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Gesundheit

Sexuell übertragbare Viren

Impfung schützt vor Krebs und Warzen - auch Ungeimpfte

Jährlich erkranken weltweit mehr als 500.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die HPV-Impfung reduziert diese Zahl deutlich, zeigt eine Studie. Doch sie erreicht viel zu wenige - auch in Deutschland.

MSD

Humane Papillomviren (HPV)

Freitag, 28.06.2019   17:54 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will Gebärmutterhalskrebs weltweit eliminieren. In Deutschland erkranken jährlich 4500 Frauen an diesem Tumor. Bisher ist er der vierthäufigste bei Frauen - und der erste gegen dessen Auslöser ein Impfstoff existiert. Ergebnisse einer neuen Studie zeigen: Nationale Impfprogramme gegen Humane Papillomviren (HPV) bei jungen Frauen senken das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich.

Darüber hinaus profitieren von den Impfungen indirekt auch ungeimpfte Bevölkerungsgruppen - eine sogenannte Herdenimmunität ist den Autoren der Studie zufolge erkennbar. Denn Geimpfte übertragen die Infektion nicht weiter und schützen so auch andere. Das Ausmaß des Schutzeffektes hängt jedoch maßgeblich vom jeweiligen Impfprogramm ab, wie das internationale Forscherteam der Université Laval in Quebec in ihrer Studie im Fachmagazin "The Lancet" berichtet.

Warzen, Gewebeveränderungen und Tumoren

Humane Papillomviren sind weltweit stark verbreitet und werden beim Sex übertragen. Manche der mehr als 200 bekannten Virustypen führen zu harmlosen Warzen. Andere verursachen mehr oder weniger bösartige Gewebeveränderungen, unter anderem an Gebärmutterhals, Scheide, Penis, After und im Mund-Rachen-Bereich. Inzwischen gelten die Viren als Hauptursache von Gebärmutterhalskrebs, die HPV-Varianten 16 und 18 sollen etwa 70 Prozent aller Fälle der Krebserkrankung verursachen.

2007 wurde die HPV-Impfung in Deutschland zugelassen. Eine Studie der Cochrane Collaboration hatte vor einem Jahr gezeigt, dass sie das individuelle Infektionsrisiko deutlich senkt. Nun analysierte das Team um Drolet die Folgen nationaler Impfprogramme auf einer größeren Ebene. Dazu wertete es 65 Studien aus 14 wohlhabenden Ländern aus, darunter Deutschland. Insgesamt erfassten die Studien etwa 60 Millionen Menschen.

Die Forscher verglichen die Zeiträume vor und nach Einführung der Impfung vor allem im Hinblick auf drei Aspekte:

Die Ergebnisse für den Zeitraum von fünf bis acht Jahren nach Einführung der Impfung zeigen:

Die Stärke des Effekts hing jedoch von der Durchimpfungsrate ab sowie davon, ob mehrere oder nur einzelne Jahrgänge geimpft wurden. In Ländern mit hoher Durchimpfung sanken die Diagnosen von Warzen an Anus und Genitalien bei beiden Geschlechtern im Alter von 15 bis 19 Jahren um etwa 87 Prozent, außerdem wurden 57 Prozent weniger Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert.

Niedrige Impfrate in Deutschland

In Deutschland richtet sich die Impfung zwar an eine relativ breite Altersgruppe - Kinder von 9 bis 14 Jahren -, die Impfrate bei Mädchen ist jedoch mit etwa 45 Prozent recht niedrig. In anderen Gebieten, etwa in Schottland, werden bis zu 90 Prozent erreicht. Inzwischen wird die Impfung auch für Jungen empfohlen.

"Unsere Resultate liefern starke Belege dafür, dass die HPV-Impfung tatsächlich Gebärmutterhalskrebs verhindern kann, denn sowohl die HPV-Infektionen, die die meisten Tumore verursachen, als auch die Krebsvorstufen nehmen ab", wird Drolet in einer "Lancet"-Mitteilung zitiert.

Zwar könne die Studie nicht beweisen, dass der Rückgang der Infektionen und Diagnosen tatsächlich auf die Impfprogramme zurückgeht, räumt das Team der Studie ein. Dies sei aber sehr wahrscheinlich, da Länder mit höherer Durchimpfung stärkere Rückgänge verbuchten.

Ein Paradebeispiel für die Prävention von Krebs

Das Ziel der WHO, Gebärmutterhalskrebs weltweit zu eliminieren, hält Thomas Harder vom Fachgebiet Impfprävention am Robert Koch-Institut für sehr ehrgeizig, aber erreichbar. Doch wie ist die Situation in ärmeren Ländern, die dann auch erreicht werden müssten?

Bis zum Jahr 2021 wollten fast 40 solche Staaten Impfprogramme auflegen, schreibt Silvia de Sanjose von der Gesundheitsorganisation PATH in Seattle in einem "Lancet"-Kommentar. Die jetzige Studie werde der WHO helfen, HPV-Impfprogramme weltweit durchzusetzen, glaubt sie: "Die HPV-Impfung könnte ein Paradebeispiel für die Prävention von Krebs im 21. Jahrhundert werden."

In Deutschland erkranken laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten pro Jahr mehr als 4500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 1500 sterben jährlich daran. Weltweit ist er mit rund 570.000 Fällen jährlich der vierthäufigste Tumortyp bei Frauen, im Jahr 2018 starben daran mehr als 313.000 Patientinnen.

hle/dpa

insgesamt 14 Beiträge
Patti 28.06.2019
1. Studie kann es nicht beweisen...
" Zitat: Zwar könne die Studie nicht beweisen, dass der Rückgang der Infektionen und Diagnosen tatsächlich auf die Impfprogramme zurückgeht, räumt das Team der Studie ein." Dazu muss man wissen, dass diese Impfung [...]
" Zitat: Zwar könne die Studie nicht beweisen, dass der Rückgang der Infektionen und Diagnosen tatsächlich auf die Impfprogramme zurückgeht, räumt das Team der Studie ein." Dazu muss man wissen, dass diese Impfung erst seit relativ kurzer Zeit gemacht wird. Quasi machen alle Beteiligten eine Großstudie mit. Kann ja jeder für sich selber entscheiden. Ich vermisse die andere Studie in denen berichtet wurde, dass die Impfung sogar den Gebärmutterhalskrebs ausgelöst hat. Könnten sie bitte auch darüber recherchieren und berichten. Das fänd ich mal anständig. Man sollte immer beide Seiten kennen. Danke.
1579 28.06.2019
2. Bitte alle impfen
Vor genau 33 Jahren hatte ich eine Vorstufe vom Gebärmutterhals Krebs. Mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen. Krankenhaus, Ausschabung und eine mini op am Gebärmutterhals. Angst, dass es wieder kommt. Das wäre mir mit [...]
Vor genau 33 Jahren hatte ich eine Vorstufe vom Gebärmutterhals Krebs. Mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen. Krankenhaus, Ausschabung und eine mini op am Gebärmutterhals. Angst, dass es wieder kommt. Das wäre mir mit einer Impfung alles erspart geblieben. Übertragen wurde es durch meinen damaligen Mann. Deshalb auch unbedingt Jungs impfen.
cedebe 28.06.2019
3. liebe Patti
bitte verlinken Sie doch solch eine Studie, so sie denn existiert. Ansonsten wirkt es sehr nach faktenresistenter Impfgegnerschaft. ich bin froh, dass es die Impfung gibt und sich gute Ergebnisse zeigen.
bitte verlinken Sie doch solch eine Studie, so sie denn existiert. Ansonsten wirkt es sehr nach faktenresistenter Impfgegnerschaft. ich bin froh, dass es die Impfung gibt und sich gute Ergebnisse zeigen.
Stereo_MCs 28.06.2019
4.
Lesen sie doch bitte ihre Kommentare zur Homöopathie, dann erübrigen sich alle ihre Fragen. Und wenn tatsächlich ein Link kommen sollte, sie können davon ausgehen es wird nicht passieren, dann wird er sicher aus einer [...]
Zitat von cedebebitte verlinken Sie doch solch eine Studie, so sie denn existiert. Ansonsten wirkt es sehr nach faktenresistenter Impfgegnerschaft. ich bin froh, dass es die Impfung gibt und sich gute Ergebnisse zeigen.
Lesen sie doch bitte ihre Kommentare zur Homöopathie, dann erübrigen sich alle ihre Fragen. Und wenn tatsächlich ein Link kommen sollte, sie können davon ausgehen es wird nicht passieren, dann wird er sicher aus einer zweifelhaften Quelle kommen.
iLady 28.06.2019
5. vierthäufigste Tumortyp bei Frauen
Warum nur Kinder? Aber leider kann man sich über 17 nur noch auf eigene kosten impfen und das finde ich sehr schade... kann sich nämlich nicht jede Frau leisten. ich würde mich gerne sofort impfen lassen … Dabei empfehlen [...]
Warum nur Kinder? Aber leider kann man sich über 17 nur noch auf eigene kosten impfen und das finde ich sehr schade... kann sich nämlich nicht jede Frau leisten. ich würde mich gerne sofort impfen lassen … Dabei empfehlen Frauenärzte die Impfung auch für ältere Frauen... (sogra schon seit ) ZITAT:" Die HPV-Impfung ist auch nach einer Infektion mit Humanen Papillomviren sinnvoll für sexuell aktive Personen. Auch dann, wenn eine Frau oder ein Mann bereits sexuell aktiv ist und schon Infektionen mit dem Human-Papilloma-Virus (HPV) durchgemacht hat, kann eine HPV-Impfung noch sinnvoll sein. Denn HP-Viren sind in der Lage, das Immunsystem geschickt zu umgehen. Eine "natürliche" Infektion mit einem HP-Virus hinterlässt deshalb nur eine Immunität, die auf diesen einen Virustypus und wahrscheinlich auch nur auf das infizierte Areal begrenzt ist, aber keine dauerhafte Immunität des ganzen Organismus. Durch die Impfung dagegen wird eine anhaltende, sichere Immunabwehr aufgebaut, die bei jedem künftigen Kontakt mit den beiden Hochrisiko-Virustypen 16 und 18 davor schützt, dass sich aus diesem Kontakt noch eine Infektion, Krebsvorstufen und Krebs entwickeln"
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