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Gesundheit

Broken-Heart-Syndrom

Liebeskummer kann tödlich sein

Liebeskummer wirkt sich unterschiedlich aus. Der eine leidet zwei Monate, der andere mehrere Jahre. Und manche werden sogar schwer krank. Experten erklären, warum man ein gebrochenes Herz nicht unterschätzen darf.

Martin Dimitrov/ Getty Images

Liebeskummer kann aus medizinischer Sicht problematisch sein

Donnerstag, 11.07.2019   09:58 Uhr

Die meisten Menschen trifft es mit voller Wucht: Eine innige Beziehung zerbricht - und das Herz gleich mit. Um das Leid zu beschreiben, sei der Begriff Liebeskummer aber zu harmlos, sagt Günter H. Seidler, Facharzt für Psychotherapie und Professor an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

"Trennungen und unglückliche Lieben lösen nicht nur eine vorübergehende Traurigkeit aus, sondern können tatsächlich krank machen", so der Experte. Viele Erwachsene würden das jedoch nicht ernst nehmen. Die meisten gehen davon aus, dass das bisschen Liebeskummer von selbst verschwindet.

Praxis für Patienten mit Herzschmerz

Dabei könne der Schmerz durchaus zwei Jahre anhalten, sagt Seidler. "Und manchmal auch ein ganzes Leben." Wie Menschen mit ihrem Kummer umgehen, sei ganz verschieden: Viele stürzen sich direkt in die nächste Beziehung - schleppen die Last der alten aber noch mit. Laut dem Experten keine gute Grundlage.

Auch Elena Sohn, Autorin des Buches "Goodbye Herzschmerz", rät dazu, Liebeskummer nicht zu unterschätzen. "Die Symptome gleichen einer Depression", sagt sie. Betroffene kämpfen zum Beispiel mit Perspektivlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlafmangel, Appetitlosigkeit oder Antriebslosigkeit.

Für solche Fälle betreibt Sohn die Beratungsagentur Liebeskümmerer. In ihrer Praxis sieht sie am häufigsten Menschen zwischen 30 und 40 Jahren, aber auch manche, die älter als 70 Jahre sind. Viele ihrer Klienten seien aus Vernunftehen ausgebrochen und hätten im späten Alter zum ersten Mal echtes Verliebtsein kennengelernt. "Wenn dieser neue, geliebte Partner sich dann trennt, bricht tatsächlich eine Welt zusammen."

Unabhängig vom Lebensalter sei es wichtig, das Gespräch zu suchen und sich vor Augen zu führen, was im eigenen Leben noch von Bedeutung sei. Das könne ein erfüllter Beruf sein, ein Hobby oder der Kontakt zu guten Freunden.

Krank vor Liebe

In sehr seltenen Fällen werden Menschen aus Kummer todkrank - in solchen Fällen muss Hilfe von außen her. Die Betroffenen erleiden ein akutes Herzversagen, ausgelöst durch starken emotionalen Stress. Broken-Heart-Syndrom nennt man dieses Phänomen, Mediziner sprechen auch vom Tako-Tsubo-Syndrom. Im schlimmsten Fall kann es sogar tödlich verlaufen.

Broken-Heart-Syndrom

Viele Patienten entwickeln in dieser akuten Phase, die meistens ein bis drei Tage dauert, Begleiterkrankungen wie Lungenödeme oder sogenannte kardiogene Schocks, bei denen ein Pumpversagen des Herzens auftritt. Brustschmerzen und Atemnot sprechen in der Klinik zunächst für einen Herzinfarkt, erklärt Katrin Streckfuß-Bömeke, Biologin an der Universitätsmedizin Göttingen, die die Krankheit erforscht.

Doch im Gegensatz zum Herzinfarkt, sind die meisten Patienten laut Streckfuß-Bömeke nach zwei Monaten wieder gesund. Sie rät jedoch, nach überstandener Krankheit psychotherapeutische Hilfe in Erwägung zu ziehen.

ctl/dpa

insgesamt 14 Beiträge
chrismuc2011 11.07.2019
1.
Das tritt meiner Meinung nach auch bei Trennungen statt, wie z.B. Kindesentzug durch die Kindesmutter. Ein Schmerz, der ein Leben lang anhält.
Das tritt meiner Meinung nach auch bei Trennungen statt, wie z.B. Kindesentzug durch die Kindesmutter. Ein Schmerz, der ein Leben lang anhält.
wolfabc 11.07.2019
2.
Broken-Heart-Syndrom nennt man dieses Phänomen... Echt? Wahnsinn! Und so neu! Davon kann man ernsthaft krank werden? Wer hätte das gedacht!? Das gab's früher nicht! Das muss eine total neue Sache sein! Und was völlig Andreres [...]
Broken-Heart-Syndrom nennt man dieses Phänomen... Echt? Wahnsinn! Und so neu! Davon kann man ernsthaft krank werden? Wer hätte das gedacht!? Das gab's früher nicht! Das muss eine total neue Sache sein! Und was völlig Andreres als ein gebrochenen Herz. Oder zumindest viel, viel schlimmer. Nämlich broken! Auweia, was Liebe alles so verursachen kann! Das bricht einem das Herz vor lauter Mitleid!
rocketsquirrel 11.07.2019
3. Mehr als das
Auch wenn der Verfasser des zweiten Beitrags es anscheinend irgendwie lustig findet, so ist es für die Betroffenen es ganz und gar nicht. Parallel dazu ist kommen bei vielen Broken Heart Patienten auch Begleiterscheinungen wie [...]
Auch wenn der Verfasser des zweiten Beitrags es anscheinend irgendwie lustig findet, so ist es für die Betroffenen es ganz und gar nicht. Parallel dazu ist kommen bei vielen Broken Heart Patienten auch Begleiterscheinungen wie Suchtmittelkonsum bis Mißbrauch. Der Aspekt der in dem Artikel leider arg zu kurz kommt ist, wie und wo Betroffene Hilfe erhalten können.
siryanow 11.07.2019
4. Liebe Kummer Zukunft
Mir hat es sehr geholfen daran zu glauben , dass ich auch nach der Trennung viel zu geben habe und nicht zulasse dass das Negative mich auffrisst. Genau das habe ich meinem Sohn vorgelebt und bin überzeugt dass es ihm bei seiner [...]
Mir hat es sehr geholfen daran zu glauben , dass ich auch nach der Trennung viel zu geben habe und nicht zulasse dass das Negative mich auffrisst. Genau das habe ich meinem Sohn vorgelebt und bin überzeugt dass es ihm bei seiner Trennung hilft.
wilbury 11.07.2019
5. Ich viel ins Bodenlose
Mein Lebensmotto war stets "geht nicht gibt's nicht". Leider habe ich sehr schmerzhaft erfahren müssen, das es "geht nicht" wirklich gibt! Bin von meiner Ex über Monate betrogen und belogen worden. Als ich dahinter kam und [...]
Mein Lebensmotto war stets "geht nicht gibt's nicht". Leider habe ich sehr schmerzhaft erfahren müssen, das es "geht nicht" wirklich gibt! Bin von meiner Ex über Monate betrogen und belogen worden. Als ich dahinter kam und sie Rausschmiss, unterstellte Sie mir gewaltig zu sein, rief grundlos die Polizei, mit dem Ergebnis, dass ich mein eigenes Haus für 10 Tage nicht mehr betreten durfte. Jetzt nach 6 Monaten Psychoterror und Erpressung um das gemeinsame Kind. Dazu natürlich Zugewinn und Unterhalt. Ich war 3 Monate nicht arbeitsfähig und nehme immer noch Psychopharmaka und bin in Behandlung eines Psychologen. Auch der 9-jährige Sohn braucht psychologische Hilfe. Ob ich meine volle Leistungsfähigkeit zurückgewinne ist fraglich. Nur der Dame geht es gut.

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