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Ausbildung

Jugendliche folgen bei der Berufswahl oft Klischees

Ein klassischer Männerberuf für Jungen, ein Frauenjob für Mädchen: Jugendliche folgen bei der Ausbildung meist üblichen Rollenbildern - nur in manchen Branchen brechen die tradierten Muster auf.

Daniel Bockwoldt / DPA

Ein Auszubildender setzt eine Schweißnaht, während sein Lehrer zuschaut

Dienstag, 13.08.2019   20:59 Uhr

Obwohl sich die meisten Jugendlichen immer noch an klassischen Rollenbildern orientieren, wandeln sich die Berufsvorstellungen sich bei Jungen und Mädchen. Zwar würden junge Menschen bei der Wahl ihres Ausbildungsberufs oft Klischees folgen, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Achim Dercks, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Allerdings: "Die Berufsvorstellungen von Jugendlichen ändern sich zwar langsam, aber sie ändern sich."

DIHK-Bildungsexperten verglichen die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe beider Geschlechter für die Jahre 2016 bis 2018 miteinander - und stellten in jeweils zwei Topberufen Veränderungen fest: Mehr Mädchen als bisher wollen Fachinformatikerin werden - ein Beruf, der bislang von Männern dominiert wurde. Demnach stieg die Ausbildung in der Beliebtheit von Rang 41 im Jahr 2016 auf Rang 33 im Jahr 2018. Bei den Jungen liegt der Beruf auf Platz drei.

Auch für den Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers interessieren sich mittlerweile mehr Mädchen: Die Beliebtheit stieg zwischen 2016 und 2018 von Platz 43 auf Platz 36.

Bei den Jungen wollen mehr den Beruf des Zahnmedizinischen Fachangestellten ergreifen. Die Ausbildung rückte von Rang 131 auf Rang 113. Bei Mädchen lag sie im Jahr 2018 auf Platz drei. Ähnlich ist es mit der Ausbildung als Friseur: Bei Mädchen seit Jahren auf Platz sieben, stieg die Beliebtheit bei Jungen von Platz 41 auf Platz 35 im vergangenen Jahr.

Gebremst werde die Entwicklung der Berufsvorstellungen vor allem dadurch, dass immer noch zu viele junge Männer und Frauen nur die Top Ten der Ausbildungsberufe kennen, sagte Dercks: "Dadurch werden interessante Chancen erst gar nicht ergriffen." Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2018 bei den Männern Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker und Elektroniker am beliebtesten, bei den Frauen Kauffrau für Büromanagement, Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte. "Dabei können die jungen Leute zwischen Hunderten von Ausbildungen wählen", so Dercks.

Erst kürzlich zeigte eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes, dass immer weniger Frauen eine Lehre beginnen: Während die Zahl der neuen männlichen Auszubildenden in Deutschland 2018 im Vergleich zum Vorjahr stieg, sank die Zahl der Frauen, die eine Ausbildung begonnen haben. Einer der Gründe: Frauen zieht es häufiger an Hochschulen.

faq/dpa/afp

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