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Negative Emissionen: Britische Verbrennungsanlage holt erstmals C02 aus der Luft

REUTERS Um die Klimaziele zu erreichen, muss die CO2-Menge in der Atmosphäre sinken. Nun läuft in Großbritannien eine Verbrennungsanlage, die Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre holen soll.
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#10 - 09.02.2019, 18:36 von permissiveactionlink

#8, Patrik74

Es stellt sich aber die Frage, ob sich mit der Wiederaufforstung der Wälder sämtliches von der Menschheit zusätzlich in die Atmosphäre (und gelöst in die Weltmeere) eingebrachtes Kohlendioxid durch Assimilation aus der Atmosphäre bzw. den Meeren wieder herausholen lässt. Denn Bäume binden nicht nur Kohlenstoff, sie geben ihn nach dem Tod auch wieder ab. Die Idee, Biomasse zu vergraben und damit künstlich zu sedimentieren, halte ich da für besser geeignet, denn landwirtschaftliche Flächen können wir nicht unbegrenzt aufforsten, dann gibt es nicht mehr genug Nahrung. Allerdings möchte ich Ihren Vorschlag für globale Aufforstungsprogramme damit nicht grundsätzlich abwerten. Wo es geht und aussichtsreich ist, sollte man es unbedingt machen.

#11 - 09.02.2019, 18:44 von Kaiserstuhlwinzer

Tja, bilanzieren ist eine Kunst!

wir nehmen also Bäume, die CO2 aus der Atmosphäre gebunden (= entnommen) haben, verbrennen sie, scheiden das dabei freiwerdende CO2 (aufwendig) ab und deponieren dieses CO2 im Untergrund. Wegen des 2. Hauptsatzes wird dabei unter dem Strich mehr CO2 freigesetzt als deponiert wird (es gibt keine verlustfreien Prozesse). Kleiner Verbesserungsvorschlag: aufhören, im Untergrund (in Kohle, Öl und Gas) gespeicherten Kohlenstoff (aufwendig!) an die Oberfläche zu holen, durch Verbrennung in CO2 umzuwandeln und dieses in die Atmosphäre zu blasen. Etwas allgemeiner ausgedrückt: einfach nur noch "erneuerbare Energie" (die in Wirklichkeit solar eingestrahlte Energie ist) verwenden und keine fossilen Brennstoffe mehr aus der Erde buddeln!

#12 - 09.02.2019, 21:16 von intercooler61

Natur"schutz" vs. Naturwissenschaft

Zitat von Kaiserstuhlwinzer
wir nehmen also Bäume, die CO2 aus der Atmosphäre gebunden (= entnommen) haben, verbrennen sie, scheiden das dabei freiwerdende CO2 (aufwendig) ab und deponieren dieses CO2 im Untergrund. Wegen des 2. Hauptsatzes wird dabei unter dem Strich mehr CO2 freigesetzt als deponiert wird (es gibt keine verlustfreien Prozesse). Kleiner Verbesserungsvorschlag: aufhören, im Untergrund (in Kohle, Öl und Gas) gespeicherten Kohlenstoff (aufwendig!) an die Oberfläche zu holen, durch Verbrennung in CO2 umzuwandeln und dieses in die Atmosphäre zu blasen. Etwas allgemeiner ausgedrückt: einfach nur noch "erneuerbare Energie" (die in Wirklichkeit solar eingestrahlte Energie ist) verwenden und keine fossilen Brennstoffe mehr aus der Erde buddeln!
Auch, wenn ich einige Kritik und den Verdacht auf Subventionsreiterei teile:

Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik behandelt die Energiebilanz und sagt _nichts_ über die CO2-Bilanz. Letztere könnte theoretisch so lange negativ sein, wie überhaupt noch CO2 vorhanden ist.

Kleines Beispiel: In einem näherungsweise abgeschlossenen System fusioniere Wasserstoff exotherm zu Helium; ein Teil der freiwerdenden Energie bestrahle einen Organismus, der endotherm CO2 und H2O zu Kohlehydraten und O2 synthetisiert.

Soll dem Vernehmen nach gelegentlich sogar schon vorgekommen sein. Fragen Sie mal Ihre Weinstöcke, was die den ganzen Tag so machen ...

#13 - 10.02.2019, 04:30 von dereuropaeer

CO2 Fänger

Da scheint unser Baron Münchhausen am Werk zu sein. Was macht denn bitteschön der CO2 Fänger, wenn alle Wälder dieser Erde abgeholzt sind? Diese Rechnung mit der Nullemission ist ziemlich unsinnig

#14 - 10.02.2019, 09:57 von kalumeth

richtig

Bäume in Sümpfe oder unter Tage unter Luftabschluss. Die e i n z i g e nachhaltige Möglichkeit, das gebundene CO2 langfristig einzulagern. Ähnlich der Kohleenstehung vor Milliarden Jahren!

#15 - 10.02.2019, 11:12 von intercooler61

@13. dereuropaeer: Artikel missverstanden?

Zitat von dereuropaeer
Da scheint unser Baron Münchhausen am Werk zu sein. Was macht denn bitteschön der CO2 Fänger, wenn alle Wälder dieser Erde abgeholzt sind? Diese Rechnung mit der Nullemission ist ziemlich unsinnig
Die Anlage erhebt nicht den Anspruch, nicht nachhaltigen Holzeinschlag zu bekämpfen (das ist eine andere Baustelle). Sie setzt gerade voraus, dass das Holz nachhaltig bewirtschaftet wird.

Unter dieser Annahme soll im Gesamtkreislauf (Entnahme, Verbrennung zur Energiegewinnung, Wiederaufforstung und erneutes Wachstum) eine Netto-Entnahme von konzentriertem CO2 erreichbar sein. Die Amine werden dabei nur katalytisch bemüht, wären bilanziell also vernachlässigbar.

Das wäre noch keine Lösung für eine sichere Langfristspeicherung, aber ein kleiner Schritt auf dem Weg dorthin. Berichtenswert ist es allemal.

Ob das Ganze auch unterm Strich (nach Transport etc.) aufgeht, habe allerdings auch ich große Zweifel.

#16 - 10.02.2019, 12:18 von intercooler61

Der 2. Hauptsatz und der Klimawandel

Zitat von intercooler61
[...] Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik behandelt die Energiebilanz und sagt _nichts_ über die CO2-Bilanz. Letztere könnte theoretisch so lange negativ sein, wie überhaupt noch CO2 vorhanden ist. [...]
Ich muss meinen Post #12 korrigieren und präzisieren: Der 2. Hauptsatz behandelt die _Entropie_bilanz.

Jede Energieumwandlung geht netto mit einem "Verlust" (Umwandlung in Wärmeenergie und/oder räumliche Verteilung derselben) einher. Das besagt aber überhaupt nichts über die CO2-Bilanz, mein Beispiel bleibt gültig.

Ausnahmslos jede Form von Stoffwechsel = Leben ist physikalisch eine lokale Entropieabsenkung (oder Verlangsamung der Entropiezunahme) auf Kosten der Umwelt. Wir erhalten eine lokal begrenzte Ordnung aufrecht und nutzen verwertbare Energieformen (z.B. Nahrung, Mobilität) um den Preis, immer mehr davon unwiederbringlich in Wärme umzuwandeln.

Übergeordnet kann uns das egal sein, weil die letztliche Quelle (Wasserstoffbrennen der Sonne) so schnell nicht versiegt. Lokal wird aber das Plündern fossiler Zwischenspeicher (so bequem es auch ist) in nicht allzu ferner Zukunft an die Grenze ihrer Erschöpfung stoßen.

Ironischerweise bremst übrigens der Treibhauseffekt die Entropiezunahme, indem er die Wärme in der Atmosphäre beisammenhält wie die Außendämmung in Ihrem Niedrigenergiehaus. Somit bezweckt unser Kampf gegen den Klimawandel gerade eine schnellere Entropiezunahme - durch stärkere Wärmeabstrahlung in den umgebenden Weltraum.

Auch hier also: Leben ist lokale(!) Entropieabsenkung auf Kosten der Umwelt. Soviel zum 2. Hauptsatz.

#17 - 10.02.2019, 12:19 von OWL-Dirk

Man sollte den ganzen Prozess vielleicht mal so erklären:
Das ganze Verfahren ist eigentlich nur eine Methode zur CO2-Abscheidung aus der Atmosphäre unter Beteiligung verschiedener Katalysatoren. Die verwendeten Bäume haben dabei letztlich nur die Rolle eines CO2-Absorbers und sind, sofern die verbrauchte Holzmenge jeweils wieder nachwächst/aufgeforstet wird, auch nur eine Art Katalysator. Am Ende des Prozesses steht wieder gasförmiges CO2, allerdings lokal konzentriert. Die verwendeten Katalysatoren (Amine und Holz) werden (zumindest langfristig bilanziert) nicht verbraucht. Über die Energiebilanz lässt sich nur spekulieren. Bleibt das Problem der langfristigen Speicherung des abgeschiedenen CO2. Ich würde, wie einige andere Kommentatoren hier, vermuten, dass eine direkte, dauerhafte Lagerung des Holzes, einfacher, effizienter und sicherer wäre.

#18 - 10.02.2019, 13:02 von intercooler61

@17. OWL-Dirk: Kleinigkeit übersehen?

Zitat von OWL-Dirk
... Bleibt das Problem der langfristigen Speicherung des abgeschiedenen CO2. Ich würde, wie einige andere Kommentatoren hier, vermuten, dass eine direkte, dauerhafte Lagerung des Holzes, einfacher, effizienter und sicherer wäre.
Dabei haben Sie aber die Energiegewinnung vergessen, derentwegen das ganze Werk überhaupt errichtet wurde.

Die CO2-Abscheidung ist dabei "nur" ein begleitendes (und zumindest im Grundsatz begrüßenswertes) Experiment.

#19 - 10.02.2019, 13:20 von qijansha

Ich glaub es nicht

Genau soetwas kommt raus wenn Menschen sich der neuen Religion Klimaschutz zuwenden. CO2 vernichten und selbst wenn es die eigene Intelegenz ist die dafür Geopfert wird.
Ich gehe davon aus das alle Beteiligte an diesem Projekt min 5 Jahre Baumschule mit abschluss Master in Klimaschutz hinter sich haben.....includet der Pappnase die das zu Paier gebracht hat ohne auch nur 1 Gehirnzelle dafür zu belasten was er da überhaupt Schreibt.
Eigentlich alles nur noch Traurig

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