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Digitalisierung und Umwelt: "Utopie und Horror liegen dicht nebeneinander"

Donald Iain Smith/ Blend Images / Getty Images Die Digitalisierung könnte zum "Brandbeschleuniger" von Umweltzerstörung, Klimawandel und sozialer Spaltung werden, warnt der Umweltbeirat der Bundesregierung. Es brauche jetzt klare Regeln.
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#1 - 11.04.2019, 13:15 von eisvogel

Irgendwann

wird es auch die Politik begreifen müssen, dass die Digitalisierung mehr Fluch als Segen bedeutet, nur die infantilen futureboys bei der FDP werden es nie begreifen. Schon jetzt können Kinder kaum noch mit der Hand schreiben, von größeren Auswirkungen wie Arbeitsplatzverlusten und digitaler Terror- und Kriegsführung ganz abgesehen. Wenn alles immer und überall verfügbar ist, ist nichts mehr besonders. Das wiederum führt zwangsläufig zum Verlust von Leistung und erst recht von Lebensqualität. Eine zunehmend und zusehends langweiligere technische Pseudowelt will mit immer neuen Hypes und Trends beeindrucken, dabei ist es nur eine große Weihnachtsbaumkugel: Außen viel Glanz, innen hohl.

#2 - 11.04.2019, 13:18 von ambulans

die

letzte "heilige kuh"(?), die hier mit aller gewalt durchs dorf getrieben werden sollte/musste, war diese sog. "globalisierung". was die alles angerichtet, zerstört und vernichtet hat, kann man ja jeden tag (sofern man ökonom ist) in der geneigten presse nachvollziehen und "bewundern". sage und schreibe mind. 30 jahre (mit unsäglichen folgen - allein: ressourcen-fehlallokation, finanz-krisen, klima/umwelt) verschwendet. wem das noch nicht reicht, kann dann ja mal auf das nächste fußlahme ross namens "digitalisierung" (die einfache "cui bono"-frage: wer will hier was, von wem, wie, wann, wo, unter welchen bedingungen?) schauen; ein "königreich" für die "richtige" antwort ...

#3 - 11.04.2019, 13:25 von itzenflitz

Was mich wirklich erstaunt ist,

mit welchem Selbstverständnis ein wissenschaftliches Beratergremium der Bundesregierung dieses Thema unter einem sehr deutschen und damit sehr beschränktem Blickwinkel betrachtet. Die Erkenntnis, dass die Digitalisierung weltweit technologische, gesellschaftliche oder politisch-ökonomische Umbrüche hervorruft, die nur sehr beschränkt so ablaufen, bewertet oder gestaltet werden, wie sich das der WBGU vorstellt, wäre schon einmal ein Anfang.

#4 - 11.04.2019, 13:28 von vernetzt weiblich denken

Wahrscheinlich ist alles noch viel einfacher

Digitalisierung ist Ungleichgewicht,
ist Selbstbezogenheit,
ist in sich durch "Digital" Kopflastig.
Alle Utopien haben eine schmerzhafte Wahrheit.
Die Utopie will die bessere Welt,
das Böse muss weg.
Dabei entsteht die Urfrage jeder Utopie,
wohin mit denen
die nicht in das Ideal der Utopie passen.
Wir sehen es täglich, wie das Böse zunimmt.
Was aber ein Illusion ist.
Denn, es geht nur um die Verschiebung der Trennlinie.
Also ihr Anhänger der schönen neuen Welt,
wohin mit den Bösen?
Merkt ihr nicht,
wie ihr Lager täglich wächst?

#5 - 11.04.2019, 13:33 von max-mustermann

"Denn für eine grüne und gerechte Ökonomie brauchen wir den Abschied von fossilen Brennstoffen, eine Kreislaufwirtschaft, mehr Effizienz, weniger Materialverbrauch und einen Schutz der Ökosysteme."

Also sprich das genaue Gegenteil von dem worauf unsere komplette jetzige Wirtschaft beruht, nämlich Wachstum über alles und den ungezügelten Konsum von extra so konzipierten Waren (geplante obsoleszenz) und den damit einhergehenden enorme Ressourcenverbrauch sowie Umweltzerstörungen. Sprich das wird niemals passieren, zumindest so lange unsere altbekannten wirtschaftshörigen alternativlos Politiker an der Macht sind.

#6 - 11.04.2019, 13:38 von Antidarwinist

Energieverbrauch

Selbstverständlich geht technischer Fortschritt mit mehr Energieverbrauch einher. Das ist ja gerade der Sinn des technischen Fortschritts: mehr Energie verbrauchen zu können, um mehr Menschen ernähren zu können. Weniger Energieverbrauch bedeutet weniger Wohlstand.

#7 - 11.04.2019, 13:41 von rainer-rau

Zitat von eisvogel
wird es auch die Politik begreifen müssen, dass die Digitalisierung mehr Fluch als Segen bedeutet, nur die infantilen futureboys bei der FDP werden es nie begreifen. Schon jetzt können Kinder kaum noch mit der Hand schreiben, von größeren Auswirkungen wie Arbeitsplatzverlusten und digitaler Terror- und Kriegsführung ganz abgesehen. Wenn alles immer und überall verfügbar ist, ist nichts mehr besonders. Das wiederum führt zwangsläufig zum Verlust von Leistung und erst recht von Lebensqualität. Eine zunehmend und zusehends langweiligere technische Pseudowelt will mit immer neuen Hypes und Trends beeindrucken, dabei ist es nur eine große Weihnachtsbaumkugel: Außen viel Glanz, innen hohl.
Laotse hat diese Entwicklung schon ca. 500 v. Chr. erkannt und im "Tao te king" erwähnt. Aber warum sollte man auf wirkliche Intelligenz hören, wenn man statt dessen billigfliegen, kreuzfahren, Ärmere noch ärmer machen, rasend lärmen und den Planeten vermüllen kann?

#8 - 11.04.2019, 13:58 von peterregen

tldr;

Digitalisierung ist nicht das eigentliche Problem, sondern unsere produktions- und konsumorientierte Gesellschaft bzw. angebliche "Lebensaufgabe".

Mit Digitalisierung sind wir in 30 Jahren "am Arsch", ohne Digitalisierung erst in 50.

Die größte Gefahr der Digitalisierung ist, dass, durch ihre verstärkende Wirkung, auch der letzte Trottel merkt, dass auf der Welt etwas verdammt schief läuft.

#9 - 11.04.2019, 14:00 von andre_36

Zitat von Antidarwinist
Selbstverständlich geht technischer Fortschritt mit mehr Energieverbrauch einher. Das ist ja gerade der Sinn des technischen Fortschritts: mehr Energie verbrauchen zu können, um mehr Menschen ernähren zu können. Weniger Energieverbrauch bedeutet weniger Wohlstand.
Ich bezweifle, dass der gesamte Energieverbrauch dazu dient, Menschen ernähren zu können. Und Wohlstand kann man auch anders definieren, als Dinge anzuhäufen und anzubeten. Saubere Luft und Wasser, freie Zeit, die man mit Menschen verbringt, ohne alles als Wettbewerb um mehr von allem zu betrachten.

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