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Ungereimtheiten bei Wohn-Nebenkosten: Vonovia lässt sich entlasten

DPA Macht Deutschlands größter Wohnungskonzern Kasse mit den Nebenkosten seiner Mieter? Nach entsprechenden Vorwürfen hat Vonovia nun einen Fall prüfen lassen. Doch das Ergebnis lässt viele Fragen offen.
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#1 - 26.07.2018, 22:15 von mydryn

Nicht was wirklich Neues

Vonovia scheint die kapitalistische "Neue Heimat" zu sein. Wenn Tochterfirmen für ihre Mutter arbeiten, ziehen immer die Zahlenden den kürzeren. Bei solchen Konstellationen ist der Mißbrauch vorprogrammiert.

#2 - 26.07.2018, 22:35 von andreasbln

hausgemachtes Problem durch Rechtsprechung

Seit Jahren, ohne dass die breite Öffentlichkeit hiervon Kenntnis nehmen würde, werden immer wieder sehr vermieterfreundliche Urteile von Landgerichten und dem BGH in Bezug auf Nebenkostenabrechnungen gefällt. Man gewinnt den Eindruck es herrscht die Auffassung: Mieter sollen froh sein, dass sie irgendwo wohnen dürfen, Klappe halten und gefälligst zahlen. Die formellen Anforderungen an Nebenkostenabrechnungen wurden auf ein Minimum runtergeschraubt, Transparenz Fehlanzeige, die Abrechnung gilt als richtig und der Mieter muss im Zweifel beweisen, dass sie falsch ist. Schätzungen sind auch fast immer ok, die Trennung zwischen Gewerbe- und Wohnraumsteuer ist auch obsolet, was teilweise zu grotesken Ergebnissen führt, Vermieter dürfen ihre Angestellten für Mindestlohn das Haus reinigen lassen und gegenüber den Mietern mit hypothetischen Marktpreisen abrechnen und und und.. die Liste ist endlos. Im Ergebnis ist es die Lizenz zum Gelddrucken nur sind manche so doof, sich dabei erwischen zu lassen. Die Diskrepanzen zwischen der Menge der eingekauften und und der bei den Mieterin abgelesenen Energiemenge ist nicht selten. Wo diese Mengen bleiben, ob die wirklich geliefert wurden, weiß in der Regel kein Mensch und viele bemerken es gar nicht, weil man mathematisch ganz auf Zack sein muss, derartige Dinge im Wust einer ach so einfachen und für den durchschnittlichen Mieter locker nachvollziehbaren Abrechnung überhaupt zu erkennen. Ironie aus. Die Landrichter werden ihnen bestätigen, dass das doch alles ganz einfach und nachvollziehbar ist. Im Zweifel wird irgendwer wie beim Wasserverbrauch auf die Idee des Schlupfes kommen, dass einfach bei alten Heizungssystemen eine Menge von bis zu 20% irgendwo verdampft oder es nach DIN Schieß-Mich-Tot eine Menge Rohrwärmeverluste gäbe und dass das alles keine Grund sei, die Abrechnung nicht zu bezahlen. Das Wärmecontracting selbst ist eh ein Thema für sich. Auch das hat BGH in einer schwachen Stunde abgesegnet und damit ebenfalls eine Gelddruckmaschine angeschmissen, die dazu führte, dass manche Mieter mal locker das 3,5 pro Megawattstunde Fernwärme berappen sollen. Alles kein Problem. Gebot der Wirtschaftlichkeit ? Ach woher, der Contractor wird ja immer das Neueste einbauen und warten und reparieren.. ja klar. Mieter haben in diesem Land keine Lobby und höchstens wenn mal so ein werbewirksames Urteil zu den blöden Schönheitsreparaturen zugunsten der Mieter gefällt wird, dann steht's in der Zeitung. Zu § 272 Absatz 4 ZPO würde ich gerne mal die Erklärung eines Verfassungsrechtlers hören wie das passieren konnte und warum sich niemand dran stört, auch nicht die SPD, die den Bockmist mitverbrochen hat.

#3 - 26.07.2018, 23:17 von dasfred

Dieses Konstrukt muss dringend geregelt werden

Es wurde schon vor Jahren verboten, Maklerprovision zu verlangen, wenn Makler und Vermieter identisch sind. Hausmeister Dienste dürfen eben auch nur soweit berechnet werden, wie Lohn für den Hausmeister anfällt. Vergibt man die Dienste an eine Fremdfirma, fallen die Kosten an die diese Firma in Rechnung stellt. Gehört allerdings diese Firma zum Geflecht des Vermieters, so können leere Kosten generiert werden, gegen die der Mieter keine Handhabe hat. Da hilft nur das Verbot oder die Pflicht, die Kosten nachweislich marktüblich zu bestimmen. Mit dieser Konstruktion kann man jede Mietpreis Bremse umgehen. Nettomiete im gesetzlichen Rahmen halten und nebenbei bei den Nebenkosten Gewinn machen darf sich nicht als Geschäftsmodell ausweiten.

#4 - 26.07.2018, 23:49 von Circular

In Vonovia ist die Neue Heimat aufgegangen

Zitat von mydryn
Vonovia scheint die kapitalistische "Neue Heimat" zu sein. Wenn Tochterfirmen für ihre Mutter arbeiten, ziehen immer die Zahlenden den kürzeren. Bei solchen Konstellationen ist der Mißbrauch vorprogrammiert.
Die Geschichte ist sogar ziemlich gradlinig von Neue Heimat über Gagfah zu Deutsche Annington, die heute Vonovia heißt.

#5 - 27.07.2018, 07:17 von grabenkaempfer

"Nun ist das von Vonovia in Auftrag gegebene Gutachten da" noch Fragen?

#6 - 27.07.2018, 08:19 von permissiveactionlink

Bis vor einiger Zeit

wurde die Abrechnung des Versorgers an meinem Wohnort zwischen zwei Ableseterminen erstellt. Das war sehr genau, passte aber nicht zur Abrechnungsperiode, denn die Ableser können kaum jeden Haushalt abends am 31.12 ablesen. Mittlerweile läuft es anders : Der Ableser kommt wie eh und je irgendwann im Dezember, der Verbrauch bis Ende Dezember wird geschätzt und die Rechnung für den Zeitraum vom 01.01 bis 31.12 erstellt. Die Schätzungen zeigen geringfügige Abweichungen zum tatsächlichen Verbrauch, ja. Aber man kann auch die Zählerstände am 31.12 selbst ablesen und dem Versorger mitteilen. Der macht eine kurze Plausibilitätsprüfung und übernimmt diese Werte. Warum schickt die Vonovia nicht ihren Hausmeister und einen Bewohner als Zeugen am 31.12 in den verschlossenen Keller mit dem Fernwärme-Wärmemengenzähler und lässt diesen ablesen ? Die Rheinenergie würde diesen exakteren Ablesewert gewiss akzeptieren, wenn er mit ihren eigenen Ablesewerten korreliert. Tipp : Glaubt man, dass der Zähler eines Versorgers eindeutig zu viel misst, dann sollte man sich immer an das zuständige Eichamt wenden, keinesfalls jedoch an den Versorger : Der kommt vorbei, baut den Zähler aus, behauptet er sei vollkommen in Ordnung und lässt ihn dann verschwinden. "Den haben wir schon entsorgt" erfährt man dann auf Anfrage !

#7 - 27.07.2018, 08:28 von nic

Warum muss in so einem Fall kein unabhängiger Gutachter ran?

#8 - 27.07.2018, 09:52 von georgorwellsbruder

... und bin so klug als wie zuvor

Erst seit 01. 10. 2017 bin ich Mieter der profitorientierten VONOVIA.
Von Beginn an fehlten Wasseruhren und " Heizungsableser ". VONOVIA versprach im Wohnuguebergabeprotokoll diese Missstaende zu beseitigen. Viele viele diesbezuegliche Gespraeche mit dem sog. Objektbetreuer verliefen komplett ergebnislos. Daraufhin bat ich 2 mal per Einschreiben/ Rueckschein um Beseitigung dieser Maengel. Wieder passierte ganz genau nichts. Geschockt darueber dass die VONOVIA nicht einmal antwortet bin ich dann ( fuer mich kostenpflichtig ) im April 2018 in den Deutschen Mieterbund ( DMB ) eingetreten. Gut 8 Monate nach meinem Einzug wurden dann endlich alle " Zaehler " installiert. Meine Fragen mit welchen Ablesestaenden mein Mietverhaeltnis begann sind bis heute " einfach " unbeantwortet.
Ich fuehle mich von VONOVIA komplett unserioes behandelt. Es ist ne Frechheit wie Kundenabweisend dieser " Verein " agiert.
Ich muss extrem dumm sein, denn die mir seit wenigen Tagen vorliegende Heizkostenabrechnung fuer 2017 verstehe ich einfach nicht. Nichts darin kann ich nachvollziehen. Am 02. 08. 2018 habe ich nun wieder einen Termin beim DMB, denn ich misstraue dieser Abrechnung.
Mein Eindruck ist, VONOVIA will nicht verbrauchsabhaengig abrechnen.
Eigentlich sollte dies hier meine letzte Wohnung sein die ich angemietet habe. Nun aber bin ich am ueberlegen der VONOVIA fuer den Rest meiner irdischen Tage den Ruecken zu kehren.
Wie die mit ihren Kunden umgehen ist ne Frechheit !!!

#9 - 27.07.2018, 10:20 von Redigel

Dr.

Bei uns in Leipzig hat vonovia ebenfalls Wohnungen übernommen. Irrwitzigerweise stiegen meine wasserkosten von 51 Euro auf 101 Euro. mein Verbrauch ist allerdings niemals dermaßen gestiegen. Seitdem halte ich diesen Verein für etwas mafiös...

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