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Wirtschaft

Sozialstaat der Zukunft: Was ein bedingungsloses Grundeinkommen bringt

imago/Ralph Peters Jobverluste durch Digitalisierung, ungerechtes Hartz IV: Viele bezweifeln, dass der Sozialstaat die großen Probleme noch lösen kann - und fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen. Kann es diesem Anspruch gerecht werden?
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#1 - 01.05.2018, 15:40 von bapon1

Verstaatlichung am Ende des Tunnels

Ein guter Artikel, der aber einen Aspekt der Digitalisierung, gepaart mit dem bedingungslosen Grundeinkommen nicht erwähnt:
Ja, der Mensch trägt zukünftig immer weniger zur Wertschöpfung bei, da Maschinen zunehmend alles erledigen.
Aber: Wem gehören die Maschinen - und somit die geschöpften Werte?
Es nützt nichts, dass der Staat dem Bürger als Konsumenten Geld in die Tasche steckt, das keinen Bezug zur Wertschöpfung mehr hat.
Das Ganze kann nur funktionieren, wenn der Staat auch gleichzeitig die Werte besitzt, die der Bürger dann vom Grundeinkommen kauft.
Das heißt, dass die Produktionsmittel verstaatlicht werden müssen.
So könnte der Sozialismus am Ende tatsächlich siegen. Nur anders als gedacht.

#2 - 01.05.2018, 15:44 von hansw

Wohin geht die Reise?

Selten einen so informativen Artikel zum Thema "Grundeinkommen" gelesen. Vielen Punkten kann man sofort zustimmen. Aber ein Gedanke fehlt völlig: In der Vergangenheit wurden die Probleme der Menschen regelmässig durch Krieg "gelöst". Gleichzeitig kamen Menschen auf völlig neue Gedanken für Produktionen oder Produkte. Immer führte das zu Auswegen und neuen Anfängen. Gewiss, gewiss, grosse Kriege sind nicht mehr führbar. Was aber tritt an die Stelle von "Krieg"?

#3 - 01.05.2018, 15:45 von GoaSkin

die Alternative: Längere Wochenenden für alle

Würde man die Arbeitszeit für alle Menschen reduzieren, so würde auch die Arbeitskraft jedes Einzelnen dann gebraucht werden, wenn man auf Basis der heute üblichen Arbeitszeiten nicht mehr jeden für die Produktivität braucht, um den Bedarf aller Menschen zu befriedigen. Da aber in vielen Jobs kaum auf die Dauer der täglichen Arbeitszeit geschaut wird und eben so viel gearbeitet, wie nötig, sollte man eine Verkürzung der Arbeitszeit eher auf dem Wege erreichen, dass man von der üblichen 5-Tage-Woche abkommt und über eine 4-Tage-Woche (oder gar 3.5-Tage-Woche im Zweischichtbetrieb) nachdenkt. Eine Gesellschaft, in der ein Teil der Bevölkerung über ein Grund-Einkommen alimentiert und dabei von Robotern versorgt wird und dabei den ganzen Tag - völlig bildungsfern - vom Fernsehen und anderen Medien verblödet wird - kann ohnehin nicht funktionieren. Und dabei ist die Gerechtigkeit zwischen Arbeitenden und Nicht-Arbeitenden noch ein geringstes Problem als die vollige Veblödung der Massen als Folge.

#4 - 01.05.2018, 15:47 von Referendumm

Lustige Diskussion

Ich finde diese Diskussionen um das bedingungslose Grundeinkommen irgendwie putzig. Dass das bedingungslose Grundeinkommen kommt, ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Lediglich der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest; der Zeitraum allerdings schon!

Mann und Frau sollten sich mal fragen, warum dieses Thema aktuell durch die Medien geistert. Denn die Idee mit dem bedingungslosen Grundeinkommen gibts doch schon seit Jahrzehnten und wurde eher ganz am Rande diskutiert.

Aktuell stehen wir vor ganz großen, riesigen Herausforderungen. Abgesehen vom Ende des Kapitalismusses in der heutigen Form heißt es doch aktuell: Industrie 4.0, Internet der Dinge, wissensbasierte Systeme, Künstliche Intelligenz, Autonome Systeme (inkl. Autonomes Fahren) und vieles andere mehr.

Was denken sich denn die Normalbürger, was das für gigantische Auswirkungen auf die Arbeit und ihre Arbeitsplätze haben wird?

Diese merkwürdige (Regierungs-) Studie zum Thema, die vor kurzem bei SPON diesbezüglich rumgeisterte (Grundaussage: Alles bleibt wie bisher), ist doch was für den Rundordner.

Oder:
SPON: "In entsprechender Weise werde unsere Industriegesellschaft schon bald an den Punkt kommen, an dem die Nutzung von Geld als Zahlungsmittel für Arbeit und Produkte ihren Höhepunkt erreicht haben werde. Für Gershenfeld ist klar: Das heißt dann "peak money"."

Ob Neil Gershenfeld diesbezüglich lediglich ein reiner Träumer und Romantiker ist, sei mal dahingestellt. Nur, wir stehen am Anfang gigantischer Änderungen, die auch unsere tagtägliche Arbeit, Freizeit etc. massiv umwälzen wird.

Ich persönlich rechne mit einem Zeitraum von etwa 10 Jahre, vielleicht 15 Jahre - nicht dass jemand denkt, es dauert noch zig Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. Nun ja, schaun mer mal.

#5 - 01.05.2018, 15:49 von saftfrucht

Funktioniert nicht

Ich war früher auch ein Fan davon es zumindest mal auszuprobieren. Mittlerweile gab es die ersten Versuche und die zeigen einfach ganz klar, dass das nicht funktioniert. Die Teilnehmer verlieren jegliche Motivation und Ehrgeiz etwas erledigt zu bekommen und lassen es sich auf dem Niveau des Grundeinkommens einfach gut gehen. So kann eine Gesellschaft nicht funktionieren. Neuestes Beispiel: Finnland.

#6 - 01.05.2018, 15:50 von harald75

ARTE Doku ! Komm Komm Grundeinkommen!

Inhalt: Seit den 80'ern wurden mehrmals Piltotprojekte gestartet, alle Untersuchungen kommen zu positiven Ergebnissen. Selbst in den USA Anfang der 80'er ! Das hat Reagen dann alles kassiert, da der ja von den Banken installiert wurde, die natürlich aus Eigeninteresse auf keinen Fall die Versklavung der Menschheit einschränken wollten... Hat der Autor natürlich nicht gesehen oder mit Absicht ignoriert, auch der Spiegel wird halt immer mehr von neoliberalen unterlaufen...

#7 - 01.05.2018, 15:51 von lachina

Modell Startrek - The next generation

wenn wir schon bei Utopien sind: Ja, die miesbezahlten Drecksarbeiten, die man nur erträgt , weil man essen muss , die werden mit einem BGE tatsächlich obslet - oder von Robotern übernommen. Und dann wird es die Nachfrage nach gutausgebildeten Leuten geben - und hier kommt StarTrek ins Spiel: Wie motiviert man Menschen/ wie motivieren sich Menschen, wenn Geld keine Rolle spielt? Unabhängig von Raumschiffen und Außerirdischen ist das DAS Thema der Serie - und sie hat auch eine Antwort.: Der Mensch ist unheilbar neugierig und wissbegierig. Das macht den Menschen aus - wenn man ihn lässt und nicht der Notwendigkeit "pure Existenzsicherung" unterwirft. Wissen wollen, das muss in Zukunft so cool, so abgefahren, so begehrenswert werden, dass die Kids dafür Schlange stehen. Und in weiterer Zukunft auch das afrikanische Kind, das heutzutage gegen Hunger und Infektionen kämpft, dafür Schlange stehen kann.

#8 - 01.05.2018, 15:51 von rainerwäscher

Utopie

Die Rentenleistungen dürfte man nicht so einfach mit dem BGE verrechnen. Das sind aus Arbeitseinkommen erworbene Ansprüche, die genauso wie dieses weiterhin zusätzlich gezahlt werden müsste.
Und schon haben wir da eine erhebliche Finanzierungslücke.
Das BGE wird garantiert nicht kommen. Das einzige, was realistischerweise bei dieser ganzen Diskussion herauskommt, ist eine Verschmelzung mit der Grundsicherung für Kranke und Alte und eine Erhöhung um 9,50 Euro. Meine Prognose.

#9 - 01.05.2018, 15:51 von taglöhner

Lebensformen, Ökologie und Evolution

Mit der Umbenennung von Hartz zum Grundeinkommen haben wir bald darauf das Gejammer, dass es zu gering ist.
Ich fände es ja prima, aber es geht an der Natur vorbei. Zufriedenheit ist evolutionär nicht kompetitiv.

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