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Globale Entwicklung: So schlecht war 2018 gar nicht

Getty Images Wer Jahresrückblicke ansieht, kann schnell glauben, dass 2018 wirklich schlimm war: Krisen, Kriege, Klimawandel, außerdem Trump, Brexit, Populismus. Doch der finstere Gesamteindruck trügt.
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#90 - 30.12.2018, 12:20 von dasfred

Für den einen ist das Glas halb voll, der andere spukt rein

Das kennzeichnet unsere Mentalität. In manchen Kulturen gehören Arme dazu, weil man durch milde Gaben an sie seinen gute Gesinnung demonstrieren kann. Bei uns sind Arme dazu da, uns wohlig nach oben abgrenzen zu können. Die vier wichtigsten Menschen in unserem Leben sind ich, ich, ich und ich. Und dann kommt lange Zeit keiner. Niemand möchte, dass in Afrika Kinder verhungern, aber deswegen muss man sie nicht gleich anständig bezahlen, wenn sie für uns Kakao ernten. Es gibt noch viel Elend. Überall. Auch in unserer Nachbarschaft. Solange aber niemand eine Kamera draufhält müssen wir uns nicht damit beschäftigen. Weil es aber immer mehr Kameras gibt, die auch in die dunkelsten Löcher vordringen, gibt es auch mehr Hilfe und Solidarität auf der Welt. Solange das Glas noch halb voll ist, muss keiner verdursten, wir müssen nur aufpassen, dass keiner reinspuckt. Es hilft schon viel, wenn wir die Sklaven, die weltweit unseren Wohlstand sichern, endlich menschlich behandeln.

#91 - 30.12.2018, 12:22 von Ventoux72-

Rechte Partei im Bundestag

Dass eine rechte Partei im Bundestag sitzt, kann man 2018 nicht anlasten, da schon seit 2017 so. Ansonsten: Jahresrückblicke? Gähn, langweilig. Und dazwischen Trump, Trump und nochmal Trump.

#92 - 30.12.2018, 12:25 von tyll.spiegel

Equigen und Richey.Edwards - bitte melden!

Die obigen Foristen sind hier im Forum wiederholt mit unbelegten und offensichtlich faktenwidrigen Behauptungen aufgefallen. Wenn man Sie damit konfrontiert und Belege vorweist melden Sie sich einfach nicht mehr - und wiederholen im nächsten Forum dieselben wahrheitswidrigen Bekauptungen (also Lügen). Diese Praxis lässt möglicherweise auf "bezahlte Schreiberlinge" schließen und nervt hier massiv.

#93 - 30.12.2018, 12:30 von quark2@mailinator.com

Ist das Glas nun halb voll, oder ... ? Es kommt immer darauf an, was man betrachten will. Es wäre absurd, wenn sich nicht irgendwelche Zahlen fänden, die sich positiv interpretieren lassen - oder negativ, je nachdem, was man gerade will. Es kommt halt darauf an, was einem selbst wichtig ist. Frieden im Großen ? Also RU - China - Westen ... da stehen die Zeichen eher auf Sturm. Frieden im Kleinen ? Also Jemen, Ukraine, Irak, Afghanistan ... könnte vielleicht etwas weniger gewesen sein, aber nur, weil es davor so schlimm war. Ökonomie im Großen ? Scheint mir an der Klippe zu stehen und einige arbeiten daran, sie runter zu stoßen. Ökonomie im Kleinen ? Die Prognosen für DE wurden zuletzt mehrfach gesenkt. Etc. Ich könnte hier noch ne Stunde weitermachen. Am Ende des Tages hat die Menschheit auch dieses Jahr keinen Weg gefunden, den Fortschritt der Produktivität auf fundamentale Weise in den Dienst der breiten Massen zu stellen. Und solange das nicht passiert, solange die Widersprüche und Spannungen so groß sind, ist alles Gute immer auf einer Art Vulkan gebaut.

#94 - 30.12.2018, 12:39 von Mertrager

nein

2018 war nicht schlechter als 2017 oder 2016. Es ist alles gleichbesch... . Eine Kehrtwende bei der Fahrt in die Sackgasse ist mit diesen Politiker/innen kaum zu erwarten. Nur gut ist es so eben gar nicht. Und es wird auch irgendwann bergab gehen, da man die Zeichen der Zeit nicht sehen will, sondern nur dem eigenen Geld hinter her ist.

#95 - 30.12.2018, 12:42 von charta

Zuschauen oder Ärmel hochkrempeln

Seriöse Statistiker betrachten den Zustand von Kollektiven und geben damit eine Orientierungshilfe für Entwicklungen. Dass diese Daten je nach eigener Sichtweise und Motivation subjektiv und somit verschieden interpretiert werden ist völlig normal. Doch das reale Leben spielt sich immer nur für Einzelpersonen zum jeweiligen Zeitpunkt ihrer Existenz ab. Für sie ist die Diskussion über allgemeine 'Verbesserungen' oder 'Verschlechterungen' müßig, besonders wenn sie in Not sind. Ergo stellt sich dem Betrachter solcher Rückblicke die Frage, ob er nur interessiert zuschaut und kommentiert oder lieber die Ärmel hochkrempelt und, wo nötig und möglich, hilft. Das Zweite ist zweifellos besser geeignet, positiven Tendenzen zum Durchbruch zu verhelfen. Das Erste ist dagegen oftmals unterlassene Hilfeleistung.

#96 - 30.12.2018, 12:44 von spon_4_me

Ich bin froh

dass dies auch einmal erwähnt wird - man möge nur Steven Pinker lesen, um auch einmal Hoffnung zu schöpfen zum Jahreswechsel. Nur: Die Widersprüche zu benennen, die To-Do-Liste aufzustellen ist das eine, wirklich langfristig und nachhaltig zu handeln das andere. Und dass die Themen komplex und die möglichen Antworten jede immer auch mit Nachteilen und schlechten Kompromissen verbunden sind, lässt mich angesichts der kurzen Taktung unserer Wahrnehmungsfähigkeit und unserem Wunsch nach Behaglichkeit und Weiter-So daran zweifeln, dass 2029 ein ebenso froh zu begrüßendes Jahr sein wird wird Got sei Dank 2019.

#97 - 30.12.2018, 12:45 von okrogl

Höchster CO2-Ausstoß aller Zeiten 2017, aber die Politiker haben sich wie seit Jahrzehnten auf neue Ziele geeinigt, die diesmal natürlich erfüllt werden. Ganz ehrlich, großes Indianerehrenwort. Wie naiv kann man sein?

#98 - 30.12.2018, 12:46 von Nonvaio01

ich hab nie gesagt das es keine klimawandel gibt

Zitat von tyll.spiegel
In diesem kurzen Zitat sind gleich 2 massive Sachfehler enthalten. 1. Das Sie die (sehr gut belegte, s.u.) anthropogene Beteiligung am Klimawandel leugnen sind Sie sehr wohl ein Klimawandel-Leugner! 2. Es ist richtig, dass es auch früher schon Klimaänderungen gegeben hat, dann aber aus anderen Ursachen wie heute. Früher waren das die Kontinentaldrift, Unterschiede in der Sonnenaktivität, Asteroiden-Einschläge und Vulkanausbrüche. Auch die Treibhausgase CO2 und Methan (CH4) spielten eine große Rolle. Während früher die Treibhausgase auf natürliche Weise freigesetzt wurden, kommen seit etwa 1850 verstärkt menschliche Emissionen (Industrie, Verkehr, Heizung...) hinzu. Dadurch ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre deutlich gestiegen (1750: 280ppm, 2018: 405 ppm ). Deshalb gehen alle relevanten Wissenschaftler davon aus, dass der heutige Klimawandel im wesentlichen vom Menschen ausgelöst wurde. Dafür spricht auch, dass die natürlichen Ursachen (s.o.) in letzter Zeit nicht verstärkt auftraten, obwohl sich das globale Klima erheblich erwärmt hat. Fazit: Es gab auch früher schon Klimaänderungen, aber der aktuelle Klimawandel verläuft besonders schnell und ist vom Menschen verursacht. Das lernt man doch aber auch in der Schule, oder nicht? Warum verstehen einige die grundlegenden physikalischen Zusammenhänge einfach nicht?
das der Mensch fuer eine teil verantwortlich ist stimmt auch. Aber dieses ewige "wir muessen den klimawandel aufhalten" ist quatsch.

Es gibt heute nicht weniger katastrophen als frueher. Solange die Politik nicht gewillt ist etwas fuer das Klima zu tun muss ich erst recht nichts machen. Die Politik redet gerne von Klima schutz, effectiv wird aber nichts gemacht. Wir haben noch Kohlekraftwerke und in unseren Staedten fahren immer noch Busse mit normal antrieb.

Nachts sind unsere Staatsgebaeude wunderschoen beleuchtet...etc

#99 - 30.12.2018, 12:55 von Bananenschale

Propagandamüll

Mir erschließt sich der Sinn der Kolumne nicht. Was hätte sein können? Ein Gegenüberstellung der Fortschritte und der Gefahren. Aber nein.

Was ist größte Gefahr? Es ist der Klimawandel und der Raubbau an den Ressourcen. Die Urwälder schmelzen weiter dahin. Das Artensterben schreitet fort. Die Populationsgrößen von Insekten und Vögel in Europa schwinden dahin ( Ein Alarmzeichen aller ersten Ranges! ). Und das, was in Katowice beschlossen wurde, kommt um Jahrzehne zu spät. Das weiß auch jeder. Der Anstieg des CO2-Gehalts in Atmosphäre ( 3 ppm pro Jahr! ) besitzt einen zunehmend nicht unmittelbar antropogenen Anteil und läßt somit befürchten, daß bereits Tipp-Points gerissen wurden. D.h. in absehbarer Zeit werden sich die Lebensbedingungen weltweit verschlechtern. Daß führt zu Konflikten und Rückschlägen in der Entwicklung der Gesellschaften. Dann wird auch die Kindersterblichkeit wieder zunehmen. Die zunehmende Antibiotika-Restenz bakterieller Krankheitserreger wird unter solchen Bedingungen zur Rückkehr der Seuchen führen. U.a. auch TBC.

Weitere Themen sind KI, Industrie 4.0, social Scoring und totale Überwachung, also der Niedergang der Freiheit und der wirtschaftlichen Beweglichkeit, und die Zunahme der Bigotterie und Doppeldenk, wofür der Artikel ein Besipiel ist. Nicht zu vergessen ist auch die in polymorpher Weise zunehmnde Kriegsgefahr. In Syrien wird mit großem Erfolg die psychologische Wirkung von chemischen Waffen auf zivile Bevölkerungen getestet. Davon hängen wohl zukünftige militärische Strategien und Taktiken ab; anders ist es nicht zu erklären. Man ahnt also, was droht.

Derweil nimmt unabhängig von dem in den alten Industrienationen die soziale Spaltung zu und verottet die informelle und materielle Infrastruktur.

Am schlimmsten aber ist: Der Spiegel wirkt in alter Manier fort. Statt Nachrichten und deren nüchterne Bewertung serviert er Propaganda. Fast so schlimm wie BILD.

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