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Gesundheit

Körperpflege

Mit gesunder Haut durch den Winter

Trockene Heizungsluft drinnen, eisige Kälte draußen - Winter bedeutet Stress für die Haut: Sie spannt, wird spröde und rissig. Was jetzt am besten schützt und pflegt.

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Mittwoch, 09.01.2019   16:37 Uhr

Rote Hände, spröde Lippen, schuppige Stellen am ganzen Körper - unsere Haut ist in der kalten Jahreszeit im wahrsten Sinne angespannt. Wer besonders empfindlich ist, entwickelt juckende Ekzeme und kämpft mit aufgerissenen Stellen. Vor allem Neurodermitiker plagen sich im Winter, die Kälte verstärkt die Symptome. Das Angebot an Cremes und Salben ist zwar riesig - sorgt aber häufig vor allem für eins: Ratlosigkeit vorm Drogerie-Regal. Wie finde ich die richtige Pflege und warum setzt der Winter unserer Haut so zu?

"Die Haut wird in den kalten Monaten trockener, weil unsere natürliche Hautbarriere aus der Balance gerät", sagt Esther von Stebut-Borschitz, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Köln. "Diese Barriere verhindert das Eindringen von Fremdstoffen und Mikroorganismen und sorgt dafür, dass wir nicht zu viel Wasser verlieren." Der ständige Wechsel von trockener Heizungsluft und Kälte hebele diese Schutzfunktion aus.

Aufs Fett kommt es an

"Menschen, die normalerweise eine unproblematische Haut haben, aber im Winter zu Trockenheit neigen, sollten eine reichhaltigere Creme benutzen", sagt von Stebut-Borschitz. Dabei sei der Kauf neuer Pflegeprodukte häufig gar nicht nötig, ergänzt Apotheker Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer (BAK): "Wer Tagescreme und Nachtcreme tauscht, tut schon viel für die Haut." Denn Nachtcremes enthielten in der Regel mehr Fett als die leichten Tagescremes, die sich hingegen im Winter gut für die Nacht eigneten.

Wer sich dennoch im Winter eine neue Creme anschaffen will, sollte beim Kauf auf die Kennzeichnung 'Wasser-in-Öl' achten, rät Benkert. Wichtig sei aber, die fettige Creme wieder zu entfernen, wenn man sich für längere Zeit in geschlossenen Räumen befinde. "Eltern schmieren ihre Kinder gern vor dem Rausgehen dick ein", so Benkert. "Bleibt die fettige Creme auch in warmen Räumen lange auf der Haut, können Kinder regelrecht überhitzen."

Schutz für Lippen und Hände

Und was hilft gegen trockene Lippen? Hautärztin von Stebut-Borschitz rät, die Lippen so selten wie möglich zu befeuchten. "Das lindert nur kurz das Spannungsgefühl, langfristig wird die Haut aber noch trockener." Fettstifte mit der Aufschrift 'Für sehr trockene Lippen' seien gut geeignet. "Bewährt hat sich auch der Wirkstoff Dexpanthenol", sagt Thomas Benkert. "Er erhöht die Elastizität der Haut."

Nicht nur das Gesicht, auch die Hände werden in der Winterzeit empfindlicher. "Beim Händewaschen spülen wir wertvolles Fett weg", so Benkert. Weil die Händehygiene aber besonders wichtig ist zum Schutz vor Krankheitserregern, empfiehlt er, zwar häufig zu waschen, die Hände aber danach immer einzucremen.

Täglich duschen erlaubt

Zusätzlich zur richtigen Pflegecreme können schon kleinere Vorsichtsmaßnahmen helfen, die Haut im Winter zu schützen. "Auch Menschen mit Hautproblemen dürfen entgegen der landläufigen Meinung im Winter täglich duschen", sagt von Stebut-Borschitz. Allerdings nicht zu heiß und nicht zu lange. "Sonst entsteht eine Art Bratpfannen-Effekt und das Fett wird aus der Haut gelöst", erklärt die Dermatologin.

Das regelmäßige Duschen hat sogar einen Vorteil: Die feuchte Haut ist anschließend besonders aufnahmefähig für Pflegeprodukte. Schon während des Duschens eignen sich etwa rückfettende Lotionen. Danach sollte man die Haut mit einem Handtuch nur trockentupfen und nicht abrubbeln.

Mehr Pflege bei Neurodermitis und Schuppenflechte

Für Menschen mit Neurodermitis und Schuppenflechte reichen kleine Alltagsveränderungen häufig nicht aus, um die Haut auch in der kalten Jahreszeit zu schützen. Um hier entgegenzuwirken, sei es wichtig, die Haut konstant zu pflegen, sagt Esther von Stebut-Borschitz. Betroffene benutzten in der Regel sowieso täglich eine Basispflege. Im Winter sollten sie auf ein Produkt mit der Aufschrift "Für sehr trockene Haut" umsteigen.

QUIZ

Wie finde ich die perfekte Creme?

"Ich erlebe häufig Patienten, die einen ganzen Jutebeutel voller Produkte haben und nicht wissen, wie sie die perfekte Creme finden", sagt von Stebut-Borschitz. Sie rät, sich Proben geben zu lassen und diese in Ruhe auszuprobieren. "Am besten trägt man sich eine neue Creme in der Ellenbeuge auf und wiederholt dies zwei bis drei Tage lang."

Menschen mit Schuppenflechte sollten Cremes mit dem Feuchthaltefaktor Harnstoff (Urea) verwenden; ebenso wie Neurodermitiker, die zusätzlich auch vom Wirkstoff Glycerin profitierten - so empfehlen es auch die Leitlinien, an denen sich Ärzte bei der Behandlung von Neurodermitis und Psoriasis orientieren. Nur bei Babys sollte keine harnstoffhaltige Creme verwendet werden.

insgesamt 5 Beiträge
Nierengulasch 09.01.2019
1. Schmierige Angelegenheit.
Reichhaltig ist eine typische leere Worthülse der Werbeindustrie. Ich hätte nicht gedacht, dass man damit noch einen Hund hinter dem Ofen hervor locken kann. Das Wort "Feuchthaltefaktor" ist wahrscheinlich der [...]
Reichhaltig ist eine typische leere Worthülse der Werbeindustrie. Ich hätte nicht gedacht, dass man damit noch einen Hund hinter dem Ofen hervor locken kann. Das Wort "Feuchthaltefaktor" ist wahrscheinlich der nächste heiße Sch... und soll wohl ebenfalls eine gewisse Wissenschaftlichkeit andeuten. Irgendwie peinlich.
günter1934 09.01.2019
2. Ich denke
Nicht duschen, nicht waschen, das natürliche Fett auf der Haut lassen ist vielleicht die beste Methode, gut durch den Winter zu kommen. Aber wir leben glücklicherweise nicht allein auf dieser Welt...
Nicht duschen, nicht waschen, das natürliche Fett auf der Haut lassen ist vielleicht die beste Methode, gut durch den Winter zu kommen. Aber wir leben glücklicherweise nicht allein auf dieser Welt...
Luemgi 09.01.2019
3. Überschrift
Komisch, ich dusche alle ein bis zwei Tage inkl. Haarwäsche und benutze handelsübliches Duschbad aus dem Supermarkt. Ich creme meine Haut nie ein. Ausnahme: wenn ich in einem wirklich kalten Winter (unter -10 für längere Zeit) [...]
Komisch, ich dusche alle ein bis zwei Tage inkl. Haarwäsche und benutze handelsübliches Duschbad aus dem Supermarkt. Ich creme meine Haut nie ein. Ausnahme: wenn ich in einem wirklich kalten Winter (unter -10 für längere Zeit) viel draußen bin, dann ab und an eine Handcreme. Und ich benutze Fettstifte für die Lippen, weil ich das Spannungsgefühl nach dem Zähneputzen nicht mag. Wozu genau braucht es eine Tagescreme, eine Nachtcreme usw, wenn man nicht an einer behandlungsbedürftigen Hautkrankheit leidet? Ich schmiere auch mein Baby nicht ein und verwende bei ihrem Bad keine Badezusätze. Sie hat völlig gesunde Haut.
firstpedi 10.01.2019
4. Ratlos
Nichts als Floskeln. - Lesen wir hier das Ergebnis, wenn DirektorInnen-Stellen nach Quote und Parteibuch besetzt werden? Oder ist das der inhaltsleere Rest, der zeigt, was von Fachinformationen übrig bleibt, nachdem sich eine [...]
Nichts als Floskeln. - Lesen wir hier das Ergebnis, wenn DirektorInnen-Stellen nach Quote und Parteibuch besetzt werden? Oder ist das der inhaltsleere Rest, der zeigt, was von Fachinformationen übrig bleibt, nachdem sich eine ahnungslose SPON-Mitarbeiterin darüber hergemacht hat?
hexenbesen.65 11.01.2019
5.
War bei mir auch so. Cremes sind (in jungen Jahren ) absolut überbewertet. (Bei gesunder Haut). Nur geh ich jetzt 3 mal die Woche für je 90 Minuten im Hallenbad (Chlorwasser) schwimmen und dusche hinterher. Und ich bin auch [...]
Zitat von LuemgiKomisch, ich dusche alle ein bis zwei Tage inkl. Haarwäsche und benutze handelsübliches Duschbad aus dem Supermarkt. Ich creme meine Haut nie ein. Ausnahme: wenn ich in einem wirklich kalten Winter (unter -10 für längere Zeit) viel draußen bin, dann ab und an eine Handcreme. Und ich benutze Fettstifte für die Lippen, weil ich das Spannungsgefühl nach dem Zähneputzen nicht mag. Wozu genau braucht es eine Tagescreme, eine Nachtcreme usw, wenn man nicht an einer behandlungsbedürftigen Hautkrankheit leidet? Ich schmiere auch mein Baby nicht ein und verwende bei ihrem Bad keine Badezusätze. Sie hat völlig gesunde Haut.
War bei mir auch so. Cremes sind (in jungen Jahren ) absolut überbewertet. (Bei gesunder Haut). Nur geh ich jetzt 3 mal die Woche für je 90 Minuten im Hallenbad (Chlorwasser) schwimmen und dusche hinterher. Und ich bin auch schon etwas älter. Gestern hab ich dann zum ersten mal mich eingecremt, weil die Haut wirklich aussah wie von einer sich schuppenden Schlange..Heute (ich muss testen wegen Allergien- und juhu, ich vertrage es ) ist die Haut wie im Sommer-schön weich und (für mein Alter) glatt. Bei meinen Kindern hab ich "Badezusatz" (von der Hebamme empfholen) ins Wasser, da war keine großartige Chemie drin , sonst wurde nur mit Wasser gewaschen, keine Seife. In Drogerien steh ich auch "wie der Ochs vorm Berg" vor all den Cremes und reibe mir verwundert wie Augen, wie teuer der Sch*** ist. (Die Creme -von meiner inzwischen erwachsenen Tochter und angehende Chemikerin empfohlen- kostet nur einen Bruchteil dessen und stinkt-- äh riecht auch nicht so künstlich nach Erdbeere, Kokos oder sonstigen kram )

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