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Route 66

Die Straße ins Herz Amerikas

Cadillacs, Biker, Geisterstädte - und die grenzenlose Freiheit: Die knapp 4000 Kilometer lange Route 66 quer durch die USA gilt als berühmteste Straße der Welt. Stefan Kluge ist sie gefahren. Und hat Geschichten mitgebracht, die er nie vergessen wird.

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Stefan Kluge/VEB FILM Leipzig
Von Stefan Kluge
Donnerstag, 18.10.2007   21:46 Uhr

"Es passiert immer zwischen elf und zwölf. Du fährst auf dem Highway, es ist dunkel und plötzlich siehst du diesen großen schwarzen Hund auf dich zuspringen!" erzählt Alex einem Pärchen auf dem Parkplatz seines Imbisses. Es ist Frühstückszeit im Norden von Texas, die Sonne scheint. Hin und wieder verlässt ein Wagen die Autobahn und hält vor einem Restaurant, an dem eines dieser alten Route-66-Schilder hängt. "Wir nennen ihn den 'Phantom Dog'. Alle Trucker kennen ihn. Er verursacht 200 oder 300 Unfälle im Jahr. Und er hinterlässt niemals eine Spur!", sagt der Texaner Alex. Auf seinem T-Shirt ist eine rote Corvette abgebildet. Die Corvette gilt neben der Harley Davidson noch immer als das originellste Fahrzeug, um die Route 66 zu bereisen. Und das obwohl die Fernsehserie "Route 66", mit der dieser Wagen zum Kult wurde, aus den Sechzigern stammt.

Karriere einer Autobahn

Seit 1926 wurde die Ost-West-Verbindung nach und nach zum US-Highway 66 ausgebaut. Bis in die sechziger Jahre blieb die Route 66 die wichtigste Verbindung vom Osten der USA in den boomenden Westen. Entlang der Straße entstanden immer mehr Ortschaften, weil viele Menschen sich niederließen, die aus Oklahoma oder Texas weggingen und es nicht bis nach Kalifornien schafften. Im Roman "Die Früchte des Zorns" erzählt John Steinbeck die Geschichte einer solchen Familie auf der Flucht vor Dürre und Sandstürmen in das gelobte, fruchtbare Land Kalifornien.

Zwei Jahre nach dem Erscheinen wurde der Roman mit Henry Fonda in der Hauptrolle verfilmt, er gilt als ein Vorläufer des Roadmovie-Genres. In "Easy Rider", der 1969 das Genre endgültig begründete, werden die Outlaw-Biker auf der Route 66 von einem Motelbesitzer verjagt. Das war zur heißen Zeit der Hells Angels. Heute sind Motorradfahrer beliebte Gäste, und die Route 66 gilt als das Mekka der Biker.

Was "Easy Rider" für die amerikanische Filmbranche war, nämlich die Befreiung von alten Konventionen, das begleitet stets auch den Mythos, der die Route 66 umgibt: ein Gefühl von Freiheit. 35 Jahre nach "Easy Rider" setzt Deutschlands erster Open-Source-Film "Route 66 - ein amerikanischer (alb)Traum" diese Vision nun fort.

Reisen auf eigenes Risiko

Ob auf zwei oder vier Rädern, wenn man die "Main Street of America" bereist, findet man tatsächlich das, was man dort vermutet: Motels mit riesigen Neonschildern, endlose, einsame Landstraßen, Art Deco Diner und auch sonst viel Nostalgie. Alex, der redselige Texaner, gibt die Entfernung in Stunden an, und so wird die historische Route 66 "eine Stunde weiter westlich", an der Grenze zwischen Texas und New Mexico, zu einer Schotterpiste.

Der Wegweiser führt die Touristen zur Autobahn. Wer hier weiterfährt, macht dies auf eigene Gefahr, und das soll was heißen in den USA. Ein zugewachsener Oldtimer steht in einem verwilderten Vorgarten. Das Autowrack ist fast frei von Rost, es scheint nicht oft zu regnen in Glenrio, der Geisterstadt mit nur noch fünf Einwohnern, in der einmal das letzte Motel stand, das Reisende auf der Route 66 in Texas passieren konnten.

Gekommen, um zu bleiben

Etwas weiter entlang der Schotterpiste liegt eine Ranch. Die Lady des Hauses hat noch nie etwas vom 'Phantom Dog' gehört: "Das muss eine dieser Geschichten sein, die sich die Restaurantbetreiber ausdenken, um die Touristen zu unterhalten!" Ihr Sohn Rick verwaltet die Ranch. Das Land, auf dem sie liegt, gehörte einst den Comanche-Indianern, heute weiden hier 800 Rinder. Auf seinem riesigen Grundstück findet sich alles wieder, was in den Museen entlang der gepflasterten Straße mit der Route 66 in Verbindung gebracht wird.

In den siebziger Jahren war der bärtige Rancher einige Jahre in der Nähe von Mannheim stationiert. Seine deutschen Freunde kommen ihn noch heute besuchen - zum Jagen, um mit dem Pickup über das riesige Weideland zu rasen oder einfach um von der Veranda aus über das unbesiedelte Land zu schauen. Rick hat sein Geld inzwischen in eine Telefongesellschaft investiert, aber er denkt nicht daran, seine Ranch zu verlassen.

Santa Monica heißt die Stadt im Großraum Los Angeles, in der die Route 66 am Pazifik endet. Die ersten Cafés öffnen gerade, sonnig ist es hier sowieso immer. Zwei Rucksacktouristen kommen aus einem alten Auto gekrochen, und ein Fahrzeug der Straßenreinigung macht einen Bogen um einen Ferrari-Nachbau. Ein Obdachloser kramt im Mülleimer vor einer Disco. Aus dem Internet-Cafe nebenan tönt Geschrei, ein junger Mann beginnt zu randalieren. Eine Minute später stehen drei Polizeiwagen vor der Tür. Auf der anderen Straßenseite setzen ein paar muskulöse Typen ihr morgendliches Training fort, in der gut einsehbaren Bodybuilding-Zone.

Beim Frühstück hat man schließlich das Gefühl, ziemlich viel von dem gesehen zu haben, was man schon immer mal mit eigenen Augen sehen wollte.

Kostenloser

Download des Road Movies 'Route 66' auf www.vebfilm.net

Weitere Kurzfilme auf www.nuoviso.de

insgesamt 15 Beiträge
Christian Kleberg 19.10.2007
1.
Die Route 66 verlief von CHICAGO und nicht New York nach Los Angeles. Somit verband sie auch nicht die Ost- mit der Westküste. Ansonsten scheint die Route 66 nur durch Steppe und Wüste zu führen, wenn man sich die Bilder so [...]
Die Route 66 verlief von CHICAGO und nicht New York nach Los Angeles. Somit verband sie auch nicht die Ost- mit der Westküste. Ansonsten scheint die Route 66 nur durch Steppe und Wüste zu führen, wenn man sich die Bilder so ansieht, was definitv nicht der Fall ist. Und was sollen die vielen Fotos von alten Autos? Hinzu kommt, dass die Route 66 an einigen Stellen schon lange nicht mehr so existiert, wie es der originalen Streckenführung entspräche. Will man diese 'erfahren' ist teilweise detektivische Kleinstarbeit nötig, um die alten Pisten wieder zu entdecken, wenn sie noch existieren oder zumindest noch mit normalen Fahrzeugen befahrbar sind. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Herr Kluge lediglich mal ein paar Kilometer auf der Route 66 unterwegs war, aber nicht die ganzen fast 4000km, sonst wüsste er sicherlich mehr zu berichten, als von einem uminösen Hund und würde den Anfang der Route 66 nicht aus Versehen nach New York legen.
Bernhard Kockoth 19.10.2007
2.
Klischee pur. Das Herz Amerikas schlägt längst woanders. Nach 66er Romantik muss man auf dieser Strasse (bin ich 2005 selbst ein Stück gefahren) oft sehr stark suchen, da ist es einfacher man bringt die 66er Romantik gleich [...]
Klischee pur. Das Herz Amerikas schlägt längst woanders. Nach 66er Romantik muss man auf dieser Strasse (bin ich 2005 selbst ein Stück gefahren) oft sehr stark suchen, da ist es einfacher man bringt die 66er Romantik gleich selber mit.
sabine coley 19.10.2007
3.
Ich schliesse mich da an. Alte Autos und altegebaude kann man eigentlich des oefteren sehen . Nicht unbedingt nur auf der Route 66 . Ansonsten fahren dort garnicht soviele alte Autos rum. Warum hat er nur soviele Bilder von denen [...]
Ich schliesse mich da an. Alte Autos und altegebaude kann man eigentlich des oefteren sehen . Nicht unbedingt nur auf der Route 66 . Ansonsten fahren dort garnicht soviele alte Autos rum. Warum hat er nur soviele Bilder von denen gemacht? Route 66 ist doch nur ein Trip down memory lane. Der Text liess auch zu wuenschen uebrig, haette interessanter gestaltet werden koennen.
Thomas Hentschel 19.10.2007
4.
Muss sagen das ich das konzept von 'einestages' recht gut finde (nachdem webseiten wie SPON and FAZ.net das einzige sind das es mir moeglich macht mit meiner ehemaligen Heimat in einigermassen in verbindung zu bleiben). Dieser [...]
Muss sagen das ich das konzept von 'einestages' recht gut finde (nachdem webseiten wie SPON and FAZ.net das einzige sind das es mir moeglich macht mit meiner ehemaligen Heimat in einigermassen in verbindung zu bleiben). Dieser Artikel ueber Route 66 gehoert allerdings in den Muelleimer. Wie schon erwaehnt: Route 66 startete in Chicago (in der Naehe von 'Meigs Field', war der Start fuer jeden der 'mal MS Flight Simulator in den '80 probiert hat). Route 66 ist nie wirklich bis an den Pacific gegangen, da war einfach Route 101 im Weg. Route 66 war nie eine Autobahn ("Freeway", "Interstate") wie im Artikel beschrieben (vielleicht koennte man auf Deutsch 'Landstrasse' sagen?) Route 66 ist 1985 aufgeloest worden (von daher kann man die wohl 2002 nicht mehr fahren). Ich hab' mich 1994 selber mal auf die Suche von dem was von Route 66 uebrig geblieben ist gemacht, und da ist nicht viel. Wenn man nicht jedem Strassenschild nachrennt das eigentlich nur fuer Touristen aufgestellt ist, dann findet man nur ein paar abgesperrte Strassen in Texas und Arizona welche frueher Teil von Route 66 waren. Interstate 40 hat von Oklahoma nach Barstow geographisch einen relativ aehnlichen Verlauf, nur ist das halt eine Autobahn, und nicht eine Landstrasse. Der Artikel beschreibt Route 66 als wie wenn man da heute noch vom Osten nach Westen fahren koennte, ist aber nicht so, gibts nicht mehr. Wenn man das wirklich machen moechte dann wuerde ich Interstate 80 von NYC to SFO empfehlen. -Th
Stefan Kluge 19.10.2007
5.
Lieber Christian, Du hast natuerlich voellig recht: Chicago ist der Ausgangspunkt - kleiner Fehler des Bildredakteurs. Im Video ist deshalb auch die Rede von Chicago.
Lieber Christian, Du hast natuerlich voellig recht: Chicago ist der Ausgangspunkt - kleiner Fehler des Bildredakteurs. Im Video ist deshalb auch die Rede von Chicago.

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