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KarriereSPIEGEL

Berufswahl

Azubis wollen vor allem in den Einzelhandel

Fünf Lieblingsjobs sind es, die ein Viertel der Auszubildenden anlocken - vor allem bei Aldi, Rewe und Co. Von gut 300 anderen Berufsbildern will die Mehrheit nichts wissen.

DPA

Hier gibt's Azubis: Die meisten landen bei großen Handelsketten

Dienstag, 21.07.2015   15:03 Uhr

Was willst Du denn mal werden? Einzelhändler! Bei den Jugendlichen in Deutschland bleibt die Lehre im Einzelhandel die häufigste Ausbildung. Aldi, Rewe und Co. haben im vergangenen Jahr 31.080 neue Lehrlinge eingestellt und damit den Job in den Märkten erneut zum Ausbildungsberuf Nummer eins gemacht.

Auf den Plätzen folgen die Dauerbrenner Bürokaufmann, Verkäufer, Kfz-Mechatroniker sowie Industriekaufmann, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Fast ein Viertel (23,6 Prozent) aller Lehrlinge konzentriert sich auf diese Top-Five-Ausbildungen.

Bei den jungen Frauen stürzt sich rund die Hälfte der Bewerberinnen auf gerade einmal zehn Berufe, schildert der Sprecher des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Andreas Pieper, die Situation. "Sie machen sich als Bürokauffrau, Arzthelferin oder medizinische Fachangestellte gegenseitig Konkurrenz, während andere Angebote mit glänzenden Aussichten unbesetzt bleiben."

Dabei ist die Auswahl theoretisch groß: Laut BIBB gibt es 328 duale Ausbildungen in Handwerk, Industrie und Handel. Dazu gibt es noch mehrere Dutzend Berufsbilder bei den Freiberuflern und im ebenfalls von Frauen einseitig bevorzugten Gesundheits- und Pflegebereich.

Ausbildungsberufe locken immer weniger Jugendliche

Zu den Berufen mit tendenziell immer weniger Bewerbern zählt Pieper unter anderem Gastronomen, Lebensmittelhandwerker, Gebäudereiniger oder Klempner. Ungünstige Arbeitszeiten, geringe Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten oder auch kleinteilige Betriebsstrukturen lassen Bewerber auch vor anderen Berufen zurückschrecken.

Allgemein verlieren die dualen Ausbildungswege in Betrieb und Berufsschule weiter an Anziehungskraft. Bereits das dritte Jahr in Folge ist die Zahl der neuen Verträge zurückgegangen, dieses Mal um 1,4 Prozent auf 518 391. Im Rekordjahr 1999 waren es fast 120.000 Neuverträge mehr.

Der wichtigste Grund ist der Akademisierungseffekt: Immer mehr Schüler machen das Abitur und können damit jederzeit ein Studium aufnehmen. Insgesamt lag die Zahl aller Auszubildenden zum Jahresende 2014 bei 1,36 Millionen, ein Minus von 2,4 Prozent zum Vorjahr.

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