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Sozialabgaben in Deutschland: Hohe Steuern sind nicht das Problem

DPA Ein Knackpunkt der Jamaika-Verhandlungen war die Frage der Steuerlast. Dabei zeigen neue Zahlen: Die größere Belastung sind Sozialabgaben, die weit über dem Niveau anderer Industrieländer liegen.
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#10 - 23.11.2017, 12:41 von käthe

Bürgerversicherung für alle

Deutschland braucht dringend eine Bürgerversicherung nach Schweizer Vorbild, in die alle einzahlen, auch Selbstständige, Beamte und Bezieher von Kapitalerträgen. Und die Schweiz ist ja sicher kein sozialistischer Musterstaat. Gerade die KV kann keine weitere Kürzung der Beiträge verkraften, es ist ja jetzt schon zu wenig Geld im System, um Pflegekräfte und Therapeuten angemessen zu bezahlen. Die Lösung: eine umfassende Versicherungspflicht, auch für die, die sich bisher durch private Versicherungen vor der Solidargemeinschaft drücken. Dann könnte der Beitrag für alle niedriger sein. Wer dann Schischi wie Chefarztbehandlung, Einzelzimmer etc. möchte, kann dafür private ZUSATZversicherungen abschließen - vergleichbar mit Vollkasko beim Auto. Das gleiche gilt für die Rentenversicherung. Wenn alle einzahlen, ist auch mehr Geld für eine solide Basisrente vorhanden. Den Luxus im Alter können die, die es sich leisten können, dann privat finanzieren.
Leider ist diese Idee der Bürgerversicherung völlig aus dem politischen Diskurs verschwunden, dabei wäre sie so sinnvoll.

#11 - 23.11.2017, 12:44 von Tolotos

Deutschland ist eine Lobbykratur, die Parlamente nicht repräsentativ

Deshalb sehen unsere sogenannten Volksvertreter die Welt im Wesentlichen durch die Brille der Besserverdiener. Und für die Steuerehrlichen davon sind die Steuern der größere Posten.

Geringverdiener haben in Deutschland keine nennenswerte Vertretung. Das könnte auch dadurch begünstigt werden, dass in den Parlamenten Beamte und Besserverdiener weit überrepräsentiert vertreten sind!

#12 - 23.11.2017, 12:45 von kastenmeier

Die Sozialabgaben senken und gleichzeitig auf eine Steuersenkung verzichten, um das Realeinkommen der Arbeitsnehmer zu erhöhen, ist m. E. sehr ungerecht, da Beamte z. B. davon überhaupt nichts hätten.

#13 - 23.11.2017, 12:46 von Hofnarr1

Logische Folge

wäre die Einführung einer Versicherungspflicht zur gesetzlichen KV und RV für alle mit allen Einkünften (auch aus Kapitalerträgen) ohne Bemessungsgrenze.

#14 - 23.11.2017, 12:50 von seit1973

Was hier komplett unberücksichtigt bleibt...

...ist VOR ALLEM der Beitrag der Beamten zur Sozialversicherung und die unfassbar krassen Diskrepanzen bei der Alters- und auch Gesundheitsversorgung derselben. Hier exisieren derart himmelschreiende Ungerechtigkeiten, dass einem die Sprache wegbleibt. Ich wünschte mir, der SPIEGEL würde hierzu einmal ein umfassendes Dossier publizieren.

#15 - 23.11.2017, 12:51 von Nordstadtbewohner

Gegen Zwangssozialabgaben

Dass die Sozialabgaben in Deutschland so hoch sind, liegt vor allem daran, dass es eine steigende Anzahl an Menschen gibt, die Leistungen aus den Sozialversicherungen beziehen, aber nicht dafür einzahlen wie zum Beispiel mitversicherte Ehepartner. Das führt natürlich zu schieflagen im Sozialsystem.

Dazu kommen noch "Brocken" wie die gesetzliche Rentenversicherung, die jungen Menschen das Geld aus der Tasche zieht, damit die Alten alimentiert werden können.

Wenn es nach mir ginge, könnte man die gesetzlichen Zwangs"versicherungen" komplett abschaffen, so dass jeder selbst entscheiden kann, was er absichern will und was nicht.

#16 - 23.11.2017, 12:52 von max_schwalbe

Sozialanteil senken leicht gemacht

Würde man die in Deutschland vergleichweise niedrigen Unternehmens- und Vermögenssteuern erhöhen, wäre dadurch eine Entlastung bei den Sozialsteuern möglich. So einfach ist das. So einfach könnte es sein. Aber gegen Sozialstaat ätzen ist offenbar einfacher. Wenn die FDP versuchen sollte, damit Stimmung zu machen, ist das ähnlich niveaulos und unsachlich, wie der Populismus der AfD. In beiden Fällen würde denen, die sich Benachteiligt fühlen, nicht geholfen werden, ganz im Gegenteil.

#17 - 23.11.2017, 12:56 von women_1900

es ist die Abgabenlast in Summe

die betrachtet werden muss: Einkommenssteuer, MWST, Mineralölsteuer, Konsumgütersteuer wie Branntweinsteuer, Sektsteuer etc. , kommunale Steuern wie z.B. Grunderwerbsteuer, Grundsteuer= auf Mieter umlegbar, kommunale Gebühren und Abgaben, EEG Umlage, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Kranken- und Pflegversicherung + sogenannten Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung bei gleichzeitiger permanenter Leistungskürzung, Zuzahlungen etc. im Laufe eines Jahres kommt da schon einiges zusammen.

#18 - 23.11.2017, 12:56 von schablonser

Die Sozialbeiträge sind zu hoch?

Man könnte ja den Versuch unternehmen die Sozialbeiträge komplett abzuschaffen, um die Menschen zu entlasten. Im Gegenzug müssten dann natürlich auch die gesetzliche Rente, Arbeitslosen- und Krankenversicherung abgeschafft werden. Wenn dann alles privat abgesichert werden muss, kann man ja sehen wie stark die Belastung wirklich war. Für den Großteil der Menschen wird es allerdings ein Schock sein zu sehen, wieviel Geld benötigt wird um die eigenen Kosten zu decken und die meisten werden sich wieder nach dem alten System sehnen, in dem sie (von unsichtbarer Hand) subventioniert wurden.

#19 - 23.11.2017, 12:58 von Freedom of Seech

Sozialbeiträge & Sozialausgaben senken

Sozialbeiträge senkt man am Besten dadurch indem man die Sozialausgaben senkt. Hier gibt es jede Menge trockenes Holz bei der eine kleine Minderheit von Leistungsempfänger in erheblichem Maße auf Kosten der übrigen Beitragszahler profitiert. Mit einigen wohl begründeten Ausnahmefällen könnten zahlreicher Maßnahmen ergriffen werden. Beispiele: 1) ALG-I könnte aufgrund der guten Arbeitsmarkt Situation deutlich verkürzt werden. 2) Die Absenkung des Renteneintrittsalter auf 63 rückgängig machen und auf 67 Jahren erhöhen, auch die Zahl der Frühberentungen/Frühpensionierungen kann durch eine deutlich strengere Überprüfung erheblich reduziert werden. Der Leistungskatalog der Krankenkassen enthält viel sinnloses (Homöopathie/Akupunktur, ambulanter und stationäre Psychotherapie bei Befindlichkeitsstörungen, Behandlung von Pseudo-Diagnosen (z.B. Fibromyalgie), völlig aus dem laufende (teure und teilweise unsinnige) Diagnostik bei psychosomatischen Befindlichkeitsstörungen, Krankengeldzahlungen bei widrigen Lebensumständen die dem allgemeinen Lebensrisiko zuzuordnen sind etc. pp). Gerade bei Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst könnte durch eine Absenkung der Arbeitsunfähigkeitszeiten und Frühberentungen/Frühpensionierung viel (Krankengeld) eingespart werden (auch Steuern). Die Chancen der Digitalisierung nutzen heißt auch, dass in den öffentlichen Verwaltungen auf breiter Front rationalisiert, d.h. Stellen abgebaut werden (Steuern sparen). Leider ist all das mit der Merkel-CDU nicht machbar. Eine CDU ohne Merkel zusammen mit der FDP wäre erforderlich. Dem normalen Arbeitnehmer, der v.a. die wirklichen Risiken abgesichert haben will, würde es nutzen. Nachteilig würde sich dies allerdings auf diejenigen auswirken die für sich persönlich eine hohe Anspruchshaltung an das Sozialsystem haben.

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