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Gesundheit

Konsum durch Minderjährige

Trump will Aromen in E-Zigaretten verbieten

In den USA rauchen viele Schulkinder E-Zigaretten, die nach Minze, Früchten oder Kaugummi schmecken. US-Präsident Trump will diese Liquids nun verbannen - Tabakgeschmack soll jedoch erlaubt bleiben.

SHAWN THEW/EPA-EFE/REX

Donald Trump:

Donnerstag, 12.09.2019   10:20 Uhr

Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen in den Vereinigten Staaten verboten werden. Präsident Donald Trump kündigte an, "sehr strenge" Vorschriften für Hersteller einführen zu wollen. Er bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als "großes Problem".

Kurz zuvor hatten US-Behörden einen weiteren Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgehen soll - der mittlerweile sechste. Im Zusammenhang mit den Todesfällen hatten die Behörden alle Nutzer von E-Zigaretten vor deren Gebrauch gewarnt, da es möglicherweise zu Lungenschäden kommen kann. Neben den sechs bekannten Todesfällen wurden der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge rund 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet.

Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite nun Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von Tabak vom Markt verbannt werden sollten, sagte Gesundheitsminister Alex Azar. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende sogenannte Liquids - Flüssigkeiten, die verdampft werden.

Azar beklagte, dass immer mehr Schulkinder E-Zigaretten rauchten, die nach Minze, Früchten, Alkohol oder Kaugummi schmeckten. Liquids, die nach Tabak schmecken, seien von der geplanten Regelung ausgenommen, weil Erwachsene die E-Zigaretten "brauchen könnten, um mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören", sagte Azar. Sollte sich aber herausstellen, dass Minderjährige auf Produkte mit Tabakgeschmack umsteigen, seien weitere Maßnahmen denkbar.

"Wir können nicht zulassen, dass Menschen krank werden"

Trump wies mehrfach auf die Risiken des Rauchens von E-Zigaretten hin: Menschen würden sterben, sagte er. "Wir können nicht zulassen, dass Menschen krank werden." Vordergründig wurde das geplante Verbot aber nicht mit den bekannt gewordenen Todesfällen begründet, sondern mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige.

Auch First Lady Melania Trump hatte bereits ihre Sorge über den Konsum von E-Zigaretten von Kindern geäußert und auf Twitter von einer "wachsenden Epidemie" gesprochen.

Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, hatten sich in den USA in den vergangenen Monaten gehäuft (Lesen Sie hier alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Risiken von E-Zigaretten). Die Ursache dafür ist allerdings noch nicht geklärt. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg solcher Krankheitsfälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken. Generell gelten für die EU andere Richtlinien, was die Inhaltsstoffe von E-Zigaretten betrifft. So enthalten E-Zigaretten in den USA bis zu viermal so viel Nikotin.

kry/dpa

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