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Gesundheit

E-Zigaretten

Das fragliche Risiko

Auch in Deutschland probieren immer mehr Kinder und Jugendliche E-Zigaretten aus - dabei sind die langfristigen Risiken unklar. Mehrere Inhaltsstoffe könnten dem Herz schaden.

Ryan J. Lane/ Getty Images

Donnerstag, 07.11.2019   14:59 Uhr

Seit Monaten verunsichern Nachrichten aus den USA über Erkrankungen und Todesfälle durch E-Zigaretten auch Nutzer hierzulande. Nun dürfte eine neue Studie für weitere Beunruhigung sorgen. Forscher warnen im Fachjournal "Cardiovascular Research" vor potenziellen Risiken des Dampfens für die Herzgesundheit.

Für ihre Studie analysierten Mediziner die Daten mehrerer Kurz- und Langzeituntersuchungen zu den Folgen der E-Zigaretten-Nutzung auf das Herz-Kreislauf-System. "Viele Menschen glauben, dass diese Produkte sicher sind, aber es gibt mehr und mehr Gründe, sich über ihre Auswirkungen auf die Herzgesundheit Sorgen zu machen", fasst Loren Wold vom Ohio State University College of Medicine die Ergebnisse zusammen. "E-Zigaretten enthalten Nikotin, Feinstaub, Metalle und Aromastoffe und nicht nur harmlosen Wasserdampf."

Dass über die Luft eingeatmeter Feinstaub in den Blutkreislauf eintritt und schließlich direkt auf das Herz wirkt, ist bereits bekannt. Auch wenn die bisher vorliegenden Daten noch nicht ausreichend seien, legten sie nahe, dass das Gleiche für E-Zigaretten gelte, sagte Wold.

Gut zur Entwöhnung, schlecht als Einstieg

Nikotin erhöhe etwa den Blutdruck und die Herzfrequenz, während Feinstaub zu Arterienverhärtungen, Entzündungen und oxidativem Stress führe. "Wir wissen von diesen Problemen aus Untersuchungen zu den kurzfristigen Auswirkungen des Dampfens - die Forschung ist allerdings inkonsistent und die Folgen chronischer E-Zigaretten-Nutzung noch ein absolutes Rätsel", so Wold. "Die potenziellen Schäden für das Herz sind im Grunde noch nicht untersucht."

Ursprünglich galten E-Zigaretten vor allem als Instrument zur Rauchentwöhnung, Kritiker halten sie jedoch auch für eine mögliche Einstiegshilfe zum Rauchen. Klar ist: Die Dämpfe enthalten weniger Schadstoffe als Tabakrauch - sind deshalb aber nicht völlig unbedenklich, wie auch die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung im Februar erklärten.

Wold zufolge zeigt die neue Analyse, dass es größere und längerfristige Studien zur Wirkung braucht. Vor allem aber solle sie E-Zigaretten-Nutzern zu denken geben und diejenigen davon abhalten, die vorher noch gar nicht rauchten. "Es ist ein zu großes Risiko, anzunehmen, dass man nicht abhängig wird und es keine negativen Konsequenzen gibt", sagte er. "Das ist das Risiko einfach nicht wert."

Beim Verschlucken harmlos - und beim Inhalieren?

In Deutschland sind Inhaltsstoffe für E-Zigaretten deutlich strenger reguliert als in den USA. Hier schreibt das Tabakerzeugnisgesetz vor, dass "bei der Herstellung der zu verdampfenden Flüssigkeit außer Nikotin nur Inhaltsstoffe verwendet werden, die in erhitzter und nicht erhitzter Form kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen."

Die Aromastoffe sind allerdings häufig nur für Lebensmittel zugelassen. Demnach schadet es zwar nachweislich nicht, sie zu verschlucken. Welche Wirkung sie haben, wenn sie inhaliert werden, ist in der Regel allerdings nicht untersucht. Auch die Autoren der aktuellen Studie erklären, es sei nicht davon auszugehen, dass Propylenglykol und Glycerin - dabei handelt es sich um die Hauptinhaltsstoffe der Liquids - sowie Aromen beim Einatmen die gleichen Wirkungen haben wie bei einer oralen Einnahme.

Traditionelles Zigarettenrauchen sei zwar der vermeidbarste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und entsprechende Todesfälle, betonen die Forscher. Viele Raucher hätten daher auf E-Zigaretten oder eine Kombination aus beidem umgestellt, was das Risiko für Folgeerkrankungen dem heutigen Kenntnisstand zufolge deutlich reduziert. Allerdings gebe es auch viele Neueinsteiger.

Besorgniserregend: Zahl der Nutzer unter Kindern und Jugendlichen

"Am besorgniserregendsten ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich das angewöhnt haben - und möglicherweise nie mit dem Rauchen herkömmlicher Zigaretten angefangen hätten", sagt Nicholas Buchanan, Co-Autor der Studie. "Wir wissen nicht, welche gesundheitlichen Auswirkungen dies auf sie hat." Der Großteil der aktuellen Forschung konzentriere sich auf Erwachsene, und hier vor allem auf jene, die in der Vergangenheit klassische Zigaretten rauchten. Eine Abschätzung der Folgen für junge Menschen sei entsprechend schwer.

Unbekannt seien zudem noch die möglichen Auswirkungen von E-Zigaretten auf Föten, wenn eine Schwangere dampfe, so Mediziner Wold. Auch die Konsequenzen des passiven Einatmens seien unklar. Erwachsene begriffen allmählich, dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Dampfens noch nicht vollständig bekannt und die Risiken möglicherweise hoch seien. "Ich fürchte, bei Jugendlichen ist das noch nicht so."

In Deutschland probieren immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene E-Zigaretten, wie eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ergab. Zwischen 2014 und 2018 habe sich der Anteil der 16- bis 29-Jährigen, die jemals an einem Verdampfer gezogen hätten, von 11 auf 20 Prozent fast verdoppelt.

irb/dpa

insgesamt 68 Beiträge
herjemine 07.11.2019
1. Geht das schon wieder los:
Nikotin erhöhe etwa die Herzfrequenz und den Blutdruck... Um wieviel denn? Und das Kaffe dies auch tut ist Ihnen bekannt? Es geht sogar noch weiter: solcherlei Artikel erhöhen auf gefährlich Art und Weise meine Herzfrequenz [...]
Nikotin erhöhe etwa die Herzfrequenz und den Blutdruck... Um wieviel denn? Und das Kaffe dies auch tut ist Ihnen bekannt? Es geht sogar noch weiter: solcherlei Artikel erhöhen auf gefährlich Art und Weise meine Herzfrequenz und keinen Blutdruck! Also hinter einer ab-18-Jahre-Schranke veröffentlichen! Und nein, es gibt keinen Gatewayeffekt: Nahezu niemand wer mit dem Dampfen anfängt ist dann so blöd mit dem Rauchen anzufangen. Zigaretten stinken nämlich dauerhaft, schmecken schlechter und sind teurer. Junge Menschen probieren eigentlich immer alles aus. Die vier Papstanwärter hier im Forum natürlich ausgenommen. Dampfen ist natürlich nicht so unbedenklich wie am Nordpolarkreis zu leben. Solange dort kein Diesel-Monstertruck vorbeifährt oder die Russen ein kleines Raketenmissgeschick erleiden. Aber allemal gesundheitsverträglicher als Wurst essen oder Auto fahren. Da gibt es übrigens auch faustdicke Belege, dass das Vorbild der Eltern auf die Kinder umschlägt. Also im Sinne der Gesundheit erstmal Fleisch und individuelle Motorfahrzeuge verbieten (klar, Krankenwagen und Feuerwehr brauchen schon Elektrofahrzeuge), dann können wir über die eZigarette reden. Also wirklich: Extrawurst an Kinder! Drogendealer nenne ich so etwas. Und deren Eltern, da schreib ich besser nicht was ich dazu sage, sonst kommen meine Zeilen ja nie ins Forum...
noalk 07.11.2019
2. Wenn man das so liest, ...
... welchen Eiertanz die Wissenschaft um die Frage macht, wie schädlich das "Dampfen" sei, könnte man auf die Idee kommen, es sei gesund, fördere das Wachstum und die geistigen Fähigkeiten. Wenn der Liebe Gott [...]
... welchen Eiertanz die Wissenschaft um die Frage macht, wie schädlich das "Dampfen" sei, könnte man auf die Idee kommen, es sei gesund, fördere das Wachstum und die geistigen Fähigkeiten. Wenn der Liebe Gott gewollt hätte, dass der Mensch raucht, hätte er ihm einen Schornstein wachsen lassen. Es hat wohl seinen guten Grund, dass die Luft zum Atmen nur Stickstoff, Sauerstoff, ein bisschen Argon und Spuren von Kohlenstoffdioxid enthält. Es ist mir unverständlich, dass da auch noch Geld zum Fenster rausgeworfen wird, um nachzuweisen, dass alles andere der Gesundheit abträglich ist. Einstein lässt grüßen ...
zeichenkette 07.11.2019
3. Feinstaub?
Ja, möglicherweise kriegt man da auch Feinstaub ab, aber an einer Straße kriegt man mehr davon ab. Wenn das anders sein sollte, möchte ich da doch gerne mal Zahlen sehen. Dass der Dampf von E-Zigaretten schädlicher ist als [...]
Ja, möglicherweise kriegt man da auch Feinstaub ab, aber an einer Straße kriegt man mehr davon ab. Wenn das anders sein sollte, möchte ich da doch gerne mal Zahlen sehen. Dass der Dampf von E-Zigaretten schädlicher ist als Seeluft, glaube ich gerne. Aber als Ex-Raucher kann es ich nicht mehr hören, wenn Raucher mir auf einmal erzählen, dass sie lieber weiter rauchen, denn E-Zigaretten seien ja ungesund. Diese aktuelle undifferenzierte Panikmache ist nicht sehr zielführend...
burlei 07.11.2019
4. Das wirft noch mehr Fragen auf
Zitat: "Dass über die Luft eingeatmeter Feinstaub in den Blutkreislauf eintritt und schließlich direkt auf das Herz wirkt, ist bereits bekannt." Die Feinstaubbelastung besonders an Straßen, auf denen sich auch [...]
Zitat: "Dass über die Luft eingeatmeter Feinstaub in den Blutkreislauf eintritt und schließlich direkt auf das Herz wirkt, ist bereits bekannt." Die Feinstaubbelastung besonders an Straßen, auf denen sich auch Menschen bewegen ist enorm. Zitat Bundes-Umweltamt: "Die hohe Zahl und Dichte an Emittenten – beispielsweise Hausfeuerungsanlagen, Gewerbebetriebe, industrielle Anlagen und der Straßenverkehr – führen zu einer erhöhten Feinstaubkonzentration in Ballungsräumen gegenüber dem Umland." (Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/feinstaub-belastung#textpart-1) Frage: Hat das bisher irgendwelche Auswirkungen auf den Verbraucher gehabt, Verbote usw? Nö. Zitat: "Die Aromastoffe sind allerdings häufig nur für Lebensmittel zugelassen. Demnach schadet es zwar nachweislich nicht, sie zu verschlucken. Welche Wirkung sie haben, wenn sie inhaliert werden, ist in der Regel allerdings nicht untersucht." Aromastoffe werden z.B. in großen mengen in der Lebensmittelindustrie und Großbäckereien eingesetzt. Bei der Herstellung der Lebensmittel entsteht Dampf, der auch die verdampften Aromen enthält. Gab es schon Erkrankungen oder Todesfälle im Zusammenhang mit verdampften Aromen? Nö. Zitat: "Auch die Autoren der aktuellen Studie erklären, dass nicht davon auszugehen sei, dass Propylenglykol, Glycerin - dabei handelt es sich um die Hauptinhaltsstoffe der Liquids - sowie Aromen beim Einatmen die gleichen Wirkungen haben wie bei einer oralen Einnahme." Propylenglykol und Glyzerin werden schon seit Jahren als Nebel in Discotheken verwendet. Gab es schon schwere Erkrankungen oder Todesfälle durch Disco-Nebel? Nö Zitat: ""Am besorgniserregendsten ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich das angewöhnt haben - und möglicherweise nie mit dem Rauchen herkömmlicher Zigaretten angefangen hätten", sagt Nicholas Buchanan, Co-Autor der Studie. "Wir wissen nicht, welche gesundheitlichen Auswirkungen dies auf sie hat." Gut, kann man akzeptieren. Also lassen wir die Kinder und Jugendlichen doch lieber erst mal herkömmliche Zigaretten rauchen und hoffen dann, dass sie irgendwann auf die E-Zigarette umsteigen. Am erstaunlichsten an diesen ganzen Berichten ist für mich vor allem, dass man nichts weiß, aber völlig aufgeregt darüber Studien verfasst. Studien, die besonders die E-Zigarette verteufeln. Wünschenswert wäre erst einmal, dass die Werbung der Tabakkonzerne verschwindet. Ob für herkömmliche Zigaretten oder deren E-Zigaretten und Tabakverdampfer ist egal, sie gehört verboten. Weiter wäre zu wünschen, wenn der Jugendschutz für das Betreten der Läden, die auch Tabakwaren anbieten so restriktiv gehandhabt würde wie bei den E-Zigaretten-Geschäften. Also entweder verschwinden die Glimmstängel aus den Verkaufsregalen der Lotto-Annahmestellen, Lebensmittelketten und Tankstellen oder es kommt ein Betretungsverbot für Jugendliche unter 18 Jahren. Fertig. Dann hätte man wenigstens die Gleichheit der Waffen.
carreau 07.11.2019
5. Hätte Könnte Vielleicht
Genau das sagt die erwähnte Studie: Man weiss nix Genaues, deshalb wird es wohl schädlich sein. Die Fakten, die für die E-Zigarette als Tabakzigaretten-Ersatz sprechen, sind bekannt und überprüfbar (Royal College of [...]
Genau das sagt die erwähnte Studie: Man weiss nix Genaues, deshalb wird es wohl schädlich sein. Die Fakten, die für die E-Zigarette als Tabakzigaretten-Ersatz sprechen, sind bekannt und überprüfbar (Royal College of Physicians, Public Health England, Dr. Polosa, Dr. Farsalinos, Prof. Mayer), die unbewiesenen Mutmaßungen werden publiziert... Das alles ist eine politisch gewollte (Medien)Kampagne, die deshalb kriminell ist, weil sie Raucher vom Umstieg auf ein wesentlich weniger schädliches Ersatzprodukt abhält. Wenn die neue Drogenbauftragte dann aucgh noch von "E-Zigaretten-RAUCHERN" faselt, muss ich zu dem Schluss kommen, dass sie entweder zu blöd ist, um zwischen Rauch und Dampf unterscheiden zu können, oder aber bewusst lügt.

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