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Lira-Verfall, Inflation und Co.: Fünf Krankheiten der türkischen Wirtschaft

DPA Die Wirtschaft der Türkei kriselt. Wie konnte es im einstigen Boomland so weit kommen? Fünf Grafiken zeigen, woran die Ökonomie am Bosporus krankt.
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#1 - 22.08.2018, 17:12 von Walther Kempinski

pfuscher erdogan

Erdogan ist ein Pfuscher. Er hat nach den Reformen um 2000 rum nicht viel machen müssen. Es lief. Doch nun zeigt sich, dass er überbewertet ist. Die alten Krankheiten kommen wieder. Islamonationalismus hin oder her, die Liebe zum Sultan wird nicht überleben.

#2 - 22.08.2018, 17:20 von kenterziege

Tatsache ist, das dieTürkei wesentlich mehr "einkauft" , als es

....produziert. Das muss kurz über lang floppen. Dazu leistet sich das Land hohe Militärausgaben und Kriege geben die Kurden und in Syrien. Das und der Pomp Erdogans will bezahlt sein. Wir können nur froh sein, daß die Verhandlungen zum EU-Beitritt in die Hose gegangen sind. Das wäre dann nach Griechenland und anderen unsicheren Kantonisten (Italien) der nächste Kostgänger. Man soll den Erogan ruhig zappeln lassen. Wenn er will, soll er doch dem ganzen islamischen Block beitreten und die Ideale Atatürks weiter verraten. Militärstrategisch ist auf den doch kein Verlass mehr. Das Beste wäre, er würde gestürzt. Unverständlicherweise laufen Deutschtürken ihm her. Die wissen offensichtlich nicht, wie gut es Ihnen in einer Demokratie geht.

#3 - 22.08.2018, 17:31 von beotto

Zu 2: Leistungs- oder Handelsbilanz?

Wieder einmal ist nicht klar, ob in der Grafik auch die hohen Beträge einberechnet sind, die von Türken vom Ausland nach Hause übertragen werden: Überschrift "Leistungsbilanz", Grafik "Im- und Exporte". Irgendwann las ich einmal, dass die Rücküberweisungen die Leistungsbilanz ganz anders aussehen lassen als die Handelsbilanz. (Ähnliches Problem wie beim deutschen Exportüberschuss und den Klagen Trumps darüber)
Sind bei Im- und Exporten auch die Geldflüsse aus dem Tourismus einbegriffen?

#4 - 22.08.2018, 18:10 von tomhueskens

Diese 5 Krankheiten..

sind die Auswirkungen oder Symptome! Es gibt nur eine Krankheit in der türkischen Wirtschaft und die heißt Erdogan.
Würde Erdogan Politik nicht die Zinsen so niedrig halten und die Inflation so hoch treiben sowie ausländische Investoren und Banken verjagen durch seine Ich-bin-der-Kalif-Politik, dann sähe es in der Türkei anders aus.
Noch dazu hält er individuelle Freiheiten und Medien klein und damit das einfachere Volk dumm. Erdi ist der Größte und hat immer Recht. Sie wissen's mehrheitlich halt nicht besser, woher auch?? Selbst wenn's schlecht läuft wie jetzt... das Volk glaubt überwiegend an seine Thesen der ausländischen Verschwörungen.
Fazit: Erdogan sitzt fest im Sattel. Ich sehe nicht, wie er in nächster Zeit gestürzt werden könnte.

#5 - 22.08.2018, 18:30 von Liberalitärer

Kapitalexporte

Zitat von beotto
Wieder einmal ist nicht klar, ob in der Grafik auch die hohen Beträge einberechnet sind, die von Türken vom Ausland nach Hause übertragen werden: Überschrift "Leistungsbilanz", Grafik "Im- und Exporte". Irgendwann las ich einmal, dass die Rücküberweisungen die Leistungsbilanz ganz anders aussehen lassen als die Handelsbilanz. (Ähnliches Problem wie beim deutschen Exportüberschuss und den Klagen Trumps darüber) Sind bei Im- und Exporten auch die Geldflüsse aus dem Tourismus einbegriffen?
Dazu sollte man volkswirtschaftlich verstehen, dass ein Leistungsbilanzüberschuss den Abfluss von Kapital bedeutet. Umgekehrt ist es nicht anders. Die Türkei braucht Kapital und zieht es an. Wenn z.B. US Technologiekonzerne Geld einnehmen, dann steigert das das US Leistungsbilanzdezit. Ein Leistungsbilanzüberschuss ist ein Verlust von Kapital, ein Defizit ist ein Gewinn an Kapital.

Das scheint sich auch manchen Leuten nicht so wirklich zu erschließen. Das ist aber gängige Lehrmeinung. Tourismus wird in der Leistungsbilanz erfasst und stellt einen Kapitalexport da. Schwierig, denn man bekommt ja Geld? Nein, das Geld für die Kellner usw. wird in lokaler Währung bezahlt.

#6 - 22.08.2018, 18:41 von hanfbauer2

die von Nahles angedachte Hilfe für Erdogan...

...bringt der SPD vielleicht ein paar Stimmen aus dem Lager der "Deutschtürken" die Erdogan unterstützen,
kostet aber bestimmt mehr Stimmen aus dem Lager derer, die Demokratie und Menschenrechte wichtiger finden, als das Wohl der europäischen Bankster die in der Türkei investiert haben.
Nur zu! Wenn die SPD bei den anstehenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen - auch wegen der scheinheiligen Türkei-Politik dieser Partei - massiv verliert, dann freue ich mich schon auf die Sprechblasen der führenden Sozis.
Klingt dann sicher sinngemäß so: "wir haben alles richtig gemacht, nur dem Wähler nicht vermitteln können" ;-)

#7 - 22.08.2018, 18:41 von Liberalitärer

17,75 Prozent

Zitat von tomhueskens
sind die Auswirkungen oder Symptome! Es gibt nur eine Krankheit in der türkischen Wirtschaft und die heißt Erdogan.
Herr Erdogan kann wenig machen, wenn die Zinsen bei 17.75 Prozent liegen und was fordert man jetzt allen Ernstes? 100 Prozent oder was? Bei Null Prozent in der Eurozone? Auch mal daran denken!

#8 - 22.08.2018, 18:43 von lupo62

Ich war viele Male in der Türkei und habe beiendruckende Zeugnisse wirtschaftlichen Fortschritts gesehen: Hunderte Baukräne in Mersin/Adana (die Stadt muß sich wenigen Jahren verdoppelt haben), ein neuer Tunnel in Ismir, so lang wie der Elbtunnel, eine gut ausgebaute Straße zur Südküste von über 100 km Länge, die drei Jahre vorher noch nicht da war (wie lange braucht es hierzulande, um 100 KM Bundesstraße zu bauen?), Fußgängerzonen, Straßenbegleitgrün, Überführungen ... Das ganze Land hat mich ständig an die Bundesrepublik meiner Kindheit erinnert, in der das Wirtschaftswunder stattfand.
Das BRD-Wirtdchaftswunder endete Mitte der 60er in einer Wirtschaftskrise und es gab auch einige Inflation. Danach ging es weiter. Könnte es sein, dass die Türkei jetzt die gleiche Entwicklung durchmacht, vielleicht etwas heftiger?

#9 - 22.08.2018, 18:43 von Ranus

Typisch SPD

wenn jetzt Nahles und Gabriel Wirtschaftshilfe für die Türkei ins Spiel bringen. Oder sollte man vielleicht sogar sagen typisch deutsch? Da will man ein ökonomisch und politisch auf wackeligen Füßen stehendes Land künstlich aufpeppen, anstatt darauf zu vertrauen, dass die Türken irgendwann begreifen, wer sie in die Krise geritten hat und die notwendigen Konsequenzen ziehen.

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