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Wissenschaft

Trügerische Pflanzen: Insekten foppen

REUTERS/ Drago Prvulovic/ Scanpix Grün und harmlos, so kommen Pflanzen meist daher. Welch listige Tricks sie zum Nachteil von Insekten nutzen, haben Forscher jetzt aufgedeckt.
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#1 - 05.10.2015, 22:53 von ky3

Tricks? Wissenschaft?

Hier wird wie so oft von den "Tricks der Natur" geschrieben.
Ihr seid doch eine Wissenschafts-Journalisten, wieso macht Ihr dann sowas?
Mutationen entstehen aus verschiedenen Gründen und können in selten Fällen zum Vorteil manchen Lebewesen sein. Mutationen entstehen jedoch nicht aus Absicht was bei einem Trick der Fall wäre.
Als wenn die Evolution einen freien Willen hätte.
Können wir Spiegel-Leser für mehr als Schulkinder gehalten werden?

#2 - 05.10.2015, 22:59 von l/d

Oft falsche Ansätze ...

Zu spät wurde auch erkennt, dass in der Nase des Menschen verschiedene Bakterien siedeln, von denen die nicht schädlichen die schädlichen bei guten Bedingungen per Verdrängung für den Menschen (ohne Wollen) in Schach halten.

Geht man gegen alle Bakterien gleichermaßen vor per Antibiotikum, tut man dem Patienten keinen Gefallen, wenn der schädliche Erreger die höhere Populationsrate bei schlechten Bedingungen hat.

Besser ist es, für alle eine gutes Klima zu schaffen, weil dann die bessere Populationsrate der "Guten" bei guten Bedingungen den "Sieg" davontragen kann.

Unser Bild von Freund und Feund muss grau gesprenkelt sein und nicht schwarz-weiß - lehrt die Natur.

#3 - 06.10.2015, 23:49 von Bueckstueck

Schnittlauch gegen Blattläuse?

"so wie Gärtner stark riechende Gewächse wie Lavendel oder Schnittlauch zwischen Rosen setzen, um Blattläuse fernzuhalten."

Mein Schnittlauch kann sich nicht mal selbst vor Blattläusen schützen, wie soll er dann Rosen schützen? Tatsächlich sehe ich an Schnittlauch mehr Blattläuse als sonst wo - naja, auch irgendwie ein Schutz für andere Pflanzen, wenn ich den nur nicht selber essen wollen würde...

#4 - 06.10.2015, 08:41 von syracusa

Zitat von ky3
Hier wird wie so oft von den "Tricks der Natur" geschrieben. Ihr seid doch eine Wissenschafts-Journalisten, wieso macht Ihr dann sowas? Mutationen entstehen aus verschiedenen Gründen und können in selten Fällen zum Vorteil manchen Lebewesen sein. Mutationen entstehen jedoch nicht ......
Sie werden es kaum glauben: auch wissenschaftlich arbeitende Biologen sprechen so. Ihr Vorwurf ist absurd, denn jeder weiß, dass die Evolution mit dem Werkzeug des Zufalls arbeitet. Aber halt: die Evolution arbeitet ja gar nicht, und sie setzt auch den Zufall nicht vorsätzlich ein.

Metaphern sind also erlaubt, und wer sich darüber mokiert, der outet sich damit nur als vollkommen ignoranter Möchtegernbesserwisser.

#5 - 06.10.2015, 09:35 von richardheinen

Man könnte fast annehmen, "Betrüger" wie Ceratocaryum argentum verfügten über eine Art Gehirn.
Klingt total bescheuert, aber die geschilderte Vermehrungsmethode zu entwickeln (mit oder ohne Anführungszeichen), sie über Generationen zu bewahren und zu verfeinern, ist schon eine tolle Leistung.

#6 - 06.10.2015, 09:36 von Ursprung

Wir Gesamtschau-Unfaehigen

Das Dilemma begann vor rund 12 T Jahren, als wir das gesunde Sammeln in der Natur aufgaben und stattdessen Unterbelichtete von uns den Markt und das Zuechten erfanden.
Seitdem irren wir durch ein Labyrint fuer uns unverstaendlicher Symbiosen der Natur.
Erwartungsgemaess:
da wir auch selber nichts anderes sind als Container voller Abermilliarden Mikros (samt Wolke drumrum), die miteinander symbiontisieren und dabei uns ueberhaupt erst kreieren, fehlt uns die Chance einer Gesamtschau.
Es brauchen z. b. nur ein paar Mitochondrien im Hirn, selber auch bloss Symbionten, auf 80 % Symbiose-Effektivitaet absacken und schon sind wir dement.

Symbiosen der Natur sind uns einfach zu hoch, fuers immer zu geringe Hirnvolumen, logisch, zu komplex.
Die ganze Biosphaere ist womoeglich eine einzige Symbiose.
Wir sind also selber nur Teil des Sammelsuriums und koennen somit weder uns selber, noch das Ganze ueberschauen und Details, die wir noch erkennen moegen, nur halt relevant, sprich: egoparteiisch und damit nur teilkorrekt einordnen.

#7 - 06.10.2015, 10:15 von Koda

Push-Pull-Verfahren aus Kenia: gegen des Maisstenngelbohrer ohne Gifte oder Gentechnik

Der Maisstengelbohrer vernichtet dort teilweise bis zu 80% der Maisernte; besonders bei den Kleinbauern.
Man hat aber herausgefunden dass eine Mischkultur aus Mais mit Napier-Gras (auch als "Elefantengras" bezeichnet) und eine Leguminose Kraut namens Desmodium sowohl gegen den Maisstengelbohrer als auch gegen ein Kraut namens Striga hilft. Letzteres saugt sich an den Wurzeln des Mais fest.

Desmodium wird zwischen die Maisreihen gepflanzt udn greift das Kraut Striga an und läßt es verkümmern ohne den Mais zu schädigen. Gleichzeitig treibt es mit seinem Duft den Maisstengelbohrer aus dem Maisfeld.
Als Leguminose reichert es zusätzlich Stickstoff aus der Luft im Boden an.

Das Napiergras wiederum wird zaunartig um das Maisfeld gepflanzt und duftet fürden Maisstengelbohrer verführerischer als der Mais selbst.
Sobald aber der Maisstengelbohrer oder seine Raupen an dem Napier-Gras zu fressen beginnen, sondert diese ein Sektret ab, welches die Larven tötet.
Desmodium und Napier-Gras sind auch wertvolles Viehfutter.
Im Endergebnis erhält der Bauer neben einer geretteten Maisernte zusätzliches Viehfutter, entweder für seine eigenen Tiere oder für den Verkauf an Andere.

#8 - 06.10.2015, 10:38 von fifty-fifty

Tricks? Wissenschaft!

Der logische Fehler des Artikels ist, dass man nicht der Pflanze Tricks vorwerfen kann. Die Mistkäfer selbst waren es, die durch ihre Bevorzugung von dungähnlichen Kugeln solange eine Auslese trafen, bis die Samen dem Dung perfekt ähnelten.

Das Mistkäfer-Prinzip wurde übrigens vom Menschen übernommen, der immer ausgeklügeltere Waffen erfindet, um sich damit umzubringen.

#9 - 06.10.2015, 12:05 von syracusa

Zitat von fifty-fifty
Der logische Fehler des Artikels ist, dass man nicht der Pflanze Tricks vorwerfen kann. Die Mistkäfer selbst waren es, die durch ihre Bevorzugung von dungähnlichen Kugeln solange eine Auslese trafen, bis die Samen dem Dung perfekt ähnelten.
Und warum haben dann die anderen Pflanzen im gleichen Biotop nicht auch alle Samen, die wie Dung aussehen?

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