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Konzept des Arbeitsministers: Heils "Respekt-Rente" in der Gerechtigkeits-Analyse

DPA Mit seinem Grundrenten-Vorstoß könnte Hubertus Heil seiner SPD das erhoffte soziale Profil verschaffen. Doch wie funktioniert sein Modell eigentlich - und wäre es gerechter als andere Konzepte? Ein Vergleich.
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#1 - 03.02.2019, 19:33 von vitalik

In dem sozialen Profil der SPD spielen die Ärmsten der Armen wohl keine Rolle oder warum wird hier die Hürde mit den 35 Beitragsjahren eingesetzt?
Ich frage mich auch, wie der einstellige Milliardenbetrag berechnet wurde, denn aktuell müssen die Rentner mit einer sehr kleinen Rente andere Sozialleistungen beantragen. Da die Mindestrente auch nur wenige Hundert Euro über der Sozialhilfe liegt, ist der Unterschied, ob nun die Mindestrente oder Harz 4 bezahlt wird, für den Staat unerheblich.
Warum also besinnt sich die SPD nicht tatsächlich auf das "S" in ihrem Namen und gibt jedem eine Mindestrente. An eine Neiddebatte, wo die armen Rentner es den ehemaligen Harz 4 Empfängern nicht gönnen, glaube ich nicht.

#2 - 03.02.2019, 19:37 von bristolbay

Warum RENTE?

Grundsätzlich besteht die Rente unser System aus dem Ergebnis eines Arbeitslebens. Die Höhe dieser Rente ist abhängig von den Beträgen, die man im Laufe seines persönlichen Arbeitslebens EINGEZAHLT hat und von den Beitragsjahren.
Wer also in den jungen Jahren statt Arbeit lieber das sonnige Leben eines Hippies auf Ibiza vorgezogen hat, der darf heute nicht über eine geringe Rente schimpfen.
Wir müssen deshalb eine strikte Trennung zwischen Rente und Absicherung des Lebens vornehmen. Die Rentenkasse hat damit NICHTS zu tun, das ist Aufgabe des Staates und darf nicht vermischt werden.

Wenn jetzt also über eine Respekt-Rente diskutiert wird, muss man sich auch fragen, ob ein Arbeitnehmer mit vollen Beitragsjahren und hohen Beitragszahlungen nicht auch Respekt verdient, warum immer nur auf die schielen, die dies nicht wollten oder konnten.

Dieses Thema muss aus dem Rahmen Rente weg und offen als Sozialleistung des Staates abgebildet werden. Diese Diskussion darf auf keinen Fall in der Kasse der Rentenversicherung landen.

Und somit kommen wir zum eigentlichen Dilemma der SPD, die Frage wen diese Partei eigentlich noch vertritt. Ganz bestimmt nicht den gut verdienenden Facharbeiter und ob die am unteren Rand der Gesellschaft lebenden Menschen soviel Stimmen bringen, um zukünftig wieder eine Rolle zu spielen, sei dahingestellt, landen die nicht eher bei den Linken und der AfD?

#3 - 03.02.2019, 19:37 von SabineMeier

Rente

Die ablehnende Haltung einiger CDU-ler sollten Sie mal anbringen wenn Diätenerhöhungen angesagt werden!!!!!!!

#4 - 03.02.2019, 19:39 von skylarkin

Ich verstehe diese immer wieder aufpoppenden Beitragsjahresgrenze von 35 Jahren nicht. Jedes Jahr, das man gearbeitet hat muss zählen um mehr zu bekommen als jemand der nie gearbeitet hat. Das ist das mindeste. Über die Höhe dieser zusätzlichen Anerkennung kann man reden, die darf sehr gering sein, aber es muss einen Unterschied geben.

#5 - 03.02.2019, 19:41 von Wolfgang2013

Kombination

Warum nicht bei der Freibetragsregelung (Model A) die automatische Prüfung bei geringen Renten wie bei der Koalitionsregelung (Model B) machen?
Klingt für mich gerecht.

#6 - 03.02.2019, 19:44 von scgtef

Wie man es auch dreht und wendet,

es erscheint, wenigstens für die Zukunft, nur die deutliche Erhöhung des Mindestlohns als Ausweg und viel mehr selbstgenutztes Wohneigentum. Der Erwerb desselben sollte massiv steuerlich entlastet und subventioniert werden.

#7 - 03.02.2019, 19:49 von hegemon0815

Was uns in wenigen Jahren gewaltig auf die Füße fallen wird und offenbar nicht mal eine Diskussion wert ist sind die immensen Pensionslasten die weder durch eine richtige Reform noch durch Rücklagen gemildert wurden

#8 - 03.02.2019, 19:49 von bestrosi

alles Krücken

Richtig wäre es, für ALLE eine garantierte, bedingungslose Grundsicherung einzuführen, auf die die individuelle, leistungsbezogene Rente aus Beiträgen ohne Anrechnung (!) drauf käme. Damit würde der Grundbedarf, aus Steuern, für alle als Basis eingezogen, und die persönliche Zusatzabsicherung aus Beiträgen, Kapital oder Immobilien käme obendrauf. Es wäre wie das Bedingungslose Grundeinkommen, übertragen auf die Alterszeit. Die hohen Kosten würden über Umverteilung im Steuersystem übernommen.

#9 - 03.02.2019, 19:54 von Nordstadtbewohner

Das sehe ich deutlich anders

"Es ist eine eklatante Ungerechtigkeit, da sind sich eigentlich alle einig"

In meinen Augen ist das keine eklatante Ungerechtigkeit. Die Rente muss sich nach der Höhe der eingezahlten Beträge richten. Wer nichts eingezahlt hat, der soll auch nichts ausgezahlt bekommen, auch keine Grundsicherung. Von der Sache ziemlich einfach, denn es kann nicht sein, dass immer mehr Menschen in Deutschland Leistungen aus den gesetzlichen Kassen bezahlt bekommen, obwohl sie nichts oder kaum eingezahlt haben. Damit vergreift man sich immer mehr an den jungen Menschen, die für die Alten zahlen sollen.

Ich bin mittlerweile mehr als froh, nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen zu müssen. Wem "Respektsrenten" wichtiger sind als die tatsächlichen Leistungen, die sich an der Einzahlungssumme orientieren, der verliert langsam aber sicher den Bezug zur Realität.

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