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Das ändert sich bei der Darmkrebs-Früherkennung

Wer 50 oder älter ist, wird in Deutschland künftig zum Darmkrebs-Screening eingeladen. Zur Wahl stehen verschiedene Methoden der Früherkennung, die Angebote unterscheiden sich für Männer und Frauen.

Getty Images

Darmkrebs (Illustration)

Freitag, 20.07.2018   11:26 Uhr

Versicherte werden künftig regelmäßig ab dem 50. Lebensjahr schriftlich zur Darmkrebs-Früherkennung eingeladen. Das sieht ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken vor.

Zur Früherkennung von Darmkrebs können die Versicherten wie bisher Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und Darmspiegelungen in Anspruch nehmen.

Darmspiegelung

Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl (iFOBT)

Ziel des Screenings ist, dass künftig weniger Menschen an Darmkrebs sterben. Es handelt sich laut Krebsgesellschaft um die zweithäufigste Krebserkrankung. In Deutschland erkranken pro Jahr mehr als 33.000 Männer und mehr als 26.000 Frauen daran. Deutlich mehr als 20.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen. Es handelt sich bei Frauen um die zweithäufigste Tumorerkrankung nach Brustkrebs, bei Männern um die dritthäufigste nach Lungen- und Prostatakrebs.

Risikofaktoren: Rauchen, Übergewicht, Alkohol

Zu den Risikofaktoren für Darmkrebs zählen Rauchen, Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und der regelmäßige Konsum von Fleisch und Alkohol.

Nach der ersten Einladung zur Früherkennung sollen die Versicherten erneut mit 55, 60 und 65 Jahren die entsprechende Post von ihrer jeweiligen Krankenkasse bekommen.

Die Infobroschüren beziffern auch die möglichen Vor- und Nachteile der Früherkennung, damit Versicherte besser entscheiden können, ob sie das Angebot annehmen.

Ein Beispiel ist etwa, was mit 1000 Männern im Alter von 50 in den kommenden 10 Jahren passiert:

Diese Berechnungen unterscheiden sich je nach Alter, Geschlecht und Früherkennungsmethode. Die Infobroschüren finden Sie hier.

Das Bundesgesundheitsministerium muss den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses noch prüfen. Ärzte und Krankenkassen müssen sich zudem über die Bezahlung der Mediziner für die Früherkennung einigen, dann sollen die neuen Regeln bei den Versicherten ankommen.

Der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken, kündigte an: "Ich werde darauf drängen, dass alle technischen Fragen so zügig geregelt werden können, dass zum 1. April nächsten Jahres die erste Welle der Einladungen versandt werden kann."

wbr/dpa

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