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Handelsabkommen zwischen USA und Kanada: Nafta ist tot, hoch lebe Nafta

Getty Images In letzter Minute haben sich die USA und Kanada auf eine Neuauflage des Freihandelsabkommens Nafta geeinigt. Wirkliche Neuerungen gibt es nicht, doch Trump dürfte das Abkommen trotzdem als Triumph feiern.
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#10 - 01.10.2018, 14:31 von g.eliot

Die reinste Erfolgsgeschichte lol

Zitat von testuser2
Den bisherigen Kurs Trumps kann man nur als Erfolgsgeschichte beschreiben. Er betrachtet und behandelt andere Länder weniger als Handelspartner, sondern eher als Wettbewerber, die im Handel konkurrieren. Damit ist er bei weitem ehrlicher als Leute, die sich hinstellen und moralisieren, dann hintenrum aber doch nur ihren eigenen Vorteil sehen und nutzen. Mit dieser direkten Art zollt er auch stolzen Nationen wie Russland oder China Respekt und erreicht sogar eine Annäherung an eitle und "schwierige" Kulturen wie Nordkorea, denn dort ist es niemals nur eine Person, die eine Kultur ausmacht, das ist oft der Fehler, den Leute machen, die denken, dort muss nur eine Person weg, dann ist alles gleich ganz friedlich und besser. Für manche Kulturen ist der direkte Wettbewerb eine Bekundung von Respekt, das sollte mal durchdacht werden, dann sieht man auch einige Verhaltensweisen Trumps mit anderen Augen. Meine Meinung ist, dass Handelsabkommen gut sind, wenn sie den Menschen zugute kommen. Das Problem ist aber, dass es oft für Menschen gut ist, wenn es den Firmen und Unternehmen gut geht, allzu oft ist das aber ein himmelweiter Unterschied.
Sie finden also Trumps Gebaren als Kolonialherr der restlichen Welt als ein Erfolgsrezept. Er verhängt einseitig, eigenmächtig und willkürlich Strafzölle auf Produkte anderer Länder, während bisher diese Tarife in einvernehmlichen Verhandlungen festgelegt wurden. Wie ein Schutzgelderpresser übt er die Macht des Stärkeren aus. Das ist ein Anachronismus aus den Feudal- und Kolonialzeiten. Dass es jetzt zu einer Einigung kam :Big deal! Viel Lärm um Wenig!

bzgl. Lob wegen Nordkorea. Im Gegensatz zu Trumps Prahlerei ist bisher *nichts* Konkretes erreicht. Punkt. Nordkorea hat sogar vor nur ein paar Tagen verlauten lassen, dass sie nicht einmal an Abbau der Atomwaffen denken, bevor USA beweist, dass sie vertrauenswürdig sind.

Dafür hat Trump auf einer Wahlrally in Virginia gestern über Kim Jong Un wie ein verliebter Pennäler geschwärmt, nach etwa den Worten: Es war tough, wir waren auf dem Weg zum Krieg, es ging hin und her, doch dann haben wir uns verliebt. "We fell in love." Er wiederholte den Satz und meinte auch, wie sie sich schöne Briefe, also "beautiful letters" schreiben, welche in diesem Zusammenhang also so etwas wären wie Liebesbriefe. Daraufhin verspottete er diejenigen, die diese seine Worte nicht "presidential" fänden. Sie sind aber eines Präsidenten nicht würdig, besonders angesichts dessen, dass Kim Jong Un immer noch mit den USA spielt. Das ist vollkommen crazy! Aber Hautsache es gibt ein zweites Summit, mit schönen Bildern, in welchen sich Trump und Kim händchenhaltend herzen. Wenn ich vergleiche, wie er mit Europäern umgeht, muss ich würgen.

#11 - 01.10.2018, 14:38 von pavel1100

Zitat von 123rumpel123
Der Autor spricht von ungelösten Fragen. Welche sollen das sein und wie kann es dann zu einer Einigung kommen? Ferner ist die Folgerung des Autors, dass das Abkommen eventuell wegen der Demokraten nicht in Kraft treten könnte nicht nachvollziehbar. Warum sollten die Demokraten eines der größten Freihandelsgebiete zerstören wollen? Die Demokraten werden sicher keinen anti-patriotischen und oder wirtschafsschädlichen Wahlkampf gewinnen!
Das ist vielleicht missverständlich ausgedrückt. Ich interpretiere das so, dass die Demokraten zur Erleichterung von Mexico und Kanada die Verhandlungsergebnisse komplett in die Tonne treten und das alte NAFTA unter dem alten Namen weiter laufen lassen.

#12 - 01.10.2018, 14:46 von g.eliot

Die globale Makroökonmie ist komplex

Zitat von trex#1
Nun ja, andererseits wirft er Ländern wie China und Deutschland vor, einseitig Vorteile zulasten der USA zu ziehen. Das ist ziemlich komplex, da helfen Parolen nicht weiter.
Zustimmung, das ist ziemlich komplex, und als Makroökonomin verstehe ich genug von der Materie, um zu wissen, dass die Jammerei der Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 bzgl. angeblicher Ausbeutung durch andere Länder absoluter Quatsch ist.

Beispiel: Die Amerikaner haben die europäischen Märkte durch ihre Markenprodukte überflutet, aber weil diese vor Ort produziert und durch die US Niederlassungen vermarktet werden, zählen sie nicht als US Exporte. Wenn Sie mal das deutsche Werbefernsehen schauen, so sind schätzungsweise 80-90% der Produkte amerikanisch, von welchen der Verbraucher jedoch glaubt, das wären deutsche oder zumindest europäische Marken. Das Geschäft ist gigantisch.

Auch ist der Anteil von US Pharmaprodukten auf dem deutschen Markt wesentlich höher als der Anteil der benachbarten Schweiz.

Von der Handelsbilanz der Dienstleistungen braucht man erst gar nicht anfangen. Dazu zählen die IT-, Film-, Musikindustrie, alle möglichen Franchise-Geschäfte wie McDonald's, Burger King, Staples, etc. etc.

Trump will die Marktdominanz der Amerikaner durch willkürllich Unterdrückungsmethoden zementieren. Das ist Anarchie.

#13 - 01.10.2018, 16:42 von kuac

Zitat von g.eliot
Zustimmung, das ist ziemlich komplex, und als Makroökonomin verstehe ich genug von der Materie, um zu wissen, dass die Jammerei der Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 bzgl. angeblicher Ausbeutung durch andere Länder absoluter Quatsch ist. Beispiel: Die Amerikaner haben die europäischen Märkte durch ihre Markenprodukte überflutet, aber weil diese vor Ort produziert und durch die US Niederlassungen vermarktet werden, zählen sie nicht als US Exporte. Wenn Sie mal das deutsche Werbefernsehen schauen, so sind schätzungsweise 80-90% der Produkte amerikanisch, von welchen der Verbraucher jedoch glaubt, das wären deutsche oder zumindest europäische Marken. Das Geschäft ist gigantisch. Auch ist der Anteil von US Pharmaprodukten auf dem deutschen Markt wesentlich höher als der Anteil der benachbarten Schweiz. Von der Handelsbilanz der Dienstleistungen braucht man erst gar nicht anfangen. Dazu zählen die IT-, Film-, Musikindustrie, alle möglichen Franchise-Geschäfte wie McDonald's, Burger King, Staples, etc. etc. Trump will die Marktdominanz der Amerikaner durch willkürllich Unterdrückungsmethoden zementieren. Das ist Anarchie.
Möglicherweise ist Trump selbst intellektuell nicht in der Lage, solche komplizierte Zusammenhänge zu begreifen. Oder, er weiß es wohl, wie eigentlich die Lage ist, aber will nur das Thema populistisch ausschlachten, um seinen Anhängern bei der Laune zu halten.

#14 - 01.10.2018, 17:02 von 123rumpel123

yyy

Zitat von g.eliot
Zustimmung, das ist ziemlich komplex, und als Makroökonomin verstehe ich genug von der Materie, um zu wissen, dass die Jammerei der Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 bzgl. angeblicher Ausbeutung durch andere Länder absoluter Quatsch ist. Beispiel: Die Amerikaner haben die europäischen Märkte durch ihre Markenprodukte überflutet, aber weil diese vor Ort produziert und durch die US Niederlassungen vermarktet werden, zählen sie nicht als US Exporte. Wenn Sie mal das deutsche Werbefernsehen schauen, so sind schätzungsweise 80-90% der Produkte amerikanisch, von welchen der Verbraucher jedoch glaubt, das wären deutsche oder zumindest europäische Marken. Das Geschäft ist gigantisch. Auch ist der Anteil von US Pharmaprodukten auf dem deutschen Markt wesentlich höher als der Anteil der benachbarten Schweiz. Von der Handelsbilanz der Dienstleistungen braucht man erst gar nicht anfangen. Dazu zählen die IT-, Film-, Musikindustrie, alle möglichen Franchise-Geschäfte wie McDonald's, Burger King, Staples, etc. etc. Trump will die Marktdominanz der Amerikaner durch willkürllich Unterdrückungsmethoden zementieren. Das ist Anarchie.
Was die Amis bemäkeln sind Marktbarrieren.

Die werden auch nicht kleiner, wenn Sie alle möglichen Querrechnungen anstellen.

Interessant ist aber Ihre Aufzählung. Monatelang wurde hier rauf und runter behauptet, die Amis hätten doch gar keine Produkte, die sich vermarkten lassen.

Ihr Widerspruch wäre sicher hilfreich gewesen.

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