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Gesundheit

Gesundheitsminister für Widerspruchslösung

Spahn will jeden zum Organspender machen

Die Entnahme von Organen ist in Deutschland bisher nur möglich, wenn jemand ausdrücklich zustimmt. Geht es nach dem Gesundheitsminister, soll sich das ändern.

Getty Images

Jens Spahn

Montag, 03.09.2018   11:05 Uhr

In der Debatte um weniger Organspender in Deutschland hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für eine sogenannte Widerspruchslösung ausgesprochen. "Nur so kann die Organspende zum Normalfall werden", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung.

Widerspruchslösung bedeutet, dass jeder automatisch als Organspender gilt - außer man selbst oder Angehörige widersprechen ausdrücklich. Bisher sind Entnahmen in Deutschland nur möglich, wenn jemand ausdrücklich zustimmt.

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Spahn sagte nun, eine solche Neuregelung stelle zwar einen Eingriff des Staates in die Freiheit des Einzelnen dar. Doch alle bisherigen Versuche der Politik, die Zahl der Organspender zu steigern, seien leider ohne Erfolg geblieben. "Deshalb brauchen wir eine breite gesellschaftliche Debatte über die Widerspruchslösung."

Einen Gesetzentwurf werde er dazu aber nicht in den Bundestag einbringen, sagte Spahn. Er wolle, dass im Bundestag zunächst über das Thema diskutiert werde.

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Zur Steigerung der Spendenzahlen hatte Spahn bereits vor wenigen Tagen angekündigt, dass Transplantationsbeauftragte in Krankenhäusern mehr Zeit für diese Aufgabe bekommen und die Vergütung der Einrichtungen für den ganzen Prozess einer Organspende verbessert werden sollen (die Kernpunkte seines Gesetzentwurfs können Sie hier nachlesen).

Die Zahl der Organspender hatte nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation im vergangenen Jahr mit 797 einen Tiefpunkt erreicht. Im ersten Halbjahr 2018 gab es eine Zunahme. Ende August hatte Spahn gesagt, dass 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spendeorgan warten.

aar/dpa/AFP

insgesamt 261 Beiträge
patkim 03.09.2018
1. Gut so
Endlich ein guter Ansatz, funktioniert in anderen Ländern schon länger so! Mal sehen wie lange drüber geredet wird und wann gehandelt wird....
Endlich ein guter Ansatz, funktioniert in anderen Ländern schon länger so! Mal sehen wie lange drüber geredet wird und wann gehandelt wird....
sdietze 03.09.2018
2. Bravo
So muss es sein, damit jeder darüber nachdenken muss. Wenn er oder sie es nicht tut, ist er oder sie automatisch Organspender, und kann sich nicht mehr heraus reden. Das hat man aber von einem konservativen Politiker wie Spahn [...]
So muss es sein, damit jeder darüber nachdenken muss. Wenn er oder sie es nicht tut, ist er oder sie automatisch Organspender, und kann sich nicht mehr heraus reden. Das hat man aber von einem konservativen Politiker wie Spahn allerdings nicht erwartet. Hoffen wir, dass Kauder und Konsorten das nicht verhindern.
van_westhuizen 03.09.2018
3. Österreich
Ich würde eine Regelung ähnlich wie in Österreich sehr unterstützen und sehe Spahns Pläne insofern begründet, dass wir heutzutage wirklich Organnotstand haben.
Ich würde eine Regelung ähnlich wie in Österreich sehr unterstützen und sehe Spahns Pläne insofern begründet, dass wir heutzutage wirklich Organnotstand haben.
fromdalake 03.09.2018
4. absolut richtig...
...und überfällig. Das ist in anderen Ländern schon Standard. Und der Eingriff des Staates in die Freiheit des Einzelnen ist ja klar wiederrufbar. Im Gegensatz zu anderen Gesetzen. Also: Machen, liebe Bundesregierung.
...und überfällig. Das ist in anderen Ländern schon Standard. Und der Eingriff des Staates in die Freiheit des Einzelnen ist ja klar wiederrufbar. Im Gegensatz zu anderen Gesetzen. Also: Machen, liebe Bundesregierung.
jozu2 03.09.2018
5. Alle sind grds.Spender - Richtig so!
Nur so bekommt man genügend Spender. Wir können uns von ein paar Leuten, nach deren mittelalterlichen Glaube die Organentnahme in die Hölle führt, nicht Grundsatzentscheidungen diktieren lassen. Selbst wenn so eine starke [...]
Nur so bekommt man genügend Spender. Wir können uns von ein paar Leuten, nach deren mittelalterlichen Glaube die Organentnahme in die Hölle führt, nicht Grundsatzentscheidungen diktieren lassen. Selbst wenn so eine starke Organisation wie die Kirche dahinter steckt. Wird Zeit, dass die Union das "C" ablegt. Gut so, Herr Spahn
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