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Medizin: Liebe Leserin, lieber Leser,

Christin Klose/ picture alliance/ dpa Themendienst
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#10 - 13.04.2019, 21:03 von querulant_99

Nach den Berechnungen meines ehemaligen Hausarztes müsste ich schon längst tot sein.

#11 - 13.04.2019, 21:27 von frankfurtbeat

Zitat von Frida_Gold
Burnout ist eine durch Überbelastung hervorgerufene depressive Verstimmung oder auch Depression. Kann man sicher unter diesen Krankheitsbildern einordnen, aber der Bezug zum Auslöser - meist Arbeit - ist schon nicht ganz irrelevant. Was schlagen Sie statt "ADHS" für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefiziten und Hyperaktivität vor? Der Begriff beschreibt diesen Zustand doch sehr gut. Kennen Sie Kinder mit dieser Diagnose? Ich zwei. Arme Geschöpfe, die mit sich und der Welt überhaupt nicht klarkommen und sehr viel Hilfe benötigen, darunter auch Medikamente. Der eine kriegt sich jetzt langsam mit 9 Jahren halbwegs in den Griff, zum Glück, der kann sogar wieder lächeln.
wenn ich das Thema ADHS und die Ritalin-Therapie als die bestmögliche Therapieform - O-Ton des Nachbarn - Kinderarzt - vorgeschlagen bekomme dann frage ich mich wo war 1967 das ADHS-Syndrom in der Quantität wie dieses heute diagnostiziert wird. Die kids sitzen heute größtenteils von füh bis spät an irgendwelchen digitalen Quellen - cellphone - das pad oder der Laptop dienen zur Bespassung während Sportvereine über mangelnden Zulauf klagen. Die kids powern sich nicht aus, sind permanent behütet (Heli-Eltern) und "mach Dich nicht dreckig". Anstatt draußen beim Spiel abzuschalten sitzt man vor der Glotze etc. - kein Wunder was daraus entsteht.
Burn-Out-Syndrom kenne ich aus eigener Erfahrung - zuviel gearbeitet ohne Rücksicht auf Körper und Geist. Auch hier hilft Bewegung, im Wald spazieren gehen, abschalten und sich mit einfachen Dingen beschäftigen, auspowern.
Blutzuckerspiegelwerte und Cholesterinwerte werden nach Bedarf von der Industrie abgesenkt damit die weltweiten Zuwächse gegeben sind - alte Geschichte.
Geht man mit Schnupfen zum Hausarzt bekommt man schnell Antibiotika, selbst der Kinderarzt ist da nicht zimperlich. Der Hautarzt verschreibt Cortison in allen Stärken und Varianten ...
Aus eigener Erfahrung - jahrelang im Bereich Medizin unterwegs - habe ich zumindest für mich festgelegt "am besten nicht zum Arzt gehen" um den Kreislauf zu vermeiden.
Aktuelles Beispiel: Tochter hatte Unfall mit Snowboard - Schulter wurde mehrfach geröngt und trotz MRT-Aufnahmen unterschiedlichste Diagnosen der Fachärzte die von "zwei Bänder ab" bis hin zu "Bänder alle noch dran" reichen. Da fragt man sich ob die Herren in weiß überhaupt fähig sind die nicht gerade billigen Aufnahmen zu deuten.
Hinzu kommt die Pharmaindustrie die mit immer neuen Mitteln die Ärzte umgarnt der damit die Patienten abfüllt - zu lasten der Gemeinschaft. Die Krankenkassen geben den Rest dazu und verhindern positive Therapieformen weil ihnen die klassische Medizin sagt das dies doch alles Humbuk sei ...
Sicherlich gibt es viele Menschen mit schlimmen Krankheiten deren Leben mit Pharmaka erleichtert wird aber die Masse macht sich damit kaputt. Die Kosten werden von der Gemeinschaft getragen und schließlich hat man ja ein Recht auf das Rezept! Gesunde Ernährung, Bewegung und viel frische Waldluft sind die Mittel der Wahl um den Arztbesuch auf ein minimum zu drücken.

#12 - 14.04.2019, 23:38 von joseferl

Widersprüchliche Erwartungen von Patienten...

Genau DIESER beschriebene Fall wurde vor sehr kurzer Zeit leicht abgewandelt in Spiegel Online beschrieben: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/niedersachsen-toedlicher-behandlungsfehler-hausarzt-muss-500-000-euro-zahlen-a-1260139.html
Der "tödliche Behandlungsfehler" bestand darin, dass der Hausarzt dem Patienten eine nicht leitliniengerechte Spritze verpasste und es dabei zu einer sehr traurigen und massiven Komplikation kam. Die Behauptung "es wäre nicht ausreichend desinfiziert worden" ist möglich, kann aber auch sein, dass alles richtig gemacht wurde und alle Beteiligten nur massiv Pech hatten. Es gibt bei dem Fall aber 2 Tatsachen: 1. die Spritzen waren nicht leitliniengerecht und 2. die Ärzte verabreichen sie trotzdem und die Patienten treten teils massiv auf diese zu fordern weil sie einfach sehr gut wirken bei Rückenschmerzen.
Also was tun? Der Arzt der es nicht macht darf sich nun bei google/jameda/sanego öffentlich demütigen lassen dass er inkompetent sei, nicht helfen würde, die Patienten leiden ließe. Der Arzt der es macht ist schon halb verklagt wenn auch nur irgendwas passiert. Irgendwo widersprüchliche Erwartungen? Stimmt. Aber so sind die Patienten nun mal.

Die erwähnten Diagnosen die man streichen sollte laut den anderen Kommentatoren (burn-out und ADHS) zeigen von einem völligen Unverständnis. Schwer an ADHS erkrankte Kinder oder schwer an burn-out leidende Menschen sind auch tatsächlich schwer krank. Und nicht nur die betroffenen Personen leiden massiv unter der Erkrankung, das Umfeld ebenfalls. Ob die Grenzziehung zwischen "aktiv" und "hyperaktiv" richtig gezogen wird ist ein anderes Thema. Ich red von mindestens mittelschweren Fällen.

Im eigentlichen Artikel den wir hier diskutieren wird das Thema "das Umdeuten normaler Wechselfälle" erwähnt und Themen wie "Knochendichte" und "Blutdruck". Die Frage ist hier halt was man will. Will man möglichst ewig leben und möglichst wenige Spätschäden im Alter haben, dann gilt es möglichst viele schädigende Dinge zu vermeiden. Ein normaler Wechselfall ist beispielsweise die sinkende Knochendichte im Alter, vor allem bei Frauen, und der steigende Blutdruck im Alter, vor allem bei Männern. Also was tun? Der Frau erklären dass es völlig normal sei dass man sich im Alter halt mal bei Bagatelltraumata die Knochen bricht. Und dass die Wirbelsäule langsam einbricht und Schmerzen verursacht sei auch normal. Das stimmt. Das ist normal. Das ist aber nicht gewünscht. Und mit dem Blutdruck verhält es sich ähnlich. Hoher Blutdruck schädigt nun mal die Endorgane (Nieren, Herz usw) also was tun? Die Schäden tolerieren weil es ja normal ist dass im Alter alles kaputt geht? Kann man machen. Schwierig. Ob man den Grenzwert jetzt systolisch Richtung 130 oder sogar 120 schiebt oder auch mal 140 oder 150 toleriert ist wieder ein anderes Thema.

Wo ich aber auf jeden Fall zustimme ist der Hype um Sachen wie Vitamin D. Beim Vitamin D wurde der Grenzwert inzwischen so stark korrigiert, dass geschätzt die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland an einem laborchemischen Vitamin D Mangel leidet obwohl sie gesund sind. DAS sind für mich völlig übertriebene Diagnosestellungen.

#13 - 14.04.2019, 05:37 von dereuropaeer

Solange in Deutschland private Kliniken unter dem Druck des Profits stehen, werden gesunde Menschen für krank erklärt und auf Teufel komm raus operiert. Hauptsache die Kasse stimmt. Ein Beispiel, meine 93 Jahre alte Mutter, langjährig Dément und nicht fähig zu gehen, fällt und bricht sich den Oberschenkel. Nach Operation und 14 tägigen Krankenhausaufenthalt soll sie entlassen werden. Der Chefarzt sagt, es müsse noch eine kleine Operation vorgenommen werden, bevor sie entlassen werden kann. Diese kleine Operation war der Ersatz einer Hüfte, Kosten 15000€, Opérations dauer 7 Stunden. Bei dieser Operation ist meine Mutter verstorben. Dieses Verhalten des Arztes spiegelt das deutsche Gesundheitssystem wieder. Wie kann ein studierte Arzt einer bewegungsunfähigen 94jährigen Patientin eine neue Hüfte einsetzen? Diese Geschichte ist kein Märchen sondern eine Tatsache, geschehen in Bad Oeynausen

#14 - 14.04.2019, 12:33 von Grünspahn

An die "Spezialisten"

Alle "Spezialisten" hier im Forum, die irriger Weise glauben, ADHS und Burn-out seien früher unbekannt gewesen - Sie liegen mehr als nur falsch! Ein Blick in Wilhelm Buschs Zappelphillip zeigt, ADHS war früher nicht unbekannt. Die leichteren Fälle versuchten Lehrer und Eltern mit dem damals nicht unüblichen "medizinischen Hilfsmittel" Rohrstock zu therapieren, die schwierigeren Fälle wuden ebenfalls grün und blau geprügelt und verschwanden entweder auf der Strße oder in einer Irrenanstalt. Burn-out beschreibt nur ene Überlastungsdepression, nicht mehr und nicht weniger! - Depressionen waren früher auch schon bekannt und wurden unter der Bezeichnung "Schwermut" zusammengfaßt. Die Betroffenen soffen sich dann entweder zu Tode, brachten sich gleich um, verschimmelten n einer Anstalt oder wurden irgendwie von der Familie durch gezogen oder landeten als vermeintlich faul auf der Straße um dort irgendwann auf den "Armenacker" zu enden. Übrigens waren die vielfäligen Arten von Krebs ebenfalls unbekannt - man starb dann enfach an der sogenannten Auszehrung. Das starke Ansteigen von Burn-out ist auch auf eine völlig andere Arbeitswelt zurück zu führen.

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