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Wirtschaft

Elektrostrategie der Bundesregierung: Immer noch nicht voll aufgeladen

INA FASSBENDER / AFP Mit einer neuen Elektroauto-Offensive will die Bundesregierung nachholen, was Deutschland jahrelang verschlafen hat. Doch die Pläne stimmen wenig hoffnungsvoll - auch, weil ausgerechnet Andreas Scheuer sie umsetzen soll.
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#1 - 05.11.2019, 12:54 von quark2@mailinator.com

Von wegen verschlafen. Wie jeder weiß, machen eMobile nur Sinn, wenn man sie nicht gerade mit Braunkohlenstrom lädt. Nur dumm, daß gerade abends 18..22:00h, wenn alle von der Arbeit nachhause kommen und anfangen, ihre Autos zu laden, die Sonne weg ist und der Wind sich auch oft beruhigt. Auch dumm, daß wir im Moment die Stromnetze nicht haben, um den Windstrom in die Ladestationen zu bekommen. Man muß diese Dinge in der richtigen Reihenfolge tun und es macht wenig Sinn, jede Menge veraltete Technologie auszurollen, wenn man das Pendent nicht hat. Insofern ist natürlich eine Menge falsch gelaufen, aber von "verschlafen" kann wohl eher nicht die Rede sein, es sei denn, wir reden über die Fertigung von Akkus und deren Standardisierung.

#2 - 05.11.2019, 12:55 von a.5er

wieder verschlafen

Japan und China setzen auf Wasserstoff, nachdem. sie gemerkt haben, dass der Baterieantrieb doch nicht das wahre ist.
Warum sind wir immer ein Schritt hinterher?

#3 - 05.11.2019, 12:57 von christian1953

Diese Regierung ( aber auch die davor)

kriegt ja noch nicht mal ne Regelung für die älteren Photovoltaik Anlagen hin: in den nächsten Jahren fallen mit zunehmender Zahl alte Anlagen aus der Förderung. Es gibt keine Idee, was dann passiert. Auf dem freien Markt bringt der verkaufte Strom so wenig, dass man damit weder Versicherung noch Reparaturen oder ggf. die Dachpacht bezahlen könnte. Also bleibt nur die Verschrottung. Und die ganze schöne dezentrale Stromproduktion ist einfach weg. Gilt für ältere Windmühlen mehr oder weniger genauso.

#4 - 05.11.2019, 12:58 von spontanistin

Warum einfach, wenn es auch ....

... komplizierter, anfälliger und teurer geht? Wenn das zeitaufwändige und am Parkplatz des Autos unmögliche Laden der Akkus das Problem ist, wäre doch der Wechselakku, den man an der Tankstelle austauscht, die Lösung. Daran arbeiten die Chinesen auch schon, nachdem die Idee in Europa gescheitert ist!

#5 - 05.11.2019, 12:59 von navysailor

Es bricht mich an wie diese Regierung in Unfähigkeit stirbt. Ich war mal großer Fan unserer Kanzlerin, dass hat sich aber erledigt.

Scheuer, die gelackte Taugenichts, soll das machen? Das Verkehrsministerium? Völlig falscher Ansatz. Keine unserer Politiker scheint auch nur annähernd strategisches Verständnis zu besitzen. Ein Trauerspiel!

#6 - 05.11.2019, 12:59 von arvenfoerster

Technologieoffenheit

Es ist auch nicht ausgemacht, dass den batteriegestützten Elektroautos die Zukunft gehört. Sie sind zu teuer und im Alltag zu beschränkt, um den Verbrennungsmotor zu ersetzen. Solange der Autor nicht über Prophetische Gaben verfügt, ist tatsächlich eine echte Technologieoffenheit die einzige Antwort auf den bevorstehenden Wandel der Automobilindustrie.

#7 - 05.11.2019, 12:59 von anonymerkrankonstrukteur

Warum?

Jetzt haben schon viele Geld in e Autos investiert und schauen in die Röhre, wenn’s plötzlich mehr Geld gibt.
Wegen drohenden Fahrverboten musste ich mein Auto schon umstellen...
Ist doch nur wieder eine versteckte subvention fur die Autoindustrie
Das Geld ist mit Subventionen des Stromes zum tanken besser angelegt - zum Beispiel Steuerbefreiung und Befreiung von der eeg umlage.

#8 - 05.11.2019, 13:01 von 2cv

In Düsseldorf gerade "wunderbar ablesbar"

Die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich gerade hier als "Paradebeispiel" für unkoordiniertes Handeln einen Ehrenplatz in der Ruhmeshalle der Elektrifzierung erarbeitet.

210.000 (!!) Pendler sind täglich nach Düsseldorf unterwegs. Und die Stadt feiert frenetisch, daß nun ein P&R Platz des Messegeländes mit satten 500 Parkplätzen bereit steht...!

Ich verstehe dass Düsseldorf seine Attraktivität als Arbeitgeber behalten will, und gleichzeitig seinen Bewohnern das Stadtleben ebenso attraktiver gestalten will.

Aber das Automobil ist nun einmal da. Es ist keine Reissbrett-Metropole wie so manch eine neu aus dem Boden gestampfte "Smart City" wie in China. Und leider auch nur sehr komplexe Genehmigungsverfahren und Behördenprozesse.

Nichtsdestotrotz fehlt mir bei OB Geisel "das Bild vom großen Ganzen". Wo sind die Perspektiven, das Automobil zB bis 2035 aus der Stadt zu verdrängen? Oder eine e-Strategie?

Es müssen eine Reihe von langfristigen Maßnahmen her, die aber heute von allen mit getragen werden müssen. Einige Beispiele:

* Für 210.000 Pendler allein nach Düsseldorf muss in Verkehrsverbund Rhein-Ruhr eine Strategie erarbeitet werden, hochgetaktet und mit eigenen Fahrspuren (nicht nur auf den letzten Metern) eine Umland-Erschließung her, die es ermöglicht, im Express in die Stadt und durch die Stadt zu gelangen.

* Wo sind die Kooperationen mit "Ride Sharing" und anderen Multi-Modal Anbietern? Wo sind die Business Development Meetings mit den Anbietern von autonomen Fahrzeugen?

* Wann sehen wir selbstfahrende Busse, in Dutzenden gezählt, die Personen zügig und kontinuierlich von A nach B bringen, und das nicht nur auf den Standard-Trassen, sondern dynamisch und dem Transportaufkommen individuell angepasst?

* Wer hat sich denn in der Stadt mit entsprechenden KI-Anbietern (KI = künstl.Intelligenz) für intelligente Transportkonzepte diesbezüglich zusammengesetzt, und kann ein Konzept der Öffentlichkeit vorstellen?

* Wo bleibt das Engagement mit Vodafone und Co., dazu die notwendige Kommunikationsstruktur bereit zu stellen?

* Hat OB Geisel mal mit MOIA (www.moia.io) geredet, wann wir deren Transportkonzept in Düsseldorf sehen?

* Wo sind die Konzepte für die elektr. Ladesäulen für e-Mobile einsehbar? Wo sind die geplanten Wasserstoff-Tankstellen zu finden, wenn überhaupt?

Ich würde gern mal als Planspiel eine "abgeschlossene Stadt" sehen wollen. Nur als Planspiel. Nur autonome Fahrzeuge kommen hinein. Alles andere - sagen wir mal "Übergang analog nach digital" muss in der Peripherie stattfinden: wie könnte so etwas aussehen?

* Wo werden aktiv am Ausbau der Stadt interessierte und engagierte Bürger in den Dialog mit der Stadt eingeladen (und nicht nur zu "Rechtfertigungs-Shows" a la aktuelle Diskussion geduldet, Feigenblatt)?

* Wo sind die Initiativen mit umliegenden Kommunen, P&R Flächen am Düsseldorfer Stadtrand bereitzustellen und so zu erschließen, dass es Spass macht, sie zu nutzen - weil auch die Anbindung nach Düsseldorf "genial ist"?

Und wenn DÜsseldorf das schon nicht hinbekommt, mit den eigenen Kräften, wird der liebe Andi Scheuer erst recht an der Kommunalpolitik scheitern.

Sorry.

#9 - 05.11.2019, 13:04 von bigroyaleddi

Ja, so ist der Andy halt

So komplizierte Sachen bekommt er leider nicht gebacken. Dafür ist er halt sehr kreativ bei seinen eigenen Werbefilmchen. Aber, man muß ehrlich sein. Das haben hier in D ohnehin die meisten noch nicht begriffen, welche Herausforderungen da vor uns allen liegen.

Was ich am meisten allerdings in dieser Diskussion vermisse ist, das man den Eindruck haben können, nur der Individualverkehr sei das alleine Seligmachende. Ich vermisse in allen Teilen unserer Bevölkerung die Bereitschaft, über eine generelle Änderung in unserem Individualverkehrssystdem nachzudenken. Immer nur werden Straßen neu gebaut, breiter gemacht und, und, und. Aber überhaupt mal über völlig neue Konzepte nachzudenken, fehlt größtenteils die Bereitschaft.

Wer das nicht glaubt, der braucht sich doch nur die Foren zu diesen Themen auch hier bei SPON umzuschauen. Da kann einem schon das kalte Grausen kommen.

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