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Wirtschaft

US-Attacken auf Nord Stream 2: Die Sabotage

DPA US-Botschafter Richard Grenell droht deutschen Firmen unverhohlen mit Strafen wegen des Baus von Nord Stream 2. Berlin hält an der Gaspipeline fest. Zurecht - oder hat Kanzlerin Merkel Fehler gemacht?
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#1 - 14.01.2019, 23:20 von rrippler

Wieso nur die Bundesregierung ???

In sehr vielen europäischen Staaten haben zur selben Zeit die jeweiligen amerikanischen Botschaften die selbe Drohkampagne gestartet. So verlautete es aus dem Amt für transatlantische Beziehungen. Das ist nur ein Feldzug von Trump gegen Europa, nichts weiter. Wahrscheinlich fiel ihm mal gerade nichts Lustiges zum Twittern ein, und wir haben ja das Recht auf einen Lacher pro Tag.

#2 - 14.01.2019, 23:26 von anja-boettcher1

Rationale und sachliche Verfolgung gesamteuropäischer Interessen

Die gesicherte Energieversorgung Europas ist ein gesamteuropäisches Interesse, das wohl nur Länder abschätzen können, deren wirtschaftliches Potenzial einen großen Teil der europäischen Bürger ernährt. Dies sind tendenziell auch die Länder des Baltikums und letztendlich auch Polen, deren durch US-Lobbyismus geprägte derzeitige Politiker keineswegs im Interesse ihrer Bevölkerungsmehrheiten agieren, sondern kurzfristig Gefallen an US-Umschmeichelungen haben.

Die europäische Wirtschaft muss langfristig die Menschen hier ernähren können und das geht nicht, wenn sie als Sparschwein der USA herhalten, die nur Kapital aus Europa für eigene hegemoniale Bedürfnisse abziehen wollen. Als Zwangskunden ökologisch desaströsen und völlig überteuerten US-Frackinggas wird Europa als Wirtschaftsstandort gegen Asien abschmieren. Den USA ist es egal - sie haben längst ihren Schwerpunkt nach Asien verlegt - und wollen Europa durchaus auch als Konkurrenten erledigen.

Die ganze Schmierenkomödie zeigt, dass es eine Dummheit hoch hundert von Westeuropa war, sich überhaupt auf den von den USA vorangetriebenen Konfrontationskurs gegen Russland einzulassen. Nuland wusste, was sie mit "Fuck the EU" wusste. Kleine osteuropäische Staaten mit einer Bevölkerung knapp höher als die Kölns wissen das nicht. Wenn Europa Russland ganz in de Arme China treibt - und Energiehunger haben die genug in Asien, ist Europa gekniffen. Wir brauchen die Russen als Brücke und Mediator zu Asien - und Russen, die sich eigentlich immer näher bei Europa sahen, sind noch zumindest bereit, zwischen Kontakten zwischen Europa und Asien auszubalancieren.

Europa muss sich davon verabschieden, die USA als "benevolent hegemon" zu betrachten. Mit "America first" sind wir für die nur Konkurrenten. Es wird Zeit für einen Abschied, der uns gut tun wird.

#3 - 14.01.2019, 23:33 von runn

ich versteh nur Bahnhof

Eine kurze Einordnung bitte,
"inzwischen so aufgeladen, dass er Deutschlands Ruf in der EU beschädigt"
Wäre denn der LNG preis pro kwh annähernd Konkurrenzfähig?
Kauft mehr Pellets!

#4 - 14.01.2019, 23:39 von Filsbachlerche

Bauchgrimmen

Grenell reagiert mit seinen Aussagen nur auf das Bauchgrimmen des derzeitigen POTUS, DT, am jeweiligen Tag.
Das ursächliche Bauchgrimmen ändert sich jedoch von Tag zu Tag, manchmal auch stündlich, manchmal noch schneller.
Ebenso schnell ändern sich die Aussagen des Herrn Grenell.

Deutschland sollte in der derzeitigen Situation diese Äußerungen einfach erst einmal ad acta legen.
Wie sagte schon Kissinger vor knapp 30 Jahren: „Staaten kennen keine Freundschaften, sondern nur Interessen“!

OK. Laßt uns unseren Interessen folgen.

Was Trittin angeht:
Wenn man von der Braunkohlen- und Schwerölverbrennung Abstand nehmen will, bleibt bis zum Ausbau eines funktionierenden, flächendeckenden Stromnetzes von der Nordsee bis an die Alpen und von Dresden bis Saarbrücken nur das Gas als alternative Energiequelle übrig. Dabei kann für die nächsten Jahrzehnte nur Rußland als dauerhafter und zuverlässiger Lieferant in Frage kommen.

#5 - 14.01.2019, 23:40 von eggshen

Mit Appeasement...

wird man der aktuellen US-Administration nicht beikommen. Als Deutscher bin ich es langsam leid, daß uns ein (ehemaliger) Partner laufend an's Bein pinkelt und uns auf verschiedenen Ebenen ständig unter Druck setzt.
Insofern würde ich mir wünschen, daß unsere Regierung endlich mal ein klares, selbstbewußtes und souveränes Signal setzt und diesen unsäglichen US-Botschafter schnellstmöglich ausweist.

#6 - 14.01.2019, 23:41 von nurEinGast

ist schon interessant,

letztlich geht es allen nur ums deutsche Geld. Den Osteuropäern für ihre Transitgebühren, den Amis als Absatzmarkt ihres minderwertigen und umweltpolitisch beddenklichen Frackinggases.

Und was der deutsche Bürger will, interessiert hier niemanden.

Sind wir als Land schon so bedeutungslos geworden dass sich jeder an uns nach Gutdünken bedienen kann?
Sind wir nur noch die Zahldeppen Europas und der Welt?

Vielleicht sollten wir- oder unsere Regierung einfach mal die Rolle Deutschlands in der Welt überdenken.

Vielleicht ist die Rolle als willfähriger Follower für die Kriegstreiber dieser Welt vielleicht doch nicht der richtige Weg. Vielleicht wird "Deutschlands Freiheit" nicht "am Hindukusch" sondern in den Gremien des EU-Parlamentes und in der amerikanischen Botschaft verteidigt.

Wie man es dreht und wendet- diese Sache wirft ein sehr schlechtes Licht auf Nachbarn und angebliche Freunde. Und letztendlich wird man sich hierzulande überlegen müssen, WER mit Deutschland befreundet ist. Und ob wir uns vielleicht nicht besser auf uns selbst konzentrieren und die Welt Welt sein lassen sollten.

#7 - 14.01.2019, 23:43 von willibaldus

Vielleicht sollten wir den am Bau der Keystone Pipeline beteiligten Firmen mit Sanktionen drohen, weil wir das Projekt für gegen die Souveränität der nordamerikanischen Länder gerichtet halten und außerdem auch noch für total umweltschädlich.

#8 - 14.01.2019, 23:48 von jkroeger

Botschafter mindestens offiziell rügen

Was Grenell in Deutschland veranstaltet, muss man nicht hinnehmen. Der Mann schadet den Beziehungen zwischen den Staaten. Das mag zwar bei seiner Entsendung der Plan gewesen sein, aber er überschreitet regelmäßig Grenzen eines Diplomaten.
North Stream 2 wird ganz offensichtlich gebraucht, auch um weniger erpressbar zu sein.

#9 - 14.01.2019, 23:53 von DOC0511

Immer das Gleiche

Es springt einem geradezu ins Auge. Die US-Regierung will einen Keil zwischen Europa und Russland treiben. So kritisch ich auch bin bezüglich der EU, so bin ich hier noch mehr kritisch erregbar. Die USA sollten sich endlich aus den Angelegenheiten Europas raushalten. Erst kürzlich hat der CH-Geheimdienst Informationen abgefangen, nach denen die CIA Foltergefängnisse in der Ukraine betreibt. Auf europäischem Boden. Zum Schämen. Europa sollte sich rohstofftechnisch nicht von den USA dreinreden lassen.

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