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Gesundheit

Medizinische Zwecke

Deutschland baut bald 7200 Kilogramm Cannabis an

Zwei Unternehmen haben den Zuschlag erhalten, innerhalb der nächsten vier Jahre 7200 Kilogramm medizinisches Cannabis zu produzieren. Die erste Ernte ist für Ende 2020 geplant.

Anna Shemyakova/ DPA

Gewächshaus für medizinisches Cannabis in Israel

Mittwoch, 17.04.2019   18:31 Uhr

Seit März 2017 gibt es in Deutschland Cannabis auf Rezept, jetzt kann der Stoff auch im großen Stil angebaut werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat zwei Firmen den Zuschlag gegeben, innerhalb der nächsten vier Jahre insgesamt 7200 Kilogramm Cannabis zu produzieren. Die Erzeugnisse dienen ausschließlich medizinischen Zwecken.

Bis die Produkte Patienten erreichen, wird es allerdings noch dauern. Das BfArM erwartet die erste Ernte gegen Ende des Jahres 2020, heißt es in einer Mitteilung. Momentan sind Apotheken komplett auf Importe aus dem Ausland angewiesen, die Lieferungen stammen unter anderem aus Kanada und den Niederlanden. Der Eigenanbau durch Patienten bleibt weiterhin verboten.

Eigentlich ist vorgesehen, noch größere Cannabis-Mengen in Deutschland anzubauen, die Ausschreibung der Behörde umfasst eine Menge von 10.400 Kilogramm Cannabis. Für 3200 Kilogramm konnte das BfArM jedoch noch keine Zuschläge erteilen, da ein Bewerber gegen den Vergabevorgang geklagt hat.

Klagen verzögern Anbau

"Die heutige Zuschlagserteilung ist ein wichtiger Schritt für die Versorgung schwer kranker Patientinnen und Patienten mit in Deutschland angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität", sagte BfArM-Präsident Karl Broich. "Gleichwohl bedauern wir, dass nun abermals wirtschaftliche Interessen eines Bieters dazu führen, dass wir nicht schon früher in vollem Umfang zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen können."

Eigentlich war die Ernte unter staatlicher Aufsicht bereits für das Jahr 2019 geplant. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatte das erste Vergabeverfahren jedoch gestoppt, nachdem ein Bieter geklagt hatte, weil seiner Auffassung nach eine Frist zu kurz gesetzt war. Bei der aktuellen, zweiten Ausschreibung hatten 79 Firmen Angebote abgegeben.

Seit März 2017 ist ein Gesetz in Kraft, durch das Patienten Cannabisblüten oder Cannabisextrakt auf Rezept erhalten. Seitdem übernehmen Krankenkassen die Kosten bei schwer kranken Menschen, denen nicht anders geholfen werden kann.

2018: Rund 95.000 Rezepte für medizinischen Cannabis eingelöst

2018 lösten Apotheken rund 95.000 Rezepte ein, bei denen Ärzte auf Kosten der Krankenkassen cannabishaltige Zubereitungen oder unverarbeitete Blüten verschrieben hatten. In der Zeit zwischen März 2017 und Ende 2017 hatten Apotheken mit 27.000 Rezepten noch deutlich weniger Abgaben registriert.

Cannabis enthält unter anderem Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Den beiden Inhaltsstoffen werden eine schmerzlindernde, entzündungshemmende, appetitanregende und krampflösende Wirkung zugeschrieben.

Aus diesem Grund kann eine Verschreibung unter anderem bei chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose, Epilepsie, Übelkeit und Erbrechen nach Chemotherapie oder Appetitlosigkeit bei HIV oder einer Aids-Erkrankung sinnvoll sein. Auch Angststörungen, Schlafstörungen, das Tourette-Syndrom oder ADHS zählen zu den möglichen Anwendungsgebieten, schreibt die Techniker Krankenkasse.

Der medizinische Nutzen von Cannabis ist jedoch nicht immer eindeutig belegt, weil entsprechende Studien fehlen. Untersuchungen sollen in Zukunft im Detail klären, wann Cannabis eine gute Alternative zu herkömmlichen Therapien darstellt.

Im Video: Cannabis-Boom in Deutschland

Foto: SPIEGEL TV

irb

insgesamt 41 Beiträge
velbart 17.04.2019
1. Ist das Zufall,
dass diese Menge fast exakt der beschlagnahmten Menge an Cannabis in 2018 entspricht?
dass diese Menge fast exakt der beschlagnahmten Menge an Cannabis in 2018 entspricht?
dasfred 17.04.2019
2. Gut, dass der private Anbau verboten bleibt
Am Ende wird Cannabis für die Kranken noch zu billig. Wie jedes Medikament in Deutschland muss es von vornherein so teuer wie möglich produziert werden und die Gewinne dürfen nur in wenige, jetzt schon gut gefüllte Taschen [...]
Am Ende wird Cannabis für die Kranken noch zu billig. Wie jedes Medikament in Deutschland muss es von vornherein so teuer wie möglich produziert werden und die Gewinne dürfen nur in wenige, jetzt schon gut gefüllte Taschen fließen. Alles andere würde unser Gesundheitssystem auf den Kopf stellen. Satire off.
postmaterialist2011 17.04.2019
3. Ach Gott !
Ich habe zwar keinerlei Genuss an Cannabis, aber was für ein Gedöns um diese Nutzpflanze betrieben wird und wie liederlich mit Tabak und Alkohol umgegangen wird ist geradezu ein Witz. Nur weil ein paar ewiggestrige, [...]
Ich habe zwar keinerlei Genuss an Cannabis, aber was für ein Gedöns um diese Nutzpflanze betrieben wird und wie liederlich mit Tabak und Alkohol umgegangen wird ist geradezu ein Witz. Nur weil ein paar ewiggestrige, erzkonservative Politiker etwas von "Einstiegsdroge" faseln, die noch keinen Toten erzeugt hat wird hier so ein Schaulaufen betrieben. Absolut peinlich !! Gebt Cannabis und Hanf frei und gut ist !
Plunty 17.04.2019
4. Klingt ja wie Planwirtschaft...
Was waren denn die Kriterien der Auswahl?
Was waren denn die Kriterien der Auswahl?
keine-#-ahnung 17.04.2019
5. "aber was für ein Gedöns ...
... um diese Nutzpflanze betrieben wird" Gebt den Laien das Kommando, denn sie wissen nicht, was sie tun ... :-) https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/cannabis-marihuana-thc-psychosen-kiffen-1.4375638
Zitat von postmaterialist2011Ich habe zwar keinerlei Genuss an Cannabis, aber was für ein Gedöns um diese Nutzpflanze betrieben wird und wie liederlich mit Tabak und Alkohol umgegangen wird ist geradezu ein Witz. Nur weil ein paar ewiggestrige, erzkonservative Politiker etwas von "Einstiegsdroge" faseln, die noch keinen Toten erzeugt hat wird hier so ein Schaulaufen betrieben. Absolut peinlich !! Gebt Cannabis und Hanf frei und gut ist !
... um diese Nutzpflanze betrieben wird" Gebt den Laien das Kommando, denn sie wissen nicht, was sie tun ... :-) https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/cannabis-marihuana-thc-psychosen-kiffen-1.4375638

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