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Gesundheit
Freitag, 31.08.2018   11:47 Uhr

Stressfallen entlarven

"Ich muss das jetzt machen, weil..."

Viele Stress-Situationen sind hausgemacht - und haben mit der eigenen Persönlichkeit zu tun. Hier bekommen Perfektionisten und Jasager Tipps für einen kompetenteren Umgang mit Drucksituationen.

Von
Getty Images/Westend61

Wer durch Anforderungen und Aufgaben häufig belastet ist, sucht die Gründe für diesen Stress oft zunächst in den äußeren Bedingungen. Und natürlich sind fordernde Chefs, chaotische Strukturen, Doppelbelastung oder wirtschaftlicher Druck wichtige Stressursachen.

Psychologen und Trainer im Bereich Stress-Management betonen aber, dass oft auch psychische Faktoren beteiligt sind, wenn Stress unerträglich wird. Innere Bewertungen, Verarbeitungsmuster, Leistungsansprüche oder Ängste tragen zum Stresserleben bei - und beeinflussen die Art und Weise, wie wir mit unseren Aufgaben umgehen. Wer beispielsweise perfektionistisch ist, wird niemals fertig und prüft alles vielfach: Wenn dann der Zeitdruck wächst, nimmt auch der Stress drastisch zu.

Mal nur 80 Prozent geben

In dieser Woche helfen Ihnen die Aufgaben und Übungen dabei zu erkennen, wo Sie es sich im Umgang mit Stress aufgrund Ihrer Persönlichkeit selbst schwer machen - und was Sie dagegen tun können.

Es stehen zwei Übungen zur Auswahl: Die eine richtet sich an Menschen mit hohem Leistungsanspruch und Perfektionismus. Die andere wendet sich an Menschen, die schlecht Nein sagen können, weil sie chaotisch sind, gern allen helfen oder es allen recht machen wollen. Entscheiden Sie selbst, welches Problem eher auf Sie zutrifft, und wählen Sie die Aufgabe danach aus.

Für Perfektionisten: Kaum ein Ratschlag macht Menschen, die sehr genau sind, rasender als "Mach es doch einfach nur 80-prozentig." Denn genau das funktioniert eben nicht. Falls Sie also jemand sind, der Aufgaben ganz genau und am liebsten selbst macht, kann es für Sie hilfreich sein, sich klar zu machen, an welchen Stellen es für Sie realistisch ist, tatsächlich ein wenig locker zu lassen. Wichtig: Probieren Sie im Arbeitsleben nicht, bei den wichtigsten Kernaufgaben anzusetzen. Machen Sie diese weiter zu 100 Prozent gut. Wenden Sie die 80-Prozent-Sicht eher auf andere Bereiche an. Lesen Sie folgende Vorschläge und suchen Sie sich einen heraus, den Sie in der kommenden Woche umsetzen:

Diese einfachen Tricks helfen vielen Perfektionisten im Umgang mit Stress. Wenn Sie merken, dass all das bei Ihnen Angst, Beklemmung oder ein Gefühl von "Das geht doch nicht" oder "Das macht man nicht" auslöst, kann es sein, dass ihr hoher Anspruch Ihnen auf quälende Weise im Weg steht. Überlegen Sie, ob Sie sich zu dem Punkt vielleicht beraten lassen wollen. Oft wird das Lockerlassen dann einfacher.

Für Jasager: Wer Bitten anderer nicht ausschlagen kann, der kann auch mit dem simplen Ratschlag "Du musst einfach lernen, Nein zu sagen" nichts anfangen. Denn Menschen, die seit frühster Jugend gelernt haben, dass es sehr wichtig ist, anderen permanent beizuspringen, sind mit dem theoretischen Vorsatz komplett überfordert.

Wenn Sie sich hier wiederfinden, probieren Sie es in dieser Woche mit folgender Übung: Setzen Sie sich eine Viertelstunde hin und überlegen Sie, an welchen Stellen im stressigen Alltag Sie so über Ihre Grenzen gehen, dass es Sie belastet. Beantworten Sie folgende Fragen - gerne auch schriftlich:

Wenn Sie die Fragen beantwortet haben, suchen Sie sich zwei Punkte heraus, gegen die Sie sich ab jetzt abgrenzen wollen. Legen Sie für diese Bereiche eine klare Regel fest wie etwa: "Ich mache eine Überstunde pro Woche, aber nicht mehr." Oder: "Ich will einmal in der Woche zum Yoga, da nimmt mein Partner die Kinder." Versuchen Sie nun, während der nächsten Woche eine dieser neuen Regeln umzusetzen - und beizubehalten.

Überlegen Sie auch, wie Sie diese Regeln anderen gegenüber formulieren wollen, damit Sie sich nicht wieder zu einem Verhalten überreden lassen, das über Ihre persönlichen Grenzen geht. Experimentieren Sie generell mit festen Regeln, die Sie immer vor Augen haben: Denn wer schlecht Nein sagen kann, dem hilft es, die eigenen Grenzen immer klar im Blick zu haben!

Haben Sie den Zusammenhang von der inneren Haltungen und dem Erleben von Stress in dieser Woche deutlicher wahrgenommen? Falls ja, erinnern Sie sich daran, wenn Sie das nächste Mal innerlich rotieren. Überlegen Sie dann, ob Perfektionismus oder Nicht-Nein-Sagen-Können dazu beitragen, dass die aktuelle Situation Ihnen zu schaffen macht.

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