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Juul-Gründer im Interview: Was tun Sie, damit Kinder nicht von Ihrer E-Zigarette abhä

REUTERS Juul enthält die maximal erlaubte Menge Nikotin - und ist in den USA auf Schulhöfen sehr beliebt. Hier erklären die Gründer Adam Bowen und James Monsees, warum sie sich erst spät um Jugendschutz gekümmert haben.
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#1 - 08.01.2019, 17:16 von ty coon

Das ist ein Dilemma, keine Frage

Eigentlich finde ich, haben sich hier die Hersteller im Interview ganz gut geschlagen. Es bleibt zu hoffen, daß das klappt mit dem Jugendschutz und daß vor allem die Juul-Epidemie auf amerikanischen Schulhöfen nicht dazu genutzt wird, eine grundsätzliche Verbotskampagne gegen das Dampfen zu fahren.

Ich bin jetzt seit einiger Zeit Dampfer und dankbar für das Plus an Lebensqualität. Für 2019 habe ich mir vorgenommen, das Nikotin weiter zurückzufahren. Das soll keine Werbung für das Dampfen sein. Keine Frage: Nicht zu rauchen und auch nicht zu dampfen, ist immer die beste Lösung. Darüber diskutiere ich ja gar nicht. Aber das Dampfen hat zumindest mal Millionen von Rauchern vom Stinkestengel wegbekommen. Das muß doch eigentlich sogar die WHO begrüßen.

Ich dampfe ein mittelpreisiges Gerät aus China und finde, daß das Ding herkömmlichen Zigaretten erstaunlich nahe kommt. Damit habe ich den Absprung von den Kippen tatsächlich geschafft.

#2 - 08.01.2019, 17:32 von exil-berliner

Copy Cat

Gratulation an die beiden Gründer zum Verkauf ihrer Firma an einen Tabak Konzern im Milliarden Bereich. Nur weniger Gründer haben mit einer "Copy-Cat" einen unternehmerischen Erfolg wie diese zwei. Denn die E-Zigarette gab es schon seit Jahren am Markt, die Mikro E-Zigarette allerdings nicht. Wäre auch nichts für mich, denn als Dampfer mit Erfahrung würde greife ich lieber zu den klassischen Clearomizer aus geschmacklichen Gründen und weil ich selber gerne die Coils wickele mit Watte. Quasi haben die zwei die Jugend dazu gebracht ihr Geld für eine unpraktische E-Zigarette auszugeben anstatt ein gescheites Modell zu kaufen. Muss man erstmal schaffen sowas und dann ein Exit im Milliarden Summen Bereich zu realisieren.

#3 - 08.01.2019, 17:47 von m82arcel

"Doch wollen Sie wirklich die Welt retten - oder geht es Ihnen bloß ums große Geld?" Diese Frage verdeutlicht ganz wunderbar, warum es in Deutschland (und Europa) vergleichsweise wenige Start Ups gibt. Sie zeigt, dass großer Erfolg hierzulande noch immer grundsätzlich als etwas Negatives gesehen wird.
Und warum sollten nun Millionen jug Nikotinabhängig werden? Wir haben in Deutschland einen strengen Jugendschutz (selbst bei Nikotinfreien Liquids müssen Händler und auch DHL bereits einen Altersnachweis fordern).

#4 - 08.01.2019, 18:00 von Sprechreiz

Who

Zitat von ty coon
Aber das Dampfen hat zumindest mal Millionen von Rauchern vom Stinkestengel wegbekommen. Das muß doch eigentlich sogar die WHO begrüßen.
auf die WHO würde ich nicht setzen, die hat schon mehrfach bewiesen, dass sie voreingenommen ist und gerne die Argumente von Konzernen übernimmt.

Aber die FDA (Federal Drug Administration) bzw. ihr Chef Gottlieb hat schon mehrfach betont, dass das Dampfen gegenüber dem Rauchen stark zu bevorzugen ist bzw. sogar gefördert werden solle.
Und die FDA ist ja nicht irgendeine Behörde, sondern immerhin direkt dem Gesundheitsministerium unterstellt.
Siehe bspw. hier:
https://youtu.be/FwvDTdWnjzU

Wohlgemerkt: es geht um den verantwortungsvollen Genuss durch Erwachsene! Der Missbrauch durch Jugendliche ist eine ganz andere Sache, ähnlich wie beim Alkohol. Dieser Missbrauch muss selbstverständlich eingedämmt werden.

Viele Länder haben dies leider falsch verstanden und verbieten (teilweise mit drakonischen Strafen) das Dampfen komplett für die gesamte Bevölkerung (und selbstverständlich auch Touristen). Völlig verrückt. Zigaretten werden weiter verkauft, aber Dampfen wird bei Strafe verboten. Da hat die Tabaklobby ganze Arbeit geleistet.

#5 - 08.01.2019, 18:07 von oldsiamsir

Suchtmittel

Was soll man von einem Unternehmen halten, das ein Produkt verkauft, welches die Kunden nach eben diesem Produkt körperlich abhängig macht? Niemand heuchelt in meinen Augen so widerwärtig wie die Nikotinindustrie.

#6 - 08.01.2019, 18:18 von Onkel Mattel

Völlig absurd

Eine Sucht soll gegen eine andere Sucht eingetauscht werden. Was für ein Unsinn. Zumal über die Langzeitwirkungen beim Konsum so genannter E-Zigaretten noch keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen. Qualmen. Dampfen. Egal. Einfach aufhören. Funktioniert. Garantiert.

#7 - 08.01.2019, 18:31 von vokö¶

Aus meiner Sicht....

...geht es den beiden nur ums Geld uns sie nehmen billigend in Kauf, dass Millionen Kinder und Jugendliche nikotinabhängig werden. Ich halte das für moralisch verkommen. Und es ist auch noch überhaupt nicht entschieden, ob Dampfen wirklich einen bedeutsamen gesundheitlichen Vorteil gegenüber Rauchen bringt. Für mich unterscheiden sich die beiden nicht von Drogenbaronen - sie dürfen halt nur legal arbeiten, weil bei ihnen der Staat mitverdient.

#8 - 08.01.2019, 18:49 von ty coon

Zitat von oldsiamsir
Was soll man von einem Unternehmen halten, das ein Produkt verkauft, welches die Kunden nach eben diesem Produkt körperlich abhängig macht? Niemand heuchelt in meinen Augen so widerwärtig wie die Nikotinindustrie.
Man kann den Herstellern von Juul durchaus Vorwürfe machen. Die Juul ist klein und hip, ein Wegwerfartikel im Look eines USB-Sticks, dazu ein moderner Name, coole Geschmacksrichtungen wie Mango oder Himbeere, entsprechende PR-Arbeit in Social-media-Kanälen, die hauptsächlich von Jugendlichen frequentiert werden, dazu ein brutaler Nikotingehalt, der für Jugendliche auf der Suche nach dem Kick sowas wie eine Mutprobe oder die Chance sein kann, sich nach außen hart und cool zu geben. Da ist schon eine Menge schiefgelaufen, da übt sich die PR-Abteilung natürlich in Beschwichtigung. Ich hoffe mal, daß das so in Deutschland nicht laufen kann.

Das Konzept des Dampfens überzeugt mich trotzdem. Es geht hier um abhängige Raucher, die es nicht schaffen, von der Qualmerei loszukommen. Da hat das Dampfen seine Berechtigung. Risiken für Passivdampfer sind noch nicht so ganz erforscht, aber bisher hat man zumindest nichts Alarmierendes gefunden, und ich verfolge das Thema schon so ein bißchen. Wahrscheinlich ist es gefährlicher, sich ein Schnitzel zu braten, als ein bißchen Duft in der Wohnung vorzufinden. Da sind wohl Klosteine oder Luftaromen auch nicht viel besser.

#9 - 08.01.2019, 19:26 von diefert

Spiegel und die E-Zigaretten

Juul funktioniert als Exit-Strategie für Raucher. Ich habe vor einem Jahr mit der US-Variante aufgehört und es hat erstaunlich gut geklappt. Sehr viel besser als mit Nikotin-Pflastern oder kaltem Entzug. Mittlerweile nutze ich keine Juul mehr und man konnte sich das Gerät sehr viel leichter abgewöhnen als klassische Zigaretten. Die Juul ist eine prima Übergangslösung um sich Anzünden, Aschenbecher, Ausdrücken usw. usf. abzugewöhnen.

Das Jugendliche Genussmittel konsumieren, die eigentlich Erwachsenen vorbehalten sein sollten, ist kein Phänomen, welches Juul geschaffen hat, auch wenn der Fragesteller im Interview es so darstellt.

Man sollte sich hierzulande mehr auf Chancen und Möglichkeiten konzentrieren (oder diese zumindest fair den Risiken gegenüberstellen).

Organische Tabakprodukte töten immer noch regelmäßig Menschen und wenn man die Berichterstattung in den deutschen Medien verfolgt, hat man den Eindruck, E-Zigaretten (welche nachweislich ein geringeres Gefahrenpotential haben) werden intensiver bekämpft als das eigentliche Problem. Ich kenne unzählige Raucher, die sich mittlerweile weigern eine E-Zigarette auszuprobieren. Durch diese Berichterstattung entsteht das Gefühl, es handelt sich hier um ein ebenso gefährliches (oder sogar gefährlicheres) Produkt als die ganzen Gauloises oder Marlborors welche Raucher täglich so konsumieren.

Zum Glück trägt der Spiegel keine Verantwortung für abgeschreckte Leser die einfach weiter rauchen, weil es in ihrer Wahrnehmung keinen Unterschied macht. Verantwortung trägt nur Juul, diese Firma aus dem Silicon Valley, wo alles schlechte herkommt. Denen stellt der Spiegel dann auch richtig unbequeme Fragen, die alle anderen Medien auch schon durchgekaut haben.

Ein tolles Interview. Nicht so gut wie die Headline mit "Schmeckt nach Bonbon, kann tödlich sein" aber immernoch Qualitätsjournalismus.

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