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Strom für 50.000 Haushalte: EnBW baut Deutschlands größten Solarpark

picture alliance / dpa Der Energieversorger EnBW will östlich von Berlin die größte Solaranlage Deutschlands bauen - ohne staatliche Förderung.
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#90 - 07.02.2019, 14:31 von syracusa

Zitat von christian-h
An sich ist es eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Die Spitzen fallen an, wenn eben elektrische Verbraucher zugeschaltet werden (Heizung / Licht / Kochgeräte / Arbeitsgeräte / Unterhaltungselektronik etc.). Oder was ist Ihrer Ansicht nach die Ursache für den Spitzenlastbedarf?
Logischerweise spricht Ihr Vorredner gerade den mit Vorrang eingespeisten volatilen EE-Strom an. Dieser steht ja nicht gesichert zur Verfügung, so dass der aktuell eingespeiste volatile Strom von der Netzlast abgezogen werden muss. Die konventionellen Kraftwerke können demnach nicht mehr sinnvoll danach unterschieden werden, welche Lastbereiche von Grund- bis Spitzenlast sie abdecken. Zu alten Spitzenlastzeiten fällt mal viel und mal wenig EE-Strom an, der die konventionellen Kraftwerke mal in den Grunlastbereich drückt, und mal zu alten Grundlastzeiten in den Spitzenlastbereich. Genau das ist ja das Problem, das die Speicherkraftwerke aktuell haben.

Grund- und Mittellastkraftwerke haben demnach in einem Netz mit hohem EE-Anteil keine Existenzberechtigung mehr. Man benötigt schnell regelbare Kraftwerke, die aber nur auf ziemlich wenige Volllaststunden kommen. Und da sind nun mal Gaskraftwerke die wirtschaftlichste und auch sauberste Lösung, die zudem wg synthetischer Brennstoffe die Energiewende ideal begleiten und absichern können.

#91 - 07.02.2019, 15:05 von syracusa

Zitat von christian-h
Sie können diesen Umschlag nicht beliebig und schon gar nicht politisch unbegrenzt erhöhen.
Das muss ich ja auch nicht, denn es geht nicht um die Umschlaghäufigkeit, sondern ab wie hoher Umschlaghäufigkeit sich die Speicherung lohnt. Die Politik ist nur gefordert, dafür zu sorgen, dass für die Nutzung fossiler Brennstoffe die tatsächlich anfallenden Kosten bezahlt werden. Das ist bekanntlich bis dato nicht der Fall. Wird das bisherige Preismodell beibehalten, dann rechnet sich die Speicherung von EE-Strom vielleicht erst ab 60 oder 65% EE-Anteil. Mit angemessen hohen CO2-Abgaben rechnet sich das vielleicht schon ab 50% Anteil.

Die Speicherung ist ein rein ökonomisches Problem. Akkus und Pumpspeicherkraftwerke sind nun mal relativ teure Investitionen. Deren laufende Kapitalkosten stellen den größten Kostenfaktor dar, und das sind Fixkosten. Je größer die Energiemenge, auf die diese Kosten umgelegt werden können, um so billiger wird die Speicherung pro kWh. Akkus und PSKWs rechnen sich nur bei nahezu täglicher oder sogar noch kürzerem Umschlag der Kapazität. Wenn aber nur 10 mal im Jahr überhaupt speicherfähiger EE-Stromüberschuss anfällt, dann ist dessen Speicherung schlicht Unsinn.

#92 - 07.02.2019, 15:25 von christian-h

Angabe

Zitat von syracusa
1)Ich habe ganz im Gegenteil ausgesagt, dass EE-Strom genau dann gespeichert werden wird, wenn das nötig wird. Das ist heute noch bei weitem nicht der Fall. 2)derzeit werden durch volatile EE ca 30% des deutschen Stromverbrauchs gedeckt, ohne dass nennenswert EE-Strom gespeichert würde. 3)Der Strombedarf wird ausnahmslos *immer* lastgerecht gedeckt werden.
1) Das ist so falsch. Stromspeicher dienen zum einem als Bedarfsausgleich und zum anderen zur Netzstabilisierung.
Und da bis 2038 55GW an regelbarer Kraftwerksleistung wegfallen sollen ( das ist schon in 19 Jahren), müsste man heute schon mit der Speicherplanung beginnen, denn, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, Speicher in der benötigten Größenordnung baut man nicht über Nacht.

2) Wie immer ignorieren Sie den Grund, warum das alles noch so gut läuft, weil wir eben noch genug regelbare konv. Kraftwerksleistung am Netz haben, die zum einen das Netz stabil halten und dafür sorgen das einer bestimmten Last immer die entsprechende Einspeisung erfolgt.
Wobei das natürlich nicht ganz richtig ist, weil in Süddeutschland die Kraftwerkskapazitäten schon nicht mehr ausreichen und dort Kraftwerke von unseren Nachbarn angemietet werden müssen.

3) Das ist soweit richtig, weil die 50Hz immer gehalten werden müssen.
Sie dürfen dabei aber nicht ignorieren, wer die Lastabdeckung vornimmt.

#93 - 07.02.2019, 15:31 von christian-h

Angabe

Zitat von syracusa
Wenn konventionelle Kraftwerke als Reservekraftwerke vorgehalten werden müssen (was dann nur noch Erdgaskraftwerke sein werden), dann genau deshal, weil das nötig ist. Und was nötig ist, wird auch bezahlt.
Danke, das Sie meiner Aussage zustimmen, nur hier ist der Punkt, das die Bereitstellung dieser notwendigen Kraftwerksleistung teurer ist als die Vergütung die man dafür bekommt, also für den Betreiber unwirtschaftlich ist, siehe Irsching 4+5.
Nach Ihrer vorrigen Aussage würde dieser Fall nicht eintreten, da die Vorhaltung nur stattfinden sollte, wenn diese auch wirtschaftlich ist.

#82:
Zitat von
... EE-Strom wird erst dann gespeichert werden, wenn das wirtschaftlich wird....
Daher wäre die Frage zu stellen, warum Kraftwerksbetreiber unwirtschaftliche Kraftwerke vorhalten sollen, während man beim speichern von EE Strom auf die Wirtschaftlichkeit wartet.

#94 - 07.02.2019, 15:42 von christian-h

Angabe

Zitat von syracusa
1)Logischerweise spricht Ihr Vorredner gerade den mit Vorrang eingespeisten volatilen EE-Strom an. 2)Dieser steht ja nicht gesichert zur Verfügung, so dass der aktuell eingespeiste volatile Strom von der Netzlast abgezogen werden muss. 3)Man benötigt schnell regelbare Kraftwerke, die aber nur auf ziemlich wenige Volllaststunden kommen. Und da sind nun mal Gaskraftwerke die wirtschaftlichste und auch sauberste Lösung, die zudem wg synthetischer Brennstoffe die Energiewende ideal begleiten und absichern können.
1)Nein, in seinem Beitrag stellt er die Frage was die Ursache für die Spitzenlast ist, hat erstmal nichts mit der Abdeckung dieser zu tun.

2) Da volatil erzeugter Strom keine Grundlast abdecken kann müsste man Ihn von der Spitzen-/Mittellast abziehen.

3) Das könnte man machen, diese müssen dann aber entsprechend zügig geplant und gebaut werden.
Hinsichtlich synthetischer Brennstoffe, solange diese teurer sind als konv. Brennstoffe werden die kaum Verwendung finden.

#95 - 07.02.2019, 15:50 von tempus fugit

Genau,...

Zitat von christian-h
An sich ist es eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Die Spitzen fallen an, wenn eben elektrische Verbraucher zugeschaltet werden (Heizung / Licht / Kochgeräte / Arbeitsgeräte / Unterhaltungselektronik etc.). Oder was ist Ihrer Ansicht nach die Ursache für den Spitzenlastbedarf?
...Herr Scheuer!

Was bedingt denn - nachdem Sie sich unwissend stellen - die Stromlastspitzen morgens, mitttags und
abends?
Heizung läuft den ganzen Tag, Licht wohl auch, ab 16-17.00h machen viele Betriebe Arbeitsende,
da fällt dann deren Bedarf weg...

so - und jetzt noch ein bisschen ruckeln und anstrengen und dann?
Genau, morgens, mittags und abends wird in DE
- entgegen den Gepflogenheiten in anderen Ländern der EU und weltweit - der E-Herd angeworfen, der wirft das GKW u/o PSKW an, deren teuerer Strompreis gilt ab sofort für die gesamte Stromerzeugung - auch für die billigste Braunkohle-kWh aus Uraltstinkern und damit rattern die Geld-
druckmaschinen der EVU.
Ein recht einfach nachvollziehbare Masche, wird halt nur öfteres gestört durch Mittags-PV-Strom, durch
WKA die dieses perfide Abzocksystem ab und an ausbremsen.

Mal eine - konkrete - Frage: würde in DE mit Gas gekocht, welche Menge an Kochstrom würden in den 3 Tagesspitzen wegfallen? Und müssten - ergo -
auch nicht 'teuer' oder - im Umkehrfall gewinn-drosselnd - erzeugt werden?

Zeigen Sie mal, was Sie aus der - bsplsw. Agora -
Diagrammlinie rauslesen können...

#96 - 07.02.2019, 15:55 von mundi

Auch nachts gibt es Strom

Zitat von emil7685
Kann man nicht mal mit diesem absolut unseriösen "Strom für fünfzigtausend Haushalte" - Schmarrn aufhören? Ein Solarpark,egal wie groß,erzeugt Strom für exakt genau Null Haushalte. Es sei denn,die Haushalte verzichten Nachts auf Strom. Ähnlich ist es mit den "Fußballfeldern" als Flächenmaß. Kann man in Deutschland wirklich nicht mehr davon ausgehen dass Leser von Zeitungen wissen,was ein "Quadratmeter" oder ein "Hektar" ist?
Es gibt leistungsfähige Batterien, die für viel Haushalte einen Wochenbedarf speichern können. In China für sogar den Nachtstrom für eine Großstadt.
Auch in Braderup ( Schleswig-Holstein) können Batterien den Strom des Winparkes gut speichern.
Zwar sind sie noch recht teuer, aber ihre garantierte Lebensdauer beträgt über 20 Jahre .

#97 - 07.02.2019, 16:02 von christian-h

Angabe

Zitat von syracusa
1)Das muss ich ja auch nicht, denn es geht nicht um die Umschlaghäufigkeit, sondern ab wie hoher Umschlaghäufigkeit sich die Speicherung lohnt. 2)Die Politik ist nur gefordert, dafür zu sorgen, dass für die Nutzung fossiler Brennstoffe die tatsächlich anfallenden Kosten bezahlt werden. Das ist bekanntlich bis dato nicht der Fall. 3)Wenn aber nur 10 mal im Jahr überhaupt speicherfähiger EE-Stromüberschuss anfällt, dann ist dessen Speicherung schlicht Unsinn.
1) Die Umschlaghäufigkeit ist eben abhängig vom Börsenpreis (Spotmarkt).
Wenn Sie sich die Daten vom 04.02.2019 anschauen, dann liegt der Min. Wert im Zeitraum 03-04 Uhr mit 36,64Euro/MWh, der Max Wert im Zeitraum 08-09 Uhr mit 62,04Euro/MWh.
Macht eine Differenz von 25,4Euro/MWh oder 2,54ct/kWh.
Ob diese Spanne ausreicht um ein PSKW wirtschaftlich zu betreiben ist da fraglich, zumal im Zeitraum 11 - 23 Uhr die Preise nur noch zwischen 41,49 und 58,54Euro/MWh schwanken, ergo die Differenz nur noch max. 17,05Euro/MWh oder 1,705ct/kWh beträgt.
Da der Wirkungsgrad eines PSKW bei etwa 75% liegt müsste bei einem Einkaufspreis von 41,49Euro/MWh der Verkaufspreis bei mind. 55,32Euro/MWh liegen damit nur der Wirkungsgradverlust kompensiert werden kann, die Betriebskosten kommen da noch dazu.
Ergo würde sich an so einem Tag nur der Stromeinkauf/-verkauf im Zeitraum 03-09 Uhr für ein PSKW halbwegs lohnen.

2) Das ist bei allen Produkten so. Müssten Sie den "realen" Preis bezahlen dann könnten Sie sich auch keinen EE Strom leisten, denn diese werden überwiegen durch konv. Energie erst hergestellt und diese würden den Preis eben auf die Produkte umlegen.

3) Sie machen immer noch den Fehler nur EE Überschüsse speichern zu wollen. So funktioniert das nunmal nicht.
Im Jahresdurchschnitt kommen die EE auf ca. 40% Lastabdeckung.
Tatsachlich schwankt die Lastabdeckung zwischen 10% - 90%, d.h. Sie müssen für den 10% Fall 90%+X an anderweitigen Kraftwerkskapazitäten vorhalten.
Mit Speicher könnten Sie die Prozente der Lastabdeckung auf z.B. 30-50% bringen und müssten nur noch 70%+X an anderweitigen Kraftwerkskapazitäten vorhalten.

#98 - 07.02.2019, 16:12 von mundi

[QUOTE=fatherted98;72348543] Zitat von vox veritas
Da wird tatsächlich eine Anlage aufgestellt, die 50000 Haushalte versorgen kann. Eine Leistung auf die man wirklich stolz sein darf. Dazu aber zwei Fragen: 1. Was ist mit der Bodenversiegelung ..../QUOTE] ....was denn für eine Bodenversiegelung bitte....als ob Solarpanels auf Beton oder Asphaltböden stehen....evtl. schauen sie sich mal das Bild über dem Artikel an bevor Sie so etwas ablassen.
Der Forist meint, dass unter den Panelen weder Mais noch Getreide angebaut werden können, nur Schatten Gewächse....

#99 - 07.02.2019, 16:33 von syracusa

Zitat von christian-h
1) Das ist so falsch. Stromspeicher dienen zum einem als Bedarfsausgleich und zum anderen zur Netzstabilisierung. Und da bis 2038 55GW an regelbarer Kraftwerksleistung wegfallen sollen ( das ist schon in 19 Jahren), müsste man heute schon mit der Speicherplanung beginnen, denn, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, Speicher in der benötigten Größenordnung baut man nicht über Nacht.
Das ist Unsinn. Wegfallen sollen bis 2038 nur die Atom- und Kohlekraftwerke. Diese werden, so weit Bedarf besteht, auch durch Gaskraftwerke ersetzt. Ihre Aussage ist also falsch, denn es entfallen keineswegs 55 GW ersatzlos.

Zudem ignorieren Sie, dass wir ganz erhebliche Überkapazitäten an konventionellen Kraftwerken haben. Ein guter Teil dieser wegfallenden 55 GW Kapazität wird schlicht nicht gebraucht.

Es gibt absolut keinen Anlass zu Befürchtungen, dass so viel konventionelle Kraftwerksleistung wegfällt, dass bei den ominösen "Dunkelflauten" das deutsche Stromnetz zusammen bricht. Jetzt schon Speicher für das Abfangen volatiler EE aufzubauen wäre der pure Wahnsinn. Die jetzt gebauten Akkus wären dann, wenn man sie erstmals benötigt, schon längst wieder am Ende ihrer Lebenszeit angekommen.

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