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Wissenschaft

Abstürze der Boeing 737 Max: Welche Rolle spielten die Piloten?

REUTERS Bei der Untersuchung der beiden Abstürze der Boeing 737 Max wird es auch um die Verantwortung der Piloten gehen. Das problematische Assistenzsystem MCAS wäre per Hand auszuschalten gewesen - hätten die Crews das wissen müssen?
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#1 - 20.03.2019, 17:07 von StefanXX

Zustimmung: Ethiopian Airlines kommt zu gut weg

Dem kann ich nur zustimmen. Boeing trägt ohne Frage die Hauptlast an diesen Unglücken. Aber Ehtiopian Airlines kommt mir bei dieser ganzen Sache bisher etwas zu gut weg. Bisher las ich immer nur wie gut deren Flotte und Piloten seien. Wenn aber ein Flugzeug bereits wenige Monate zuvor wegen des MCAS abgestürzt ist (zumindest war es wesentlich daran beteiligt), dann würde ich erwarten, dass man die Piloten entsprechend (nach)schult was das MCAS ist, wie im Fehlerfall damit umzugehen ist und wie man es abschaltet. Das ist ganz offenbar bei Ethiopian Airlines nicht geschehen, sonst hätten die Piloten das MCAS abgeschaltet. So gut kann die Airline dann auch wieder nicht sein, wenn solche fundamentalen Dinge versäumt werden.

#2 - 20.03.2019, 17:13 von bibabuzelmann

Wissen und Können sind 2 Paar Stiefel

Es kann gut sein, dass der Pilot vom MCAS wusste. Aber trainiert haben sie den Fall halt nicht. Maximal gab es eine Blattsammlung oder die im Artikel erwähnte iPad-App.

Den Simulator gibt es, um Katastrophenszenarien trainieren zu können. Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.
Bekommt man den Auto-Führerschein bereits nach bestandener Theorieprüfung? Nein - eben. (Wobei es im Falle Boeing nicht mal eine entsprechende MAX-Theorieprüfung inklusive MCAS gab). Man braucht wie beim Auto auch Praxiserfahrung, dafür gibts beim Flugzeug Simulatoren. MCAS wurde aber bisher in keinem Simulator geübt. Denn das verursacht Kosten, genauso wie ein 2. Sensor als Absicherung.

Man kann sich drehen und winden wie man will, Boeing hat an dem Flieger zu viel gespart. Nicht nur bei den Sensoren, sondern auch bei der Ausbildung und vermutlich an noch mehr Stellen, die wir noch gar nicht kennen.

#3 - 20.03.2019, 17:14 von der_anonyme_schreiber

Ich kann nach wie vor ein Regelsystem nicht verstehen, das beim Versuch, ein Überziehen zu verhindern,
das Flugzeug eiskalt in die Erde bohrt.
Unabhängig davon ob die Piloten das hätten abschalten können oder nicht.
Das ganz menschliche Problem bei so einem Vorfall ist ja, dass man unter Zeitnot eine Entscheidung treffen muss und dazu erst mal verstehen muss was los ist.

#4 - 20.03.2019, 17:14 von jetbundle

Fehlersuche

Natürlich muss ein Pilot wissen wie die automatischen Systeme funktionieren. Denn im Zweifelsfall muss der Pilot schnell den Fehler der Systeme finden und beheben. Ausschalten ist nicht immer möglich bzw. reicht nicht immer.

#5 - 20.03.2019, 17:19 von Afro-Mzungu

Interessant...

...finde ich, wie jetzt eine Frage nach Schuld und Verantwortung schleichend auf den Faktor Mensch, hier die Piloten, verlagert wird.

#6 - 20.03.2019, 17:20 von uboot84

ein Flugzeug

das nur mit Computerhilfe geflogen werden kann (oder eben gerade nicht), kann als Stealthbomber daherkommen aber nicht als Passagierflugzeug. Die Piloten ohne entsprechende Simulatorübungen fliegen zu lassen, ist von Boeing ohnehin grob fahrlässig. Der erste Unfall geht klar auf den Hersteller. Der zweite vielleicht auf die beschwichtigende Reaktion und das nicht agieren der Behörden.

#7 - 20.03.2019, 17:20 von oldman2016

Wo ist denn der Ausschaltknopf?

Würde Spiegel-Online mit bitte auch als Passagier mitteilen, wo denn der Ausschaltknopf für das MCAS ist.
Dann kann ich ja im Falle eines Falles den Piloten den lebensrettenden Tipp geben.
Denn wie heißt es so schön im Artikel:
Im "Aviation Safety Reporting System", einer US-Behördendatenbank zur Flugsicherheit, haben mehrere Piloten von American und Southwest Beschwerden über den Jet hinterlegt. In einem Eintrag heißt es demnach, das Flughandbuch sei "inadäquat und beinahe kriminell unzureichend". Also wenn das Handbuch das nicht hergibt, müssen die Flugticketinhaber das wohl selber organisieren.
Ich hoffe ja sehr, dass Boeing viele Milliarden zahlen muss.

#8 - 20.03.2019, 17:20 von fahrgast07

Am Training gespart?

Also: Man gaukelt dem Piloten eine alte 737 vkr, um sich jegliche Schulung zu sparen. Und dann erwartet man vom Piloten, dass er plötzlich, ohne Schulung, auf einen unbekannten Flugzeugtyp umschaltet? Selbst wenn manch ein Pilot das hinbekommt - derart an der Schulung zu sparen klingt grob fahrlässig. Vielleicht muss man neu über das Typerating nachdenken?

#9 - 20.03.2019, 17:21 von Besserwissser

Ist halt die Frage

Ob ein Pilot das Verhalten, daß die Maschine gezeigt hat , eindeutig auf den Eingriff des MCAS zurückfuhren kann und somit zu dem Schluss kommen kann das man es auschalten muss.

Und wenn das MCAS dann aus ist , wie hat man dann weiterzufliegen ?, da müste es ja andere Flugregeln geben, sonst bräuchte es da MCAS gar nicht.

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