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Nach Flugzeugabstürzen: Boeing räumt weiteres Softwareproblem ein

Lindsey Wasson/ REUTERS Deutlich wie nie hat Boeing Probleme mit dem Steuerungsprogramm MCAS eingestanden. Bei der Überarbeitung stellte der Konzern ein weiteres Softwareproblem fest - es ist laut einem Bericht entscheidend für die Flugsicherheit.
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#1 - 05.04.2019, 04:02 von pterodactylus

Nach dem eindeutigen Schuldeingeständnis

dürften die kommenden Klagen für Boeing recht teuer werden. Zumal die Piloten lt. Bericht alles richtig gemacht haben.

#2 - 05.04.2019, 04:12 von nite_fly

Bin ja jetzt nicht gerade ein Pilot, aber...

Bei "allen" automatisierten Systemen muss es definitive ein "Ride-Over" geben das es dem Piloten im Flugzeug, oder schlichtweg dem Bedien-Personal ermöglicht, eine manuelle Steuerung durchzuführen!
Ich stelle mir die letzten Minuten der Piloten dieser amerikanischen Crash-Flugzeuge entsetzlich vor:
Die wussten sicherlich, was da schief gelaufen ist, konnten aber nichts dagegen tun, weil die fehlerhafte Software das verhindert hat!!
Der Mensch sollte über eine Art "Not-Aus" -Button immer die absolute Hoheit zurückgewinnen können, egal, ob im Flugverkehr, oder auch beim autonomen Fahren!
Doch man versucht zunehmend dem Menschen die Fähigkeit abzusprechen, in kritischen Situationen richtig reagieren zu können, und meint, dass man das numerisch lösen könnte...
Mit fatalen Folgen!
Man sollte Piloten immer noch so ausbilden, wie man Piloten schon auf der Tante-Ju ausgebildet hat: Die sollten ein Flugzeug auch selbst mechanisch fliegen können, ohne jegliche Computer!
Doch da geht es sicherlich nur um das liebe Geld, und da ist sicherlich auch schon einkalkuliert, wie viele Todesopfer man da pro Jahr in Kauf nimmt, wenn man bei der Ausbildung der Piloten so richtig Geld sparen kann, indem man automatisierte System einsetzt, die die persönlichen Fähigkeiten eines echten Piloten ersetzen können...

#3 - 05.04.2019, 04:58 von Klaus-JürgenHeer

Wo ist das Ende?

So etwas war doch irgendwie zu erwarten. Derart eklatante Verstöße gegen elementare Sicherheitsregeln wie sie in der MCAS Software gefunden und während der Freigabe auch noch übersehen wurden, legen doch den Verdacht der Nachlässigkeit nahe.
Und jetzt deutet ein zweiter Fall geradezu in diese Richtung.
Nur, wo endet das Ganze, wieviel mehr ähnliche Fälle sind möglicherweise noch unentdeckt?

#4 - 05.04.2019, 05:55 von jaka778

Künstliche Intelligenz

So viel (auch von Ihnen) hochgepriesenen KI. Das sollte allen Euphorikern und Enthusiasten eine Lehre sein. Schade, dass sie diesen Bezug in ihrem Artikel vernachlässigen, denn das blinde Vertrauen in Sensordaten in Verbindung mit Steuerungsalgorithmen ist aktuell an sehr vielen Stellen zu finden. Das Problem ist dabei aber eben gerade nicht, dass die Software zu mächtig ist.

#5 - 05.04.2019, 06:19 von zzzzxy

wenn das management sowas zugibt

rollen zum selbstschutz bei den entwicklern bald die köpfe.
auch wenn das management vorher die schnelle, billige und damit ggf.schlampige entwicklung gefordert hat

#6 - 05.04.2019, 06:21 von spon-facebook-10000220808

Wenn sich die Piloten der äthiopischen Maschine GENAU an die Anweisungen gehalten haben und die Maschine trotz dessen abgestürzt ist, dann grenzt das schon an Totschlag.
Wenn man das noch weiterstrikt - schließlich sind mehrere hundert der Maschinen im Einsatz (gewesen) - und bei allen hätte "es" passieren können - wäre es mehrfacher versuchter Mord.

Fakt ist: die Maschine ist eine totale Fehlkonstruktion, vor 20+ Jahren wäre das den Konstrukteuren/Ingenieuren nicht passiert. Eine Software birgt immer Gefahren..
Das Allerschlimmste ist jedoch: Die Sensorik war nicht redundant ausgeführt - absoluter epic fail, wie konnte das nur jemals durch die Zertifizierung. Audit am Kaffeeautomat ?
Dazu kommen jetzt noch die Zertifizierungsstellen, die dafür gar nicht geeignet waren und und und
Ich glaube ich fahre jetzt nur noch mit dem selbst gebauten Ruderboot über den Atlantik..

#7 - 05.04.2019, 06:32 von molkeboy

Incident Investigator

Es gab hier ja diverse pensionierte Piloten im Forum, die der Besatzung des Flugzeugs eine Fehlbedienung unterstellt hatte. Denn Boeing habe ja eine klare Handlungsanweisung herausgegeben. Nun zeichnet sich ein schlimmer Design Fehler ab. Da können die Piloten noch so gut trainiert werden. Ich finde es bedenklich, dass dies nicht während des Genehmigungsverfahrens für diesen Typ erkannt wurde. Gerade bei solchen kritischen Systemen, die nur einmalig vorhanden sind sollte man das doch erwarten können.

#8 - 05.04.2019, 06:33 von rgw_ch

Softwareupdate

Das Schöne am digitalen Zeitalter: Es gibt kein Problem mehr, das man nicht durch ein Softwareupdate lösen könnte. Von Autoabgasen über Computerschädlinge bis zu Flugzeugabstürzen. Das einzig Paradoxe daran: Die Software ist doch immer unglaublich gut getestet und sicher. Das versichert man uns zumindest immer wieder bei eVoting, Fahr- und Flugassistenzsystemen und bei jeder besseren Website, die unsere Daten verarbeiten will. Mit anderen Worten: Wir benötigen andauernde Updates, um fehlerfreie Systeme zu entfehlern. Offenbar entstehen Fehler nicht durch fehlerhafte Programmierung, sondern durch Alterung. Oder Bitfäule.

#9 - 05.04.2019, 06:49 von ulrics

Versprechungen, den man nicht trauen kann. Nur Billigflieger können sich den Flugzeugtyp noch leisten, weil den nutzenden ohnehin alles egal ist. Ich will jedenfalls nicht mit dem Kamikazeflieger starten. Wer weiß schon welche Softwarefehler noch schlummern.

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