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Steuerliche Begünstigung: Der Haken an Merz' Aktienidee

AFP Die Deutschen sollen mehr Geld in Aktien stecken, rät Friedrich Merz - bestimmte Produkte will er steuerlich fördern. Dabei lässt er außer Acht: Die Hälfte der Bevölkerung kann sich seinen Vorschlag gar nicht leisten.
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#220 - 04.12.2018, 17:16 von dortmund32312

Riesterverträge deutlich verbessern

Der Vorschlag von Friedrich Merck ist gar nicht so schlecht. Eine Aktienanlage in Riesterverträge ist über Aktienfonds auch möglich.
Allerdings müssen die Kosten bei den Riesterverträgen deutlich gesenkt werden. So sollten Anbieter, die über 5 % Provisionen p.a. erheben, keine Zertifizierung für die angebotenen Riesterverträge bekommen und somit aus dem Anbieterumfeld aussortiert werden. Das kann der Staat doch gesetzlich regeln.
Grundsätzlich sind Riesterverträge, deren Sparraten in Aktienfonds investiert werden in Ordnung. In den zurückliegenden 10 Jahren haben sich Aktienfonds überdurchschnittlich entwickelt.
Profitieren sollten von solchen Fonds aber alle Bundesbürger. Das zu lösen ist sicherlich eine schwierige Aufgabe, da die Hälfte der Bundesbürger sich eine Altersvorsorge kaum leisten kann. Hier müssen vernünftige und bezahlbare Lösungen gefunden werden.

#221 - 04.12.2018, 19:18 von cave68

Zitat von garfieƖd
Ein Crash "passiert" regelmässig. Zuletzt hatten wir 2008 einen, davor zur Jahrtausendwende. Und 2011 ging es auch noch mal ordentlich bergab mit den Kursen. Ich beteilige mich seit Mitte der 1980er Jahre an Unternehmen und kann ihnen bestätigen, dass man trotz all dieser Crashs eine ordentliche Rendite erwirtschaften kann. Ich halte auch Ihre Aussage "es könne nicht jeder sein Geld einfach so vermehren..." für vollkommen falsch! Jeder kann sich grundsätzlich an Unternehmen der Wirtschaft beteiligen. Somit kann auch jeder am Erfolg und Wachstum dieser Wirtschaftsunternehmen partizipieren. Warum sollte das nicht möglich sein?
grundsätzlich kann das natürlich jeder.
Nur eben können nicht alle 80 Millionen Menschen ihr Geld vermehren.Dafür müsste ja die Geldmenge wachsen.
Und Merzs Vorschlag basiert doch eben darauf,dass es JEDER tun sollte.

#222 - 04.12.2018, 20:03 von garfieƖd

@cave68
Wenn 80 Mio Amerikaner in Aktien investieren (und das ist der Fall), dann funktioniert das ja auch. Woran sollte es denn konkret scheitern, wenn alle Deutsche das auch täten?

#223 - 04.12.2018, 20:36 von cave68

Zitat von garfieƖd
@cave68 Wenn 80 Mio Amerikaner in Aktien investieren (und das ist der Fall), dann funktioniert das ja auch. Woran sollte es denn konkret scheitern, wenn alle Deutsche das auch täten?
nun ja 80 Mio Amerikaner sind eben nur ein Drittel deren Bevölkerung und eben nicht alle.
Es ist schlicht eine mathematische Logik dass sich das Geld aller Menschen nicht vermehren kann...dafür müsste sich die Geldmenge vermehren.
Was Amerika betrifft:Die 80 Millionen werden im Schnitt reicher....und ein nicht unerheblicher Teil der anderen Zweidrittel wird ärmer....nun ich hoffe nicht,dass das die Absicht eines Herr Merz ist.

#224 - 05.12.2018, 10:24 von hamish1966

Das US System steht ebenfalls am Rande des Kollaps

Zitat von garfieƖd
@cave68 Wenn 80 Mio Amerikaner in Aktien investieren (und das ist der Fall), dann funktioniert das ja auch. Woran sollte es denn konkret scheitern, wenn alle Deutsche das auch täten?
Es gibt in den USA ebenfalls ein Rentensystem, in das Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen einzahlen. Dieses System steht aus ähnlichen Gründen wie bei uns vor einem Kollaps. Diejenigen, die in Aktien investieren können, gehören mindestens zur Mittelschicht. In den Crashs von 2001 und dem weltweiten Crash 2008 haben eine große Zahl der Amerikaner ihr Kapital verloren und haben auf Grund überhöhter Kreditschulden ihre Häuser. So weit ist das bekannt. Weniger genau sehen wir, dass sich die US Wirtschaft, und damit die Situation vieler im Crash bankrott gegangener Menschen sich nur in Teilen erholt hat. Die Anzahl der Obdachlosen und auch obdachlosen Familien steigt stetig. Diese Bevölkerungsgruppe fällt mittlerweile vollständig aus dem ohnehin weitmaschigen sozialen Netz der Staaten und ist abgehängt.

In Deutschland sehen wir in einigen Regionen und Stadtteilen ebenfalls Menschen, die das Sozialsystem nur noch schwer erreicht und die tatsächlich abgehängt sind. Sollen wir denen jetzt also sagen, dass sie bitte für ihre Altersvorsorge in Form von Aktieninvestitionen aufkommen sollen? Der Staat hat eine Fürsorgepflicht. Vor allem für die Schwächeren unserer Gesellschaft. Oder wollen wir Menschen, die das System Investment gar nicht verstehen können, jetzt windigen Brokern vorwerfen? Ich hoffe nicht.

#225 - 05.12.2018, 14:16 von Kurt-C. Hose

Zitat von cave68
nun ja 80 Mio Amerikaner sind eben nur ein Drittel deren Bevölkerung und eben nicht alle. Es ist schlicht eine mathematische Logik dass sich das Geld aller Menschen nicht vermehren kann...dafür müsste sich die Geldmenge vermehren. Was Amerika betrifft:Die 80 Millionen werden im Schnitt reicher....und ein nicht unerheblicher Teil der anderen Zweidrittel wird ärmer....nun ich hoffe nicht,dass das die Absicht eines Herr Merz ist.
Das ist wirklich ausgemachter Unfug... da weiß man gar nicht wo man anfangen soll...
Erstens vermehrt sich die Geldmenge permanent, zweitens reden wir über eine weltweite Anlage und damit auch über die Geldmenge weltweit, und drittens realisiert sich diese abstrakte Geldmenge, die angelegt ist und sich abstrakt in Buchkursen widerspiegelt, nie auf einen Schlag, weil niemals alle Aktien gleichzeitig verkauft werden. Was Sie schreiben wird jeden Tag von jedem Staatsfond dieser Welt widerlegt, allen voran dem norwegischen -aus dem alle Norweger eine Rente bekommen....

#226 - 05.12.2018, 15:18 von Haudegen

Sie betreiben Augenwischerei!

Zu Ihrem ersten Erguss darf ich ergänzend hinzufügen, daß der Gesetzgeber vom größten Teil der Bevölkerung Vorsorge verlangt - es aber in Bezug auf seine Staatsdiener selbst nicht durchführt. Das führt dazu, das erheblichste Kosten zu Lasten der jetzigen zukünftigen AN gehen. Diese zahlen einerseits in die GRV ein, dürfen auch noch privat vorsorgen (haben also noch weniger Netto!) und dürfen andererseits die Verantwortungslosigkeit der Entscheidungsträger ausbügeln, indem sie über 71 % des letzten Bruttobezuges eines Beamten finanzieren. Der Beamte bekommt trotz weniger Brutto übrigens weit mehr Netto heraus, da er keine Sozialabgaben zahlt! Der "Beamtenreport" ist in der ARD Mediathek auch für Sie noch verfügbar. Ohne Beamte - von den Kernbereichen wie Polizei mal abgesehen - ginge es Deutschland besser. Stellen Sie ihren sonstigen Ausführungen einfach nur mal die Weiterzahlung der Bezüge im Krankheitsfall in den Fokus. Würden sich Beamte statt Beihilfe vom Steuerzahler gesetzlich versichern, würde der Finanzminister alleine bis zum Jahr 2030 rund sechzig Milliarden Euro sparen. Rentner müssen die Hälfte - Betriebsrentner den gesamten Krankenkassenbeitrag selbst zahlen. Das könnte man den Beamten z.B. ohne Weiteres auch zumuten. Gleichbehandlung? Fehlanzeige! Was der Beamte leisten muss weiß er übrigens vorher - seine Privilegien nimmt er ja schließlich auch! Fragen Sie ansonsten z.B. mal einen Fernfahrer nach seiner Jobsicherheit und was passiert, wenn er mal am Wochenende nicht fahren will. Sie brauchen hier somit weder mich noch irgendeinen zu belehren! MfG

#227 - 06.12.2018, 00:23 von spmc-12355639674612

Günstige Immobilien ...

Zitat von effing
Warum, ja warum wohl nicht? Also so wie ich das beobachten kann sieht es wie folgt aus: Wer jung ist muss jeden Cent sparen um überhaupt noch eine Chance zu haben irgendwann einmal die heutigen Preise für eine eigene Immobilie stemmen zu können. Bis dahin müssen vom Gehalt natürlich die ebenso hohen Mieten bezahlt werden. Die eigene Immobilie hat dabei eben immer noch Priorität vor anderen Formen der Altersvorsorge, weil Mini-Rente und hohe Miete ohne Wohneigentum im Alter nun mal nicht zusammen passen. Die Alten dagegen haben ihre Immobilie früher günstig gekauft, teils auch noch eine zweite, die jetzt vermietet wird und satt Kohle abwirft. Dazu kommen die derzeit noch stattlichen Renten/Pensionen. Wenn sich der/die Alte im (Vor-)Ruhestand also nicht weltreisend seines ganzen Geldes entledigt und das eigene Haus auch schon mit allem Schnickschnack ausgestattet ist, dann bleibt zum Zeitvertreib eigentlich nur noch das kurzweilige investieren (zocken) an Aktienmarkt.
Nun, das mit den günstig gekauften Immobilien ist so eine Sache. Es war nämlich so, dass man damals, als die Münchner Immobilienpreise nur ein Viertel der jetzigen waren, entsprechend hohe Zinsen auf das Darlehen bezahlen musste, was man sich damals, da man noch ein niedrigeres Gehalt bekam, ebenfalls nicht leisten konnte.

Normalerweise funktioniert die Anschaffung einer Immobilie zu Beginn von Niedrigzinsphasen am besten. Da manche Leute 2-3 Jahre für einen solchen Entschluss benötigen, steigen die Preise zu Beginn solcher Phasen noch nicht so schnell. In Deutschland war in bestimmten Städten (Berlin, München, Frankfurt, ...) ein Kauf im Jahr 2013/2014 am besten, da man Darlehen bereits zu niedrigen Zinsen bekam und die Immobilienpreise zwar bereits moderat angezogen hatten, aber noch nicht nach oben geschossen waren.

Das Problem ist nur, dass man vor einem Immobilienkauf ca. 10 Jahre lang Eigenkapital ansparen muss. Da junge Leute meist viel weniger verdienen als ältere, ist es ganz logisch, dass sich die wenigsten Jüngeren einfach so eine Immobilie kaufen können.

Für die Jüngeren wären Aktien jedoch eigentlich die interessanteste Anlageform, auch weil man sie kleinteilig und eben ohne allzu viel Eigenkapital anlegen kann. Bei vielen Jüngeren ist jedoch am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ...

#228 - 06.12.2018, 09:00 von JürgenZ

Schwankungen?

Die Idee ist, an der langfristigen Entwicklung von Aktien teilzuhaben.
Der Haken aber ist, dass die Märkte schwanken, Geld als aus dem Depot möglichst nur bei Hochständen abzurufen ist. Wenn ich in Rente gehe und gerade eine Finanzkriese herrscht, muss ich monatlich Geld entnehmen, was zur Rendite-Erhohlung im Portfolio gebraucht wird.
Und hier wird die Gesinnung deutlich. Menschen, deren monatliche Grundversorgung gedeckt ist, können sich leisten eine Delle auszusitzen. Die, die Merz hier anspricht, nicht. Aber was anderes passiert. Die Merzer dieser Welt sammeln die dann billigen Aktien der Rentenaufstocker bereitwillig ein, um sich in Hochzeiten "was zu gönnen".

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