Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Wirtschaft

Türkei-Krise: Erdogans Rendezvous mit der Wirklichkeit

AFP Lange sperrte sich der türkische Präsident gegen höhere Zinsen, nun steigen sie überraschend stark. Die Intervention der Zentralbank dürfte der türkischen Wirtschaft trotzdem nur eine kurze Atempause verschaffen.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/5    
#1 - 13.09.2018, 16:00 von Carlos Gardel

Erdoğan kann die Krise nicht lösen.

Damals wie Reagan gesagt hat: Erdoğan kann das Problem (sprich: die Ökonomische Krise) nicht lösen, Erdoğan ist das (Haupt-)Problem. Schon einige Schritte zur Lösung der krise, egal in welchem Sinne, sei es liberaler Natur odes sei es linker, würde bedeuten dass seine Machtstruktur anfängen würde zu schrumpfen. Und das wäre eine sich beschleunigende Prozess. Sein Ende würde sehr schnell kommen.

#2 - 13.09.2018, 16:01 von Antalyaner

Kleines Beispiel

Gestern hat ein Freund von mir über das Internet beim Media Markt ein verbilligtes iPad für 1700 türkische Lira bestellt. Die Ware sollte dann beim hiesigen Markt abgeholt werden. Am Spätnachmittag bekam er dann von der Marktleitung einen Anruf, ob er denn heute noch vorbei kommen und das Gerät in Empfang nehmen würde. Ganz verdutzt über diese ungewöhnliche Nachricht machte er sich auf den Weg und holte das iPad ab. Heute wurde klar, warum er diesen Anruf bekam. Das gleiche Gerät kostet heute, also nur einen Tag später, 2700 TL. Eine Teuerung von sage und schreibe 1000 TL in nur einem Tag. So etwas hält KEINE Regierung auf Dauer aus.

#3 - 13.09.2018, 16:07 von makeup

Ich hoffe seine Wähler hier in Deutschland untertützen ihn

und wechseln ihr sauer verdientes Geld in türkische Lira.

#4 - 13.09.2018, 16:15 von Barças Superstar

Am Ende,

so zeigt es uns wiederholt die Geschichte, scheitern alle Chauvinisten, die sich und ihre Gruppe für überlegen halten. Hier zeigt sich auch die Schwäche der Demokratie, die es Despoten wiederholt ermöglicht mittels Vortäuschung, Lügen und nciht einhaltbaren Versprechungen parlamentarische Mehrheiten und somit Macht und Einfluss zu erringen. Insofern kann man auch thematisieren, dass verführte und verblendete Wähler die Demokratie missbrauchen, wenn sie Partein wählen, die nicht dem Allgemeinwohl sondern der Überlegenheit der eigenen Gruppe verpflichtet sind. Zum Chauvinismus gehört auch der Narzissmus, der dem Anführer Fehlerlosigkeit "attestiert". Das kann man am Twitter-Verhalten mancher Politiker erkennen. Der Blick in die USA wird uns ähnliche Entwicklungen aufzeigen. Die Frage ist, wie viel Schaden bis zum Zusammenbruch angerichtet worden ist. Wahre Leader setzen sich für ihre Leute ein und opfern nicht ihre Leute für ihre Ziele.

#5 - 13.09.2018, 16:32 von outlander

Hochmut kommt vor dem Fall

Auch für einen größenwahnsinnigen wie Erdogan gelten die Naturgesetze. In diesem Fall die Gesetze des Marktes und der daraus resultierenden Konsequenzen. Das ist ja die Kunst der Volkswirtschaft, eine Balance zwischen Wirtschaftswachstum, Zinsen, Inflation, Kreditfinanzierung, Steuerpolitik und Lohnniveau zu haben. Der pure Wille eines möchtegern Machtmenschen reicht allein nicht aus. Ich empfehle dem Großmaul vom Bosporus auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen und ein paar Gastsemester in VWL und BWL an einer renomierten Universität zu belegen. Das wird aber an dem fortgeschrittenem Altersstarrsinn scheitern. Viel Glück den Türken, die Erdogan nicht gewählt haben. Die anderen haben es nicht besser verdient.

#6 - 13.09.2018, 16:34 von jenli

Die türkische Blase ...

... blähte sich auf, wie die spanische Baublase. Irgendwann ist die Luft raus und dann platzt sie. Hinzu kommt die negative Handelsbilanz der Türkei, die dazu führt, dass die den Export überschießenden Importe mit Krediten beglichen werden müssen. Schlimm in Zeiten, in denen die eigene Währung verfällt. Die hohe private Verschuldung in der Türkei verschärft die Probleme für Erdogan, denn Zinserhöhungen haben schlimme Konsequenzen für den ganz normalen Mann auf der Straße, der verführt durch Erdogan während des letzten Jahrzehnts durch Schulden aufnehmen über seine Verhältnisse gelebt hat.

#7 - 13.09.2018, 16:35 von MyMoon

Zum Vortag

Fehlmeldung, Unwissenheit oder absichtliche Fehlinterpretation?
Die Euro ist nach der Meldung erst um ca. 5% gesunken und dann wieder etwas angestiegen ,aber zum Vortag immer noch 2,5% zur türkischen Lira gesunken. Euro-Lira Tagescharts kann man googlen.

Sie können aber weiter täglich Wasserstandsmeldungen über die türkische Währung oder Innenpolitik verbreiten, Erdogan wird trotzdem in der Türkei beliebt sein.
Die Menschen die dort leben oder auch vor 2002 die Türkei besucht haben wissen was sich Dank Ihm und der AKP alles verbessert hat. Das können auch keine ausländischen Medien wegschreiben.
Aber trotzdem, netter Versuch.

#8 - 13.09.2018, 16:50 von quark2@mailinator.com

Warum genau hat sich das BIP der Türkei seit 2000 eigentlich so enorm entwickelt ? Sind das rein rechnerische Gewinne, die wieder verschwinden, oder hat das langfristig Substanz ?

#9 - 13.09.2018, 16:59 von hansaeuropa

soviel zur Unabhängigkeit der Zentralbank

schlimm, dass die Zentralbank Politik gehen die eigene Volkswirtschaft machen kann. Ohne Konsequenzen und der ahnungslose Westen jubelt auch noch.

    Seite 1/5