen Sie.... ein guter Journalist hätte hier auch mal erwähnt, worin die Ursache für diesen "zwischenzeitlichen" erheblichen Anstieg lagen, und nicht so getan, wáls wäre das ein Naturereignis gewesen, das zufällig alle Gemeinden des Landes zum selben Zeitpunkt erfaßt hätte.

Schuld war die Unternehmenssteuerreform der Regierung Schröder und dessen Finanzministers Hans Eichel, die auf dem Mist des damaligen Staatssekretärs im Finanzministerium Heribert Zitzelsberger gewachsen war. Der senkte nicht nur die Steuern für die Zukunft ab, sondern sorgte auch noch dafür, daß die großen Unternehmen längst gezahlte Steuern der letzten Jahre zurückfordern konnten! Und das taten sie dann auch - alle auf einmal. In jenen Jahren brachen überal im Land die Finanzierungen der Kommunen zusammen. Nothaushalte wurden aufgelegt, alle Ausgaben gestrichen, manche Kommunen zwangsverwaltet. In Stuttgart - so witzelte man sarkastisch - waren in jenem Jahr die Einnahmen aus der Hundesteuer höher als die der Gewerbesteuer. Einer der wichigsten Einnahmequellen jeder Kommune. Und das mit zwei riesigen Autoherstellern in der Stadt!
Davon haben sich die Kommunen nie erholt.

Zitzelsberger war übrigens vor seiner Zeit als Staatssekretär (die auch erst begann, als man nach Lafontaines erzwungenem Rücktritt auch dessen Staatssekretär entließ) Chef der Steuerabteilung bei der Bayer AG...

https://de.wikipedia.org/wiki/Heribert_Zitzelsberger

Recherche ist die Grundlage jedes Journalismus....

#6 - 19.01.2019, 10:19 von Menschundrecht

Sense in Pirmasens

Pirmasens ist vor Allem auch eine pfälzisch - spezialdemokratische Vorzeigestadt.

Gegenüber dem Jahr 2015 ein toller Aufstieg von Pirmasens im ranking, Rheinland Pfalz als Bundesland jedenfalls bleibt unangefochten Schuldenkönig bzw. glühende Schuldenprinzessin in Deutschland.

Herzlichen Glückwunsch. Machen Sie möglichst alternativlos weiter so mit der Volksbespaßung, liebe sehr pfälzische Landesregierung.

#7 - 19.01.2019, 10:25 von Menschundrecht

Pirmasense

Pirmasens ist vor Allem auch eine pfälzisch - spezialdemokratische Vorzeigestadt.

Gegenüber dem Jahr 2015 ein toller Aufstieg von Pirmasens im ranking, Rheinland Pfalz als Bundesland jedenfalls bleibt unangefochten Schuldenkönig bzw. glühende Schuldenprinzessin in Deutschland.

#8 - 19.01.2019, 10:27 von uni.solo

#2

Solange nichts über die Entwicklung der Einwohnerzahl gesagt wird, können wir nur Kaffeesatzleserei betreiben. Bei gleichbleibender Schuldenlast und einer Verringerung der Einwohnerzahl durch Abwanderung/Schwund durch zu geringem Zuzug kommt das gleiche raus. Für vieles gibt es eine ganz natürliche Erklärung. Das das hier als möglicher Faktor nicht mal Erwähnung findet, ist leider bezeichnend für SPON.

#9 - 19.01.2019, 10:28 von jogola

Man könnte

Zitat von ralf12012019
Man muss halt auch mal samstags und sonntags arbeiten und nicht so oft in Urlaub fahren. Ich sehe ständig Leute Urlaub machen und in Cafes sitzen. In Deutschland muss wieder 8 Stunden-Arbeitspflicht gelten. Für alle! Dann klappts auch mit den komunalen Einnahmen.
am Samstag Löcher im Stadtpark graben lassen und diese am Sontag wieder zuschütten.

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