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Wirtschaft

Steuerakrobatik großer Konzerne: Kapitalismus pervers

Brad Setser/ US Bureau of Economic Analysis Globale Konzerne deklarieren riesige Gewinne in kleinen Ländern - und kleine Gewinne auf riesigen Märkten. So sparen sie Steuern im ganz großen Stil. Eine Grafik macht das Ausmaß deutlich.
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#10 - 11.04.2019, 15:54 von Mjoelk

Irreführende Überschrift

Nicht der Kapitalismus ist pervers, sondern Politik die solche Möglichkeiten bietet ist pervers.
Diese feine Unterscheidung kann man eigentlich erwarten von einer Zeitschrift wie dem Spiegel.
Hört sich dann halt nicht so populistisch an....

#11 - 11.04.2019, 15:55 von ruediger

Vielleicht sollten deshalb die grossen Staaten mal über ihr Steuerrecht nachdenken und die exorbitant hohen Steuersätze runterfahren. Dies würde dann sowohl den grossen Staaten (die wieder Steuern von grossen Firmen bekommen) als auch den grossen Firmen (die sich die ganzen Umwegkonsruktionen sparen können) als auch den kleinen Firmen (die dann auch von normalen Steuersätzen profitieren) helfen.

So was hat Trump mit seiner Steuerreform in Amerika zT gemacht. Aber SPON fand damals kein gutes Wort dafür.

#12 - 11.04.2019, 15:55 von pr8kerl

Ich habe legal 1 Mio. Euro Steuern gespart...

...indem ich erst meine deutsche Staatsbürgerschaft aufgegeben und dann meine Erbschaft in der Schweiz versteuert habe. Ganz legal, zum ortsüblichen Schweizer Steuersatz. Kein Gesetz wurde verletzt.

Solange der deutsche Finanzminister 33% Erbschaftssteuer nimmt, solange die Gesetze Großkonzernen Steuerschlupflöcher ermöglichen, werden riesige Summen dem Staat entzogen.

Und das wird sich nie ändern, weil es nicht gewollt ist.

#13 - 11.04.2019, 15:55 von theinvisibleone

Lobbyismus

Zitat von alsterherr
Ja, uns das in legalen Konstrukten! Die Firmen nutzen eben genau die Schlupflöcher, die sie in den Gesetzen und Vorschriften finden, alles vollkommen legal. Würde jeder so machen. Hier ist der Gesetzgeber gefordert entsprechend die Gesetze anzupassen!
Die Unternehmen nutzen die Schlupflöcher nicht nur; durch ihre Einflussnahme in die Politik werden sie erst möglich gemacht. Sowohl national als auch global.

#14 - 11.04.2019, 15:57 von irgendwer

Steuern vom Umsatz

Die Untenehmenssteuer muss mindestens 10% des Umsatzes im jeweiligen Land liegen falls der Konzern weltweit Gewinne in entsprechender Höhe macht. Damit wäre die Steuervermeidung der internationalen Konzerne eingeschränkt.

#15 - 11.04.2019, 15:57 von marinero7

Zitat von alsterherr
Ja, uns das in legalen Konstrukten! Die Firmen nutzen eben genau die Schlupflöcher, die sie in den Gesetzen und Vorschriften finden, alles vollkommen legal. Würde jeder so machen. Hier ist der Gesetzgeber gefordert entsprechend die Gesetze anzupassen!
Da brauchen keine Schlupflöcher gefunden werden , die werden zum großen Teil durch Lobbyarbeit schon bei Formulierung durch Verbände/Berater in Text eingebaut.

#16 - 11.04.2019, 15:59 von mlarsen

Trotz aller - angebrachten - Aufregung, ist dieses Vorgehen völlig legal. Die Unternehmen haben ein einziges Ziel: Gewinn erwirtschaften, je mehr, desto besser, jedoch innerhalb gesetzlicher Grenzen. Wenn nun Politiker sie müssen X Euro Steuern zahlen ihnen jedoch gleichzeitig eine Tür offenlassen hinter der sie nur 0,1 X Steuern zahlen müssen, dann wird das so gut wie jedes Unternehmen ausnutzen.

Ich gehe auch zum Steuerberater und nutze jede Möglichkeit aus. Leider haben Privatpersonen mit unselbständiger Arbeit bei weitem nicht den Spielraum zur kreativen Buchführung wie Konzerne. Daher zahle ich auch X Steuern und nicht nur einen Teil davon.

Ach ja, und dass man jetzt irgendwelche Pseudodurchsuchen wegen Cum-Ex veranstaltet ist an Heuchelei nicht mehr zu überbieten. Keiner fragt wieso dieses Schluppfloch

1. geschaffen wurde
2. nicht geschlossen wurde
und 3. wieso die verantwortlichen Politiker (die ja die Gesetze erlassen) einfach so davonkommen. Jahrelang war es bekannt, auch unter Schäuble. Getan wurde nichts, die Finanzämter haben einfach doppelt zurückerstattet in dem Wissen, dass es falsch ist. Da braucht mir keiner mit dem Finger auf die ach so bösen Konzerne zu zeigen.

#17 - 11.04.2019, 16:00 von redrat69

Und?

a) was ist daran jetzt neu? Dies ist doch bereits lang bekannt.

b) es ist nichts Illegales daran. Wenn dann ist die Politik gefordert Drück auf entsprechende Länder zu machen

c) wird immer wieder vergessen, dass die Gewinne auch zur Refinanzierung, Wachstum und Beschäftigung eingesetzt werden und damit auch der Allgemeinheit zu Gute kommen.

#18 - 11.04.2019, 16:02 von erespondek

Interessante

31 Milliarden Gewinne in der Schweiz, 5 in Deutschland.... wofür zahlt man noch mal Steuern? Für die Nutzung der Infrastruktur und Finanzierung des Staatsapparats der stabile Geschäftsbedingungen gewährleistet. Stattdessen finanzieren Schweizer Steuerflüchtlinge die destabilisierung Deutschlands.Gut, Mövenpick und Goal sind keine Amerikanischen Konzerne, aber sie mutzen die gleichen Rückzugsgebiete und Facebook und co. sind auch nicht gerade konstruktiv an unserem Staat tätig. Wäre es da falsch von feindlichem Ausland zu reden? Irland, Luxemburg und die Niederlande sollten sich einfach nur schämen.

#19 - 11.04.2019, 16:02 von Michael200669

Zitat von GerhardFeder
Es fehlt die Auflistung der Steueroasen Bahamas, Kanalinseln,(offshore) und Steuerbetrüger (wie NL,IR,LUX ...). Sicher gäbe es auch eine Übersicht über die dort vermuteten Gelder.
Dazu gehört auch Deutschland. Denn auch Deutschland bietet genügend Schlupflöcher und hat sich einige mal gegen europäische Lösungen gestellt und sind dadurch gescheitert.

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