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In sieben Schritten

Wie der Inzest römischer Kaiserfamilien zum Triumph der Piratenpartei führte

Per Wikipedia durch die Weltgeschichte: Jeden Monat wühlt sich Danny Kringiel durch die uferlose Online-Enzyklopädie - und entdeckt auf einer absurden Zeitreise, dass absolut alles mit absolut allem zu tun hat.

Corbis / Getty Images

Dienstag, 05.06.2012   17:29 Uhr

1. Teil: Als Rom den Ozean überfiel

Der römische Kaiser Caligula galt in der Antike nicht nur als unfassbar mächtig und grausam, sondern auch als vollkommen plemplem - möglicherweise, so vermuten manche Historiker, als Resultat der inzestuösen Fortpflanzung seiner Kaiserfamilie.

So soll Caligula sein Lieblingspferd Incitatus zum Priester ernannt haben und startete angeblich im Jahr 40 nach Christus den wohl absurdesten Invasionsversuch der Antike, einen Angriff auf Britannien: Er ließ seine Truppen in Gefechtsformation am Ärmelkanal aufmarschieren - und das Wasser angreifen. Dessen ausbleibende Versuche, sich zur Wehr zu setzen, sah er offenbar als Zeichen der bedingungslosen Unterwerfung, denn es heißt, dass er den verdutzten Soldaten anschließend befahl, Muscheln "aus dem Ozean zu plündern", um damit seinen Palast zu dekorieren.

So sinnlos Caligulas Attacke auch war - durch das Manöver war an der Küste die militärische Infrastruktur geschaffen worden, die nur drei Jahre später unter Kaiser Claudius zur tatsächlichen Invasion Britanniens führte. Und so konnten sich in den folgenden Jahrhunderten die Früchte der römischen Hochkultur auch in das Land der Kelten ausbreiten: die Literatur, die Thermen, aber auch Rechtsgrundsätze wie etwa…

insgesamt 3 Beiträge
Jens Habermann 06.06.2012
1.
Herrlicher Beitrag! - Für mich unglaublich stringente Hinführung zum Problem! ;-)
Herrlicher Beitrag! - Für mich unglaublich stringente Hinführung zum Problem! ;-)
Ben Blume 07.06.2012
2.
Ich empfehle mal etwas Literatur zu Caligula, der "Artikel" besticht vor allem durch völlige Unkenntnis der Geschichte.
Ich empfehle mal etwas Literatur zu Caligula, der "Artikel" besticht vor allem durch völlige Unkenntnis der Geschichte.
Eberhard Doerr 07.06.2012
3.
Sehr schön die Verbindung zwischen Caligula und der Piratenpartei aufgezeigt. Dann dürfte es mit dieser Kindergeburtstags-Partei ja auch nur vier Jahre vom Eintritt in die Parlamente bis zum Verschwinden dauern - eine [...]
Sehr schön die Verbindung zwischen Caligula und der Piratenpartei aufgezeigt. Dann dürfte es mit dieser Kindergeburtstags-Partei ja auch nur vier Jahre vom Eintritt in die Parlamente bis zum Verschwinden dauern - eine erfreuliche Aussicht.

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