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einestages

Apollo-11-Mission

Trauerrede für den Mann im Mond

2. Teil: 2. Teil: Die ungekürzte Rede von US-Präsident Richard Nixon

DPA
Dienstag, 07.07.2009   18:48 Uhr

Diese Ansprache hätte der damalige US-Präsident Richard Nixon im Falle des Todes von Neil Armstrong und Buzz Aldrin im Juli 1969 gehalten:

"Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer, die zum Mond flogen, um dort in Frieden zu forschen, auf dem Mond bleiben werden, um dort in Frieden zu ruhen.

Diese tapferen Männer, Neil Armstrong und Buzz Aldrin, wissen, dass keine Hoffnung auf ihre Rettung besteht. Doch sie wissen auch, dass in ihrem Opfer Hoffnung für die Menschheit liegt. Diese zwei Männer geben ihr Leben für das nobelste Ziel der Menschheit: die Suche nach Wahrheit und Verstehen.

Sie werden von ihren Familien und Freunden betrauert werden; sie werden von ihrer Nation betrauert werden; sie werden von den Menschen der Welt betrauert werden; sie werden von einer Mutter Erde betrauert werden, die es wagte, zwei ihrer Söhne ins Unbekannte zu entsenden.

Mit ihrer Erkundung bewegten sie die Menschen der Welt, sich als eins zu fühlen; mit ihrem Opfer schweißen sie den Bund der Menschen noch enger zusammen.

In alten Zeiten schauten die Menschen nach den Sternen und sahen Helden in den Konstellationen. In modernen Zeit tun wir es ähnlich, doch unsere Helden sind epische Männer aus Fleisch und Blut. Andere werden folgen und sicher ihren Weg heimfinden. Dem Menschen wird die Suche nicht versagt bleiben. Aber diese Männer waren die ersten, und sie werden zuvorderst in unseren Herzen bleiben.

Jeder Mensch, der in künftigen Nächten zum Mond aufschaut, wird wissen, dass es einen Winkel einer anderen Welt gibt, der für immer zur Menschheit gehört."

insgesamt 5 Beiträge
Ralf Bülow 08.07.2009
1.
So unbekannt ist Nixons ungehaltene Mond-Rede aber nicht, was man schnell sieht, wenn man mit "Nixon" und den Anfangsworten der Rede - "Fate has ordained" - googelt. Am Ende spielt der Text übrigens auf das [...]
So unbekannt ist Nixons ungehaltene Mond-Rede aber nicht, was man schnell sieht, wenn man mit "Nixon" und den Anfangsworten der Rede - "Fate has ordained" - googelt. Am Ende spielt der Text übrigens auf das berühmte Kriegsgedicht "The Soldier" von Rupert Brooke an, wobei "forever England" zu "forever Mankind" wird.
Dirk Kämper 08.07.2009
2.
Es gibt sie auch schon lange in dtsch. Übersetzung im Netz. z.B: http://www.science-explorer.de/mondmission.htm Wenn ich mich nicht irre, kannten die Astroauten den Text schon vor ihrem Abflug. Aldrin jedenfalls ist der [...]
Es gibt sie auch schon lange in dtsch. Übersetzung im Netz. z.B: http://www.science-explorer.de/mondmission.htm Wenn ich mich nicht irre, kannten die Astroauten den Text schon vor ihrem Abflug. Aldrin jedenfalls ist der Meinung, Nixon hätte nur einen guten Job gemacht und wäre mit dieser Rede auf einen durchaus möglichen Zwischenfall gut vorbereitet gewesen. Das haber von einem Präsidenten auch erwartet. Besser als Reagan dann Jahre später.
Martin Holtmann 09.07.2009
3.
Das zugrundeliegende Szenario war eine offensichtlich reale Option. Grund genug also, auch für den Fall aller Fälle Vorsorge zu treffen. Was mir aber nicht in den Kopf will: warum, um Himmels willen, sollte bei einem [...]
Das zugrundeliegende Szenario war eine offensichtlich reale Option. Grund genug also, auch für den Fall aller Fälle Vorsorge zu treffen. Was mir aber nicht in den Kopf will: warum, um Himmels willen, sollte bei einem Stranden der Astronauten auf dem Mond der Funkverkehr gekappt werden? Gab es hierfür rationale Gründe oder ließ sich die NASA hier von der sprichwörtlichen Unaussprechlichkeit des Schlimmstmöglichen leiten und fürchtete einfach nur das Gespräch mit Todgeweihten?
Matthias Herkommer 19.07.2019
4.
Vielleicht, weil es nicht so angenehm ist, wenn einem Milliarden Menschen beim jämmerlichen Krepieren zuschauen. Natürlich hätte man den Astronauten alle Zeit gelassen zu sagen, was sie noch auf dem Herzen gehabt hätten [...]
Zitat von Martin HoltmannDas zugrundeliegende Szenario war eine offensichtlich reale Option. Grund genug also, auch für den Fall aller Fälle Vorsorge zu treffen. Was mir aber nicht in den Kopf will: warum, um Himmels willen, sollte bei einem Stranden der Astronauten auf dem Mond der Funkverkehr gekappt werden? Gab es hierfür rationale Gründe oder ließ sich die NASA hier von der sprichwörtlichen Unaussprechlichkeit des Schlimmstmöglichen leiten und fürchtete einfach nur das Gespräch mit Todgeweihten?
Vielleicht, weil es nicht so angenehm ist, wenn einem Milliarden Menschen beim jämmerlichen Krepieren zuschauen. Natürlich hätte man den Astronauten alle Zeit gelassen zu sagen, was sie noch auf dem Herzen gehabt hätten und erst abgeschaltet, wenn sie dies gewünscht hätten. In der Situation hätten die Astronauten vielleicht noch 1 Tag Sauerstoff gehabt. Natürlich hätte man in der Zeit alles Menschenmögliche versucht, um doch noch einen Rückstart zu ermöglichen. Und wenn man nur von Außen mal ordentlich gegen die Triebwerke getreten hätte. Aber irgendwann wäre dann der Moment gekommen, wo der Sauerstoff nicht mehr gereicht hätte, um noch zum Mutterschiff zu kommen, selbst wenn der Start plötzlich doch noch geklappt hätte. Spätestens dann wäre die Situation hoffnungslos gewesen. Anzunehmen ist, dass die beiden dann vorher selbst dem Leben ein Ende gesetzt hätten. Vielleicht wären sie noch mal auf die Mondoberfläche gegangen und hätten dann einfach den Helm aufgemacht. Und sowas macht man dann halt gerne unbeobachtet. In den Medien kursierten damals Berichte, dass für solche Katastrophenfälle Gift an Bord wäre. Aber die Astronauten haben das in einem Interview mal verneint, das wäre gar nicht notwendig. Man müsste ja nur die Tür aufmachen und dann wäre man in Sekunden tot. Interessant natürlich noch die Frage, was Collins im Mutterschiff allein gemacht hätte. Hätte er überhaupt alleine zur Erde zurückfliegen können oder waren für die Bedienung der verschiedenen Mannöver mehrere Personen notwendig? Dann wäre vielleicht auch Collins noch oben geblieben. Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als der Rückstart von der Mondoberfläche geplant war. Ich war damals 11 und habe dem ganzen atemlos zugeschaut.
Christian Floreck 21.07.2019
5. @3
Vermutlich wollte man sicher stellen, das panische u anklagende Worte nicht in alle Welt getragen werden. Ob wirklich alle Kanäle gekappt würden weiss ich nicht. Zumal man sicher bis zum Schluss nach einer Lösung gesucht [...]
Vermutlich wollte man sicher stellen, das panische u anklagende Worte nicht in alle Welt getragen werden. Ob wirklich alle Kanäle gekappt würden weiss ich nicht. Zumal man sicher bis zum Schluss nach einer Lösung gesucht hätte. Ein Schalter in der Fähre war ja abgebrochen und mit einem Stift überbrückt worden.

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