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Arbeitsmarkt in Deutschland

"Die Frauen haben aufgeholt, ohne die Männer einzuholen"

Frauen gehören mittlerweile zu den großen Gewinnern auf dem Arbeitsmarkt, wie eine Bertelsmann-Studie zeigt. Trotzdem liegen Männer beim Gehalt weit vorn. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe.

DPA

Von
Freitag, 15.03.2019   16:09 Uhr

Frauen gehören zu den großen Gewinnern auf dem Arbeitsmarkt: Ihre Ausbildung ist besser geworden. Sie arbeiten häufiger und mehr, und ihre Einkommen sind gestiegen. Egal, ob sie allein leben oder mit Partner, ob mit Kindern oder ohne. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie der FU Berlin zu Gewinnern und Verlierern auf dem deutschen Arbeitsmarkt, die von der Bertelsmann-Stiftung gefördert wurde und dem SPIEGEL vorliegt.

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Doch die Studie zeigt auch: Der Weg bis zur Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt ist noch lang. So hatte im Jahr 1976 etwa ein männlicher Akademiker in Westdeutschland ein verfügbares Einkommen von durchschnittlich etwa 3700 Euro, im Jahr 2013 waren es knapp 3850 Euro. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Hochqualifizierte Frauen hatten dagegen im Jahr 1976 im Schnitt ein verfügbares Einkommen, das damals kaum höher war als das eines geringqualifizierten Mannes - es lag bei etwa 1650 Euro, bis 2013 war es auf 2045 Euro angestiegen. "Die Frauen haben aufgeholt, ohne die Männer einzuholen", sagt Manuela Barisic, die bei Bertelsmann das Projekt leitet.

"Der Bildungserfolg der Frauen spiegelt sich nicht in ihrer Arbeit wider"

Dafür gibt es laut der Studie folgende Gründe:

Für ihre Studie werteten die Forscher den Mikrozensus des Statistischen Bundesamts aus, eine repräsentative Befragung von einem Prozent der deutschen Haushalte, die seit 1957 mit wenigen Ausnahmen jährlich durchgeführt wird.

Die aktuellsten Zahlen stammen von 2012 und 2013. Die Forscher sahen sich unter anderem das Bildungsniveau und die Erwerbsbeteiligung an. Sie bereinigten die verfügbaren Einkommen zu den verschiedenen Zeitpunkten und rechneten sie in Preise von 2015 um, damit man sie vergleichen kann.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 18 Beiträge
eurusiii 15.03.2019
1. Äpfel mit Birnen vergleichen
Es gibt auch Männer, die weniger als andere Männer verdienen, weil es am gewählten Beruf liegt ! Dass Frauen 21% weniger als Männer verdienen, liegt an den unterschiedlich gewählten Berufen. Bei identischen Berufen gibt es [...]
Es gibt auch Männer, die weniger als andere Männer verdienen, weil es am gewählten Beruf liegt ! Dass Frauen 21% weniger als Männer verdienen, liegt an den unterschiedlich gewählten Berufen. Bei identischen Berufen gibt es noch in Summe einen Unterschied von 3 bis 5%, daran sollte noch gearbeitet werden. Aber auch bei identischer Berufswahl gibt es auch bei den Männern untereinander unterschiedliche Gehälter. Grds. sollte es für gleiche Arbeit den gleichen Lohn geben, geschlechterunabhängig. Punkt.
JungUndFrei 15.03.2019
2.
Ein wichtiger Aspekt wurde vergessen, nicht jede akademische Bildung lässt sich gleich gut vermarkten. Dazu kommt, dass manche Jobs, auch im akademischen Bereich, ungemütliche Arbeitsbedingungen mit sich bringen. In meinem nicht [...]
Ein wichtiger Aspekt wurde vergessen, nicht jede akademische Bildung lässt sich gleich gut vermarkten. Dazu kommt, dass manche Jobs, auch im akademischen Bereich, ungemütliche Arbeitsbedingungen mit sich bringen. In meinem nicht repräsentativen persöhnlichen Umfeld, wählen Männer öfters die finanziell erträglichere Variante.
meinsenf123 15.03.2019
3.
Wenigsten wird für einmal darauf hingewiesen, dass bei diesen Gehaltsvergleichen nicht einmal die Arbeitspensen berücksichtigt werden.
Wenigsten wird für einmal darauf hingewiesen, dass bei diesen Gehaltsvergleichen nicht einmal die Arbeitspensen berücksichtigt werden.
Cogitatio33 15.03.2019
4. Nur kurz mal festhalten
Die unterschiedlichen Einkommen liegen also nicht daran, dass ein Mann für die gleiche Tätigkeit mehr Geld verdient, sondern an der unterschiedlichen Wahl der Tätigkeit und an den unterschiedlichen Stunden, die pro Woche [...]
Die unterschiedlichen Einkommen liegen also nicht daran, dass ein Mann für die gleiche Tätigkeit mehr Geld verdient, sondern an der unterschiedlichen Wahl der Tätigkeit und an den unterschiedlichen Stunden, die pro Woche abgeleistet werden. Bin auch der Meinung, dass der Weg bis zur "Gleichberechtigung" noch lange dauern wird; nämlich bis sich eine Mehrzahl der Männer "unterqualifizierte" Tätigkeiten aussuchen und auch weniger Stunden pro Woche arbeiten. Gleichberechtigung kommt meiner Auffassung nach von "gleichem Recht". Das scheinen doch alle zu haben...oder hab ich da irgend etwas verpasst?
realist4 15.03.2019
5. Und täglich grüßt das Murmeltier
Solche Schrottstudien gibt es doch schon zuhauf, worin besteht hier ein Wissenszuwachs? Frauen suchen sich häufig schlecht bezahlte Berufe aus, Frauen arbeiten oft an Arbeitsplätzen unter ihrem Ausbildungsniveau (z. B. weil es [...]
Solche Schrottstudien gibt es doch schon zuhauf, worin besteht hier ein Wissenszuwachs? Frauen suchen sich häufig schlecht bezahlte Berufe aus, Frauen arbeiten oft an Arbeitsplätzen unter ihrem Ausbildungsniveau (z. B. weil es im Ausbildungsberuf keine Nachfrage gibt), Frauen arbeiten öfters halbtags (weil sie emotional stärker an ihre Kinder gebunden sind). Wo ist hier die Neuigkeit? Was nutzt die Studie? Nichts, denn die Feministinnen ala Stockowski werden weiter gleuben, dass die Männer daran schuld sind und den Männern ist es egal, sie können es ja ohnehin nicht ändern.
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