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Subunternehmer-Gesetz für Zusteller: So sollen Paketboten vor Ausbeutung geschützt we

Jan Woitas / DPA Gegen Hungerlohn und für Sozialbeiträge: Die GroKo hat sich auf ein Gesetz geeinigt, damit Paketzusteller nicht länger ausgenutzt werden. Was das für Mitarbeiter und Versandfirmen genau bedeutet.
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#1 - 15.05.2019, 16:39 von werner.zillig

Naheliegende Veränderungen

Wenn, vor allem in mehrstöckigen Häusern, vor dem Haus ein großer Paketbriefkasten wäre, würde wahrscheinlich schon mal viel Stress weggenommen. Auch für die Adressaten, die dann nicht extra losfahren müssen, wenn die mal nicht da waren.

Und es spricht nichts dagegen, dass sich, wie im Restaurant, die Sitte einbürgert, dem Paketboten ein Trinkgeld in die Hand drückt. Jede Zustellung 1 Euro Trinkgeld, da ließe sich wahrscheinlich ganz gut was davon kaufen.

#2 - 15.05.2019, 16:52 von lanas

Verbraucher sind also die Schuldigen

Selbe Diskussion wie beim Fleisch etc.
NATÜRLICH kaufen viele da, wo es am günstigsten ist. Wenn jemand null Versandkosten nimmt und der andere nimmt 5, dann kauft man beim ersteren (gleiche Preise vorausgesetzt).
Da hat nichts damit zu tun dass ich die 5 Euro nicht bezahlen würde.

Jetzt treten Unternehmen per Preisschlacht, weil sie sich durch nichts anderes unterscheiden, in den Wettbewerb.
Wie soll man als Verbraucher gut unterscheiden, was noch ein angemessener Preis ist und ab wann es unmoralisch ist, dort zu kaufen?
Sicher gibt es Anhaltspunkte, aber kann man das wirklich bei jedem Produkt differenziert zu 100 Prozent wissen?
Es braucht Mindeststandards! Und wenn Lobbyisten bei jeder Verschärfung von Vorschriften den Untergang des Abendlandes herbeirufen, brauchen sie sich nicht zu wundern wenn man ihre Einwände nicht mehr ernst nehmen kann.

#3 - 15.05.2019, 17:00 von stadtberger

Man bekommt...

was man bezahlt!

Es war und ist absehbar dass es so nicht weitergehen konnte und kann. Habe letztens ein Paket via UPS versandt und bezahlte auch 14,- Euro. Als Bekannte davon erfuhren, meinten Einige dass dies mit anderen KEP-Diensten wesentlich günstiger gewesen wäre. Das stimmt sogar, ABER in welchem Zustand wäre das Paket abgekommen? Auf diese Gegenfrage wurden dann die Besserwisser schon merklich ruhiger. Qualität hat nun mal ihren Preis und jeder sollte sich an die eigene Nase fassen und sich daran erinnern das Alles immer etwas kostet.

#4 - 15.05.2019, 17:07 von Schartin Mulz

Das ist eine Unterstellung

"Der Preisdruck, der auf der Branche lastet, nimmt seinen Anfang übrigens bei den Verbrauchern, die nicht bereit sind, die Lieferung anständig zu bezahlen."
Verbraucher zahlen den Preis, der ihnen geboten wird. Dumpingpreise werden von Unternehmen angeboten, um sich einen Vorteil gegenüber anderen Unternehmen zu verschaffen. Nicht um den Verbrauchern einen Gefallen zu tun.
Wenn die Lieferung aufgrund der Gesetzesänderung teurer wird, werden sich die Verbraucher trotzdem die Waren liefern lassen. Solange es keine Schlupflöcher für einzelne Unternehmen gibt, die Regeln zu unterlaufen. Das aber ist Sache des Gesetzgebers, nicht der Verbraucher.

#5 - 15.05.2019, 17:08 von KickIt

Der Kunde ist mal wieder schuld

Und wieder einmal ist am Ende der Kunde Schuld, der angeblich nicht bereit ist, mehr zu bezahlen. So ein Quatsch. Als ob ich als Kunde da was mitzureden hätte. Ein Paket verschicken kostet, was der Anbieter verlangt. Entweder es lohnt sich im Verhältnis zum Wert des Inhaltes oder eben nicht. Im ersten Fall verschicke bzw. bestelle ich die Ware, im zweiten Fall gehe ich in den Laden. Der Preiskampf der Anbieter (bei Ausbeutung der Zusteller) führt doch nur dazu, dass es sich bei immer günstigeren Waren lohnt, sie zu bestellen.

#6 - 15.05.2019, 17:15 von draco2007

Zitat von werner.zillig
Wenn, vor allem in mehrstöckigen Häusern, vor dem Haus ein großer Paketbriefkasten wäre, würde wahrscheinlich schon mal viel Stress weggenommen. Auch für die Adressaten, die dann nicht extra losfahren müssen, wenn die mal nicht da waren. Und es spricht nichts dagegen, dass sich, wie im Restaurant, die Sitte einbürgert, dem Paketboten ein Trinkgeld in die Hand drückt. Jede Zustellung 1 Euro Trinkgeld, da ließe sich wahrscheinlich ganz gut was davon kaufen.
Trinkgeld ist meiner Meinung nach immer die schlechteste Möglichkeit.

Von dem Euro werden weder Steuern abgeführt, noch etwas in die Sozialkassen eingezahlt.
Wenn sie in der Stunde 5 Kunden beliefern und damit 5€ Extra an Stundenlohn kassieren, so wirkt sich das NULL auf ihre Rente aus. Es sei denn sie investieren selbst.
Das wird nicht passieren und am Ende wird wieder gejammert, dass man Grundsicherung braucht.

Das passiert gerne in der Gastro oder beim Friseur. Trinkgeld wird eingesackt, aber nicht in Vorsorge gesteckt.

Ich bin gerne bereit den Euro mehr beim Versand zu bezahlen, aber dann eben korrekt versteuert und sozialversichert.

#7 - 15.05.2019, 17:18 von albatross507

Bürokratie

Der Staat hat bereits alle Mittel, die Subunternehmer zu kontrollieren. Es wird aber lieber Bürokratie geschaffen. Der Sienstleister muss dem Staat die Kontrollen abnehmen, um dann wiederum vom Staat kontrolliert zu werden. Die Mehrkosten landen nicht bei den 0,2% der unterbezahlten Zusteller in Form von Lohn, sondern zuerst in der Verwaltung der Paketdienste, die dann wiederum schauen, ob sie die Kosten auf ihre Kunden abwälzen oder lieber Personal an anderer Stelle abbauen.

#8 - 15.05.2019, 17:24 von view3000

Da muss man die Groko und die Gewerkschaft doch einmal richtig loben. Zusammen mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach Zeiterfassungssysteme eingeführt werden müssen, wird da sicherlich in der Paketbranche noch so mancher Missstand korrigiert werden. Die Dienstleister müssen von Amazon und Co. ordentliche Frachtraten einfordern, die ihnen ein würdiges und korrektes Arbeiten ermöglichen.

#9 - 15.05.2019, 17:26 von draco2007

"Der Preisdruck, der auf der Branche lastet, nimmt seinen Anfang übrigens bei den Verbrauchern, die nicht bereit sind, die Lieferung anständig zu bezahlen."

Aha? Sorry, das ist Käse. Auch wenn etwas versandkostenfrei ist, kann der Paketzusteller anständig bezahlt werden, wenn das Produkt entsprechend teurer gemacht ist.

Ich kann als Kunde schlicht nicht sehen, ob der Paketzusteller anständig bezahlt wird.
SELBST wenn ich 10€ Versandgebühren bezahlt, wer garantiert mir, dass das beim Fahrer ankommt?

Das ist einfach hanebüchener Unsinn. Mag stimmen, wenn ich persönlich ein Paket verschicke. Aber das dürfte nur ein minimaler Bruchteil der ganzen Pakete sein.

Das einzige WAS ich hin und wieder entscheiden kann, ist mit welchem Paketdienstleister versandt wird. Aber auch da, kann ich nicht nach fairer Bezahlung entscheiden, sondern nur nach der beobachteten Qualität. Die von Ort zu Ort, oder gar von Fahrer zu Fahrer, sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Unser Frischfleisch für die Hunde bestelle ich z.B. nur noch über UPS (oder DPD wenn Samstags), weil die DHL einfach zu unfähig ist, mit Tiefkühlware richtig umzugehen. Sind aber auch nur 4€ extra, bei einem Paket mit ~20kg. Obs das rausreißt.

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