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Wirtschaft

Salvinis "Italexit"-Drohung: Der Mann, der den Euro zerstören könnte

KENZO TRIBOUILLARD/ AFP Matteo Salvini will italienischer Premierminister werden - im Wahlkampf kokettiert der Rechtspopulist mit dem Euro-Austritt. An den Finanzmärkten sorgt er damit für Entsetzen.
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#90 - 13.08.2019, 21:11 von StefanieTolop

Absolut richtig!

Zitat von Darwins Affe
1) Der Mensch redet sich gern die Welt schön, und inzwischen ist der Glaube an den Euro in Deutschland fast schon als religiös zu bezeichnen (Argument: Man muss ja an der Grenze kein Geld mehr wechseln) 2) Dies nützt Salvini natürlich für seine offen erpresserische Finanzpolitik -- wie Macron für seine (verdeckte) Schuldenpolitik. 3) Fakt ist allerdings, dass der Preis für Geld am Zins gemessen wird. Und wenn dieser negativ wird, ist`s halt nix mehr wert. Irgendwann kapiert`s vielleicht auch der deutsche Michel. 4) Das Experiment des Euro ist krachend gescheitert. Er hat sich als Spaltpilz der EU installiert. Wenn`s kracht, steht Europa vor massiven Verwerfungen -- monetär, politisch und gesellschaftlich. 5) Notabene: Langfristig lassen sich wirtschaftliche Probleme niemals mit der Notenpresse lösen (S. Weimarer Republik und Zimbabwe). Der Crash programmiert.
Ein hervorragender Kommentar! Das ist der Inhalt, der eigentlich in den Artikel gehört. Die Liste der Negativ-Beispiele, die viele Wirtschaftstheorien widerlegen, ließe sich noch beliebig fortsetzen. Egal ob um Japan, Argentinien, USA, Frankreich, Italien, Spanien, Mexiko, usw. Interessanterweise hat der Euro genau das nicht erreicht, wofür er eingeführt wurde: durch eine gemeinsame Währung die europäische Wirtschaft und damit den Wohlstand und das friedliche Zusammenleben zu verbessern. Das Einzige was er erfüllt hat, sind die Zielsetzungen der Franzosen gewesen. Sie wollten von Anfang an einen wirtschaftlichen Hebel besitzen um Deutschlands Wirtschaft unter Kontrolle zu halten. Das ist ihnen gelungen.

#91 - 13.08.2019, 21:11 von Erythronium2

Der Euro funktioniert sowieso auf die Dauer nicht, aber das kann noch ein wenig dauern. Denn der Hauptgrund, weshalb die EZB so durchgängig so eine extreme Niedrigzinspolitik fährt und ständig neue Staatsanleihen aufkauft, liegt doch darin, dass sonst einige Euro-Staaten pleite wären, weil sie nicht mehr einfach ihre Währung abwerten können. Irgendwann werden dann die Nebenwirkungen dieser Politik ziemlich schmerzhaft werden - Baublase, Goldblase, Aktienblase, das haben oder hatten wir schon. Dann könnten reihenweise Banken bankrott gehen oder es gibt doch irgendwann eine stark anziehende Inflation, wenn sich keiner mehr um die Schuldenbremse kümmert. Ich glaube aber nicht daran, dass Italien ernsthaft die EU verlassen möchte. Die italienischen Populisten werden immer mal die EU reizen. Mit Strafen brauchen sie weiterhin kaum zu rechnen, da es sonst auch bald die Franzosen treffen könnte. Und warum irgendwelche Osteuropäer, die ja größtenteils gar keinen Euro haben, sich den Italiener anschließen sollten, das verstehe ich nicht.

#92 - 13.08.2019, 21:11 von Stephan H.

Ich denke mal

Zitat von hanfbauer2
kann ich es keinem Italiener (Griechen, etc.) verdenken, wenn er eine Lira mit 10% Inflation und schwankenden Wechselkursen bevorzugt. Sofern ich in Südtirol als Gast noch willkommen bin, zahle ich gerne - wie früher - mit Lire. Ciao!
Wenn Sie mit der Lire in Südtirol sind werden Sie einige Arbeitslose treffen. Ich kenne Unternehmen dort, die Italien fluchtartig verlassen wenn die Lira kommt. Grund ist, dass deren weltweiter Einkauf in Dollar aber auch Euro durch eine schwache Lira extrem teuer und durch Volatilität der Lira sehr risikoreich wird. Das können die nicht kompensieren um im Wettbewerb im Euroraum mithalten zu können. Meine Annahme: Ohne Euro wird der Norden massiv international verlieren. Ob es den Menschen im Süden gefühlt besser geht bleibt abzuwarten wenn plötzlich Importwaren wie Telefone, PCs, Medikamente etc. das Doppelte kosten.

#93 - 13.08.2019, 21:13 von euro-paradies

Der Salvini kann das Ende des Euro höchstens

beschleunigen - die Lage verschlechtert sich eh von Jahr zu Jahr. Die Lagarde wird eingesetzt um weiter Billionen in die Märkte zu pumpen und den ClubMed (Spanien, Frankreich, Griechenland, Portugal und Italien) frisches Geld zu besorgen - Regeln werden ohnehin nicht mehr beachtet. Mit höheren Zinsen würden die ClubMed-Haushalte platzen, so bald Deutschlands Haftungsreserven nicht mehr reichen geht der ganze Laden hoch. Ist nur eine Frage der Zeit. Für Deutschland wäre ein Euro-Austritt je früher je besser.

#94 - 13.08.2019, 21:15 von StefanieTolop

Na, na

Zitat von hanfbauer2
...aber de facto hat seine Einführung einen lange Jahre funktionierenden Mechanismus aus Währungsaufwertungen/Währungsabwertungen beseitigt, ohne eine Ersatzmethode dafür bereitzustellen. Die Deutschen und Niederländer haben davon eher profitiert, die Griechen, Portugiesen, Spanier und Italiener haben dabei eher draufgezahlt. Darum kann ich es keinem Italiener (Griechen, etc.) verdenken, wenn er eine Lira mit 10% Inflation und schwankenden Wechselkursen bevorzugt. Sofern ich in Südtirol als Gast noch willkommen bin, zahle ich gerne - wie früher - mit Lire. Ciao!
Die Meinung dürften Sie sehr exklusiv vertreten. Aber es sind halt die üblichen Märchen von "Wir sind der größte Profiteur". Nein, gerade die Südländer und die Osteuropäer haben am meisten profitiert - nämlich über die europäischen Struktur- und Ausgleichsfonds, die im wesentlichen von uns gefüllt und von den anderen geleert werden.
Der Grund für die recht gut funktionierende deutsche Wirtschaft liegt in ihrer Leistungsfähigkeit und nicht in Währungsgeplänkel. Die D-Mark war immer eine sehr starke Währung und Deutschland hat trotzdem wie wild exportiert - eigentlich doch ein Widerspruch!

#95 - 13.08.2019, 21:18 von kenterziege

Wir leben schon in einer interessanten Welt der Lügen, Versprechungen

...und Wortbrüche. Nur um die Fiktion des Euroraumes aufrecht zu erhalten, wird auf allen Seiten gelogen, gerettet und Phrasen verbreitet. Der Euro hat den Geburtsfehler Staaten mit unterschiedlicher Mentalität im Umgang mit Geld zusammenhalten zu wollen. Die Finanzmentalität der Skandinavier, Niederländer, Flamen, Balten und Österreicher, entspricht der unseren. Der Club-Mediterrane denkt und handelt anders. Frankreich lasse ich mal außen vor. Ich finde diese unterschiedlichen Mentalitäten nicht schlimm - im Gegenteil, sie gehören zur europäischen Kultur. Aber das Euro-Regime zwingt Nationen in ein Korsett, das kneift und schmerzt.
Lässt die Italiener aus dem Euro. Der Maserati wird hier billiger und der Audi in Italien teurer. Das wäre doch die gewünschte Balance für die Aussenhandelsbilanzen, die sich im Augenblick in den Target-Salden abbilden. Ja - der Euro wird dann deutsch-dominiert sein und in die Höhe schießen. Das macht es den Exporteuren schwerer und den Importeuren leichter. Wir bezahlen unsere Arbeiter im Augenblick mit wenig werthaltigem Geld. Man blicke nur auf die Schweiz. So geht es jedenfalls auf Dauer ohnehin nicht weiter. Niemand traut den Währungen, die dauernd gerettet werden müssen und Geld im Überfluss zu Null-Zinsen produzieren. Weshalb steigt denn der Goldpreis ins unermessliche? Gold ist Geld - und zwar sicher. Dahin muss der Euro zurückkommen. Und Italien darf, wie früher regelmäßig abwerten. Allen ist gedient, wie früher. Nur die Italiener müssen Öl sparen und sich dem Mercedes verneigen. Das ist doch im Sinn des Klimas erwünscht!

#96 - 13.08.2019, 21:19 von Wunderläufer

Chance

Einfach den Austritt solcher Möchtegern-Politiker aus dem Euroraum als Chance begreifen und nutzen. Dann können Orban & Co. schon mal einen Eindruck bekommen wie es ist, außen ganz vor zu stehen

#97 - 13.08.2019, 21:22 von Spiegelkritikus

Die gescheiterte Eurozone

Zitat von Darwins Affe
1) Der Mensch redet sich gern die Welt schön, und inzwischen ist der Glaube an den Euro in Deutschland fast schon als religiös zu bezeichnen (Argument: Man muss ja an der Grenze kein Geld mehr wechseln) 2) Dies nützt Salvini natürlich für seine offen erpresserische Finanzpolitik -- wie Macron für seine (verdeckte) Schuldenpolitik. 3) Fakt ist allerdings, dass der Preis für Geld am Zins gemessen wird. Und wenn dieser negativ wird, ist`s halt nix mehr wert. Irgendwann kapiert`s vielleicht auch der deutsche Michel. 4) Das Experiment des Euro ist krachend gescheitert. Er hat sich als Spaltpilz der EU installiert. Wenn`s kracht, steht Europa vor massiven Verwerfungen -- monetär, politisch und gesellschaftlich. 5) Notabene: Langfristig lassen sich wirtschaftliche Probleme niemals mit der Notenpresse lösen (S. Weimarer Republik und Zimbabwe). Der Crash programmiert.
Der Euro als Gemeinschaftswährung für sehr heterogene Staaten war von Anfang an zum Scheitern veurteilt, viele erfahrene Ökonomen haben schon vor seiner Einführung darauf hingewiesen. Daran hat sich nichts geändert. Die Eurozone existiert nur noch aufgrund der Nullzinsen und der Finanzierung überschuldeter Staaten durch die EZB.

Marktwirtschaftliche Prinzipien, zu denen auch der Bankrott gehört, kann man dadurch jedoch nicht dauerhaft außer Kraft setzen. Selbst wenn man die Sparer Europas und insbesondere Deutschlands mit dieser Politik zugunsten der Schuldner restlos enteignen würde (derzeit ingesamt jährlich ca. 160 Milliarden Euro), ließe sich das Ende der Zone lediglich weiter aufschieben. Damit wäre niemand gedient, der Schaden wird nur immer größer.

Insofern wäre eine geordnete Abwicklung der Zone notwendig - am besten durch einen Austritt Deutschlands.

#98 - 13.08.2019, 21:24 von caspiat

nett

dass man diesmal kommentieren darf!

Seit einiger Zeit spielen alle Medien das Spiel, dass nur Hohlköpfe wie Salvini oder Johnson von Volkssouveränität sprechen. Gebildete Leute dagegen lehnen sowas ab.

Das soll darüber hinwegtäuschen, dass eine dritte Gruppe inzwischen gewachsen ist, und weiter wachsen wird:
Die, die geblickt haben, dass hier fies und hinterrücks gerade solche unverantwortliche und grossmäulige Opportunisten grossgezüchtet werden, um die eigentliche Gefahr abzuwenden: Die, die klar sehen, dass der Schritt in Europa hinein ein völliges Loslassen von Demokratie und Selbstbestimmung ist!
Das hat nicht mit Nationalismus zu tun, weil man in der Theorie genauso eine europäische Konfóderation aus demokratischen Regionen haben könnte.
Erstaunlicherweise muss es aber ein krummes Gebilde sein, das von Grossbanken bestimmt wird.

Wenn wir eine Volksbefragung abhalten, kommen wir sicher nicht auf über 5% auf die Frage, ob Europäer von Banken bestimmt werden wollen. Wahrscheinlich ist es viel weniger.
Die meisten merken nur nicht, dass es bereits so ist, und die meisten Politiker und Parteien den Richtlinien der Grossfinanz seit Jahrzehnten folgen.

Der jetztige Schritt will das offiziell machen. Rechtlich weg von Demokratie, und rein mit Freude ins Gewimmel, wo man freudig in den mittleren Osten rumbombardiert, und Russland und China bedroht!

#99 - 13.08.2019, 21:26 von spiegelwatcher

Euro Fehlkonstruktion

Der Euro war von Anfang an eine Fehlkonstruktion. Man hat nämlich versäumt, den Mitgliedsstaaten vorher ihre eigene Souveränität über ihre Staatsfinanzen zu nehmen. Heute hängen wir alle, ob sparsam oder verschwendungssüchtig, an einer Kasse, die Europäische Zentralbank heißt und die nichts Anderes zu tun hat, als Geld für die zu drucken, die nicht sparen können. Im Prinzip hat der Euro nicht wirklich Zukunft und ich sehne heute einer Wiedereinführung der Deutschen Mark herbei.

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