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Wirtschaft

Neues Energiewende-Konzept: Ein Pizzakarton Strom

SPIEGEL ONLINE Eine Hamburger Firma will am Strom, den sie liefert, nichts mehr verdienen. Und sie will die milliardenschwere Förderung von Ökostrom überflüssig machen. Wenn das Konzept aufgeht, könnte es die Energiewende grundlegend verändern.
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#10 - 08.11.2018, 11:01 von februar72

Rechnen lohnt sich

Laut Artikel soll so ein Pizza-Stück für zwei Jahre 39 EUR Miete kosten.
So ein 30*30 cm großes Stück entspricht max. 20 Wp.
Der Bau eines solchen Parks kostet schlüsselfertig unter 0.75 EUR/Wp. Macht also 15 EUR Gestehungskosten für einen Park, der eine Lebensdauer zwischen 20-30 Jahren hat.
Dass der schlaue Unternehmer da keine staatliche Förderung benötigt wundert mich nicht.
Eine Bitte an die Journalisten: Wenn Ihr über tolle Investments für Kleinanleger berichtet, dann nehmt doch mal den Taschenrechner, macht eine Überschlagsrechnung znd überlegt, wie das Geschäftsmodell dahinter wirklich aussieht.

#11 - 08.11.2018, 11:02 von arr68

äh

wo sind denn die Transportkosten eingepreist? Das ist schließlich auch noch so ein Brocken und ich glaube nicht, dass Tennet und Konsorrten plötzlich nichts mehr verdienen wollen.

#12 - 08.11.2018, 11:05 von crossy-hl

Hört sich zunächst vernünftig u. plausibel an

Skeptisch bin ich allerdings beim Thema Durchleitung durch fremde Netze. Da gibt es jetzt schon genügend Wegelagerer, die jede Gelegenheit für eine Preiserhöhung nutzen. Letztes Beispiel ist die angekündigte Minderung der EEG. Im Gegenzug wurde gleich die Erhöhung der Kosten für die Durchleitung im Netz angekündigt, so das unter dem Strich für den Verbraucher wohl eine Erhöhung des Strompreises herauskommt. Insgesamt wäre dringend eine Restrukturierung der Einzelkomponenten des Strompreises erforderlich, ebenso eine realistische Neueinschätzung der Durchleitungskosten. Wie es scheint hat keiner der Player ein wirkliches Interesse daran, auch nicht der Gesetzgeber. Letzterer ist ein ein Profiteur der jetzigen Lage, denn beispeilsweise die EEG bringt schon einen mittleren einstelligen Milliardebetrag an Mehrwertsteuer.

#13 - 08.11.2018, 11:05 von Sleeper_in_Metropolis

Zitat : "Erstens: die Null-Grenzkosten-Theorie nach Jeremy Rifkin, laut der die Digitalisierung die Kosten von Dienstleistungen gen null drückt - wodurch dann auch die Preise sinken"

Das ist wohl sehr vereinfacht ausgedrückt : Es geht dabei nur um ganz spezielle Dienstleistungen, vor allem solche, die man vom Schreibtisch aus durchführen kann. Der Friseur, der Gärtner oder der Klempner werden durch Digitalisierung immer noch nicht kostenlos arbeiten. In Bezug auf den im Artikel genannten Solarstrom gilt das z.B. für die Leute, die diese Anlagen installieren und warten - aber auch für die Chefsekretärin von Enyway.

Und um mich einigen Vorrednern anzuschließen : "Eher günstig" ist Yellow-Strom tatsächlich nur in der eigenen Werbung. Bei jedem Stromvergleich mit einem beliebigen Vergleichsportal landet Yello-Strom nicht mal unter den ersten zwanzig Plätzen.
Nichtsdestotrotz bleibt zu wünschen, das das geplante Konzept von Enyway so funktioniert.

#14 - 08.11.2018, 11:05 von spontanposter

Die Idee finde ich nicht schlecht. Nur sobald das Wort "Blockchain" auftaucht, stellt sich bei mir dieses Gefühl tiefen Vertrauens ein, wie es z.B. nigerianische Thronfolger auslösen.

#15 - 08.11.2018, 11:06 von alternativlos

Es ist ein Geschäftsmodell der eigenen Marge auf Kosten der anderen Marge von Oligopolen mit unfreien Netzwerken und Preisabsprachen.

In einer sozialen Marktwirtschaft würde man das gesunden Wettbewerb nennen, in Deutschland wohl die jahrzehntelange Effektivität von Kartellbehörden.
Vielen Dank und Weiterhin Alles Gute.

#16 - 08.11.2018, 11:13 von foskolo

"Ein pizzakartongroßes Stück kostet für zwei Jahre zum Beispiel 39 €"

Das sind 19,50€/Jahr für eine Fläche von 0,3x0,3=0,09m2.
Mit 0,09m2 produziert man im Jahr etwa 10 KWh Strom, das sind in etwa 2-3 Euro.
Habe ich es falsch verstaden oder wie soll das gehen?

#17 - 08.11.2018, 11:18 von icheb66

Keine Zukunft

Alle Modelle, die zum Ziel haben, den Energieverbrauch stark zu senken, haben in unserem Staat keine Chance. Alles Gerede von sparsamen Autos, weniger Stromverbrauch usw.....ist nur eine Alibiveranstaltung. Der Staat ist auf die Steuern, die beim Energieverbrauchanfallen, angewiesen. Weniger Verbrauch = weniger Steuern. Deshalb wird der Staat auch alles dafür tun, die Energieversorgung unter seiner Kontrolle bzw. der großen Konzerne zu halten. Die können den Verbraucher dann weiter schröpfen, wie es ihnen beliebt.

#18 - 08.11.2018, 11:19 von Fragende_Leere

@ Grünspahn:

Wenn die Preise von der Börse 1:1 an den Endkunden weitergegeben werden, ist das Ding unschlagbar günstig

#19 - 08.11.2018, 11:23 von susiwolf

„Pizza in Quadraten“ ...

Eine hervorragende Grundidee ...
Überschaubare Kosten/ eingesetztes Geld.
zumal bei den derzeitigen Pluszinsen nix zu holen ist.

Sozusagen ein Volksstrom [endend in einen ,Volkssturm‘ an Beteiligungen] ?

Nur, ehe ich investiere, esse ich erstmal einige Pizzen
und gucke mir das Ganze in einiger Zeit wieder an.
(Wenigstens vom Geschmack her eine Vorsichtsmassnahme :-)

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