Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Wirtschaft

Sozialabgaben in Deutschland: Hohe Steuern sind nicht das Problem

DPA Ein Knackpunkt der Jamaika-Verhandlungen war die Frage der Steuerlast. Dabei zeigen neue Zahlen: Die größere Belastung sind Sozialabgaben, die weit über dem Niveau anderer Industrieländer liegen.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 10/19    
#90 - 23.11.2017, 14:49 von fin2010

Halbwissen?

Zitat von käthe
Deutschland braucht dringend eine Bürgerversicherung nach Schweizer Vorbild, in die alle einzahlen, auch Selbstständige, Beamte und Bezieher von Kapitalerträgen. Und die Schweiz ist ja sicher kein sozialistischer Musterstaat. Gerade die KV kann keine weitere Kürzung der Beiträge verkraften, es ist ja jetzt schon zu wenig Geld im System, um Pflegekräfte und Therapeuten angemessen zu bezahlen. Die Lösung: eine umfassende Versicherungspflicht, auch für die, die sich bisher durch private Versicherungen vor der Solidargemeinschaft drücken. ...
Sie wissen offenkundig nicht, was Sie da fordern.

Die Schweizer Gesundheits-Grundversorgung ist für alle Einwohner verpflichtend. Soweit richtig. Gezahlt wird sie als fester und für alle gleicher Betrag ohne Arbeitgeberbeteiligung. Selbstbeteiligung an den Kosten und je Arztbesuch kommen dazu.

Sprich: da ist nichts, was Ihre Träume von Mehreinnahmen ohne Mehrausgaben durch Erweiterung des Versichertenkreises rechtfertigt.
Übrigens tragen in D die PKV-Versicherten durch höhere Preise für die erhaltenden Leistungen heute schon massiv zur Erhaltung der Gesundheitsstrukturen bei.

#91 - 23.11.2017, 14:52 von augu1941

Für die Mehrheit der Bevölkerung ist nicht die Steuerlast, sondern die Belastung durch Sozialabgaben das Problem. Mit dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen wurde auch deutlich, welche Partei trotzdem die Steuern senken will (durch Abschaffung des Solis) damit ihr Klientel davon profitiert. Der Großteil der Bevölkerung spürt aber kaum etwas, wenn der Soli abgeschafft wird , während dem Staat ca.10 Milliarden Steuern für sinnvolle Ausgaben in den Sektoren Bildung und Verkehr fehlen.
Wir haben ein gutes, zumindest gut finanziertes, Gesundheitssystem.
Davon profitieren wohl in erster Linie die Leistungserbringer , natürlich auch die Versicherten. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Volksgesundheit nicht leiden würde, wenn manch eine medizinische Leistung nicht erbracht und manch ein Arztbesuch nicht stattgefunden hätte.Auf jeden Fall wären dann Kosten gespart worden.
Eine Selbstbeteiligung des Patienten wie beim Zahnarzt halte ich für sinnvoll, allerdings nicht mit der einfachen Lösung "Praxisgebühr". Die Zuzahlung müsste vom der Höhe des Einkommens abhängen (wie Strafzahlungen, die vom Gericht verhängt wurden) und müsste natürlich Vieles berücksichtigen, z.B. chronische Erkrankung, und nicht über Barzahlungen beim Arzt sondern über elektronischen Geldeinzug durch die Versicherung erfolgen (beim Arbeitgeber oder jhrl. über das FA). Mit Hilfe moderner elektronischen Datenübermittlung müsste so etwas grundsätzlich möglich sein ohne dafür großen bürokratischen Aufwand betreiben zu müssen.
Das positive Resultat wären weniger die zusätzlichen Einnahmen der Versicherung, sondern mehr die reduzierten Ausgaben der KV für Ärzte und andere medizinische Dienstleister. Und das müsste natürlich eine Absenkung der KV-Beiträge zur Folge haben.

#92 - 23.11.2017, 14:54 von avada~kedavra

In

Zitat von schumbitrus
Wenn man die Krankenkassen-Karten so demonstrativ in Szene setzt, dann muss man auch sehen, wer das Krankenkassen-System seit langem ausbeutet: Es sind nicht die Krankenhäuser, mit ihrem unterbezahlten und überlasteten Personal, sondern die Pharma-Konzerne, denen über Privilegien bei der Preisgestaltung einen regelrechter Beutezug auf unseren Lohn gestattet wird. Mag ja sein, dass man für Innovationen Geld in die Hand nehmen muss, Aber Deutschland stellt innerhalb Europas schon ein Schlaraffenland für Apotheken und Pharma-Konzerne dar. Und wenn dann "aufgewärmte oder Schein-Erfindungen" bei der Zulassung durch gewunken und zu utopischen Kosten verschrieben werden können, dann ist klar, dass die Sozialkassen große Volumina bewegen. Die Frage ist aber, ob man die Kostentreiber erwischt! Denn die haben eine starke Lobby, die im Zweifel verhindert, dass überflüssige Kosten bei den Pharma-Konzernen oder den Apotheken gespart werden. Ein IQWiG, das zu streng prüft, verliert dann schon mal seinen Chef .. auf betrieben von CDU-Politikern .. Seilschaften und Korruption spielen da natürlich keine Rolle, wäre ja illegal oder sogar kriminell. Und kaum eine Produktgruppe bietet sich aufgrund seiner Regulierung so für den Internet-Handel an, wie Arzneien. Sieht man sich aber die Apothekendichte in den Städten an, dann merkt man, dass hier Lobbyisten die notwendigen Reformen und Marktbereinigungen verhindern. Man müsste also erst mal die Liste der übertrieben teuren Produkte von der herbei-lobbyierten Übertreibung befreien! Danach ist sicherlich wieder mehr Luft, damit mehr Menschen dafür bezahlt werden können, sich um Menschen zu kümmern und um gleichzeitig die Beiträge für die Sozialversicherungen etwas abzusenken. Denn natürlich kostet es Geld, wenn sich Menschen um Menschen kümmern! Wenn sich IoT und I4.0 durchsetzen, werden wir hier sowieso tektonische Verschiebungen erleben ..
vielen Punkten Ihrer Äußerung stimme ich Ihnen zu, vor allem was die Pharma-Industrie angeht.
Nicht zu vergessen, das die gesetzlichen Krankenkassen trotz allem Wehklagen Überschüsse (die auch nötig sind) erwirtschaften.
Auf der anderen Seite denke ich an meine Kindheit in den 60er und 70er Jahren zurück, da habe ich noch (schemenhaft) im Gedächtnis, dass zum Beispiel bei Sehhilfen oder Zahnersatz, die Zuzahlungen weitaus geringer (bzw. nicht vorhanden) waren als es seit den 80er Jahren bis heute der Fall ist.
Trotz der hohen Überschüsse und es trifft die am ehesten die sich diese Zuzahlungen nicht leisten - oder nur sehr schwer - können.

#93 - 23.11.2017, 14:57 von svki

Bitte tragen Sie eine Überschrift ein!

Zitat von H-Vollmilch
Was die ganzen Sozialversicherungen, insbesondere Krankenversicherungen monatlich kassieren, geht auf keine Kuhhaut mehr. Das ganze ......
Das möchte aber auch sein. Ich möchte schließlich auch kein Ersatzrad ans Bein genagelt bekommen, wenn ich mir das Bein breche. Vielleicht sollten Sie einfach mal die Denkweise hin zum Humanismus und weg vom Materialismus in Erwägung ziehen. *grausamer Vergleich*

#94 - 23.11.2017, 14:59 von avada~kedavra

Die

Zitat von ksail
Die SPD ist eine Regierungspartei und hätte das längst tun können, wenn sie es denn wirklich gewollt hätte. Im Übrigen ist die paritätische Finanzierung keine Reduzierung, sondern nur Augenwischerei.
SPD war eine ReGIERungspartei - jetzt nicht mehr.
Aber zu Zeiten der GoKo, wurde trotzdem dieses Land und seine Geschicke in erster Linie von der CDU "betreut".
Abgesehen davon, unter welcher Regierung wurde denn die "Verschärfung" der damaligen Leistungskataloge der GKK eingeführt?
Soweit ich mich erinnern kann geschah dies auch in den "16 Jahren Stillstand" unter Kohl.

#95 - 23.11.2017, 14:59 von Jetzt ich

Falsch gedacht

Zitat von schwarzweißinfarbe
Zudem ist es bodenlos, dass eine einzige Organisation Zwangsabgaben aus Einkommen erhält - die Kirche Beitrag Nr. 56
Zunächst einmal zieht der Staat die sogen. Kirchensteuern ein.
Kirchesteuern bezahlt man weil man Mitglied einer Öffentlich-Rechtlichen Kirche ist. Aber in unserem schizophrenen Gebilde,
dass sich moderner Staat nennt, müssten das eigentlich Vereinbeiträge sein. Neben diesen Beiträgen erhalten die Kirchen
aber weiterhin erhebliche Steuermittel von unserem Staat. Ebenso

#96 - 23.11.2017, 15:00 von cogite et dice

Wen wundert das?

Wer sich einen überbordenden - man könnte auch sagen: parasitierenden - Sozialstaat leistet, darf sich über hohe Beiträge nicht wundern. Eine Luxusversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung, deren Niveau über dem privater Krankenversicherungen in unseren Nachbarländern liegt, (noch) hohe Renten ohne für genügend nachwachsende Beitragszahler zu sorgen, Millionen von Harzt 4 - / Sozialhilfeempfängern, die zu keiner Gegenleistung für die Versichertengemeinschaft verpflichtet werden können (z.B gemeinnützige Arbeit), Millionen neuer Mitbürger, die nie in die Sozialversicherung eingezahlt haben und zu einem großen Teil auch leider wohl nie einzahlen werden - wer sich da über hohe Beiträge empört, will nur eines vermeiden: dass dieses absurde System mal gründlich aufgeräumt wird.

#97 - 23.11.2017, 15:02 von neurobi

Zitat von Byrne
Angebot und nachfrage stimmt auch. Das Angebot ist in diesem Fall allerdings ALG 1 und ALG 2, welches auch gerne nachgefragt wird und zu vielen Mitmenschen leider zu reichen scheint.
Schätzungsweise 95% reicht das eben nicht, aber sie haben halt keine andere Wahl.
Und davon wiederum würden 90% davon das auch gerne ändern, können das aber nicht.

#98 - 23.11.2017, 15:04 von avada~kedavra

30.000 Euro im Monat?

Zitat von sir wilfried
Wofür brauchen wir 709 Bundestagsabgeordnete? Wofür brauchen wir 16 Kultusministerien? Wozu brauchen wir in Zeiten der Globalisierung 16 Landesregierungen, die sich leicht halbieren ließen? Wozu brauchen wir ein EU-Parlament mit 751 Abgeordneten, die 30.000 Euro (jeder!) monatlich erhalten, aber eigentlich nichts zu sagen haben? Die Liste ließe sich lange fortsetzen, aber wir sehen: die Antwort ist immer die Gleiche.
auf welchem Planeten leben Sie denn?
Oder anders ausgedrückt, wie kommen Sie auf diese horrende Zahl?
Man kann es auch so ausdrücken, nehmen Sie die Summe aller Bezüge (inkl. Kostenerstattung für Personal, Tagegeld Reisespesen) etc. zusammen, dann erhält ein Abgeordneter im EU-Parlament noch wesentlich mehr.
Es kommt immer darauf an welche Zahlen man zu Grunde legt.
https://www.juraforum.de/ratgeber/eu...u-abgeordneter

#99 - 23.11.2017, 15:05 von fin2010

Rentenbeiträge runter durch

Zitat von Schandmaul
Solange die Gelder aus den Sozialabgaben schamlos zweckentfremdet werden für Massen an Menschen, die weder deutsche Staatsbürger sind noch jemals einen Cent einbezahlt haben und niemals werden, wird die Schieflage weiter zunehmen. Das ist eine Frage ......
Genau, Rentenbeiträge runter durch Ausschluss der in der DDR erworbenen Rentenansprüche. Von den damaligen Beiträgen ist schliesslich nichts in den Kassen der heutigen KVs geladet.

    Seite 10/19