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Headhunter für Agenten

Nachrichtendienste suchen Hunderte Mitarbeiter

970 unbesetzte Stellen beim BND, mehr als 1000 freie Jobs beim Bundesamt für Verfassungsschutz: Die Nachrichtendienste klagen über Personalmangel. Externe Headhunter sollen helfen.

DPA

BND-Zentrale in Berlin

Von
Samstag, 08.12.2018   10:07 Uhr

Die großen Nachrichtendienste des Bundes kommen mit der Besetzung offener Stellen nicht hinterher. Beim Bundesnachrichtendienst waren Ende August fast 970 Planstellen unbesetzt, wie aus internen Unterlagen des Bundesrechnungshofs hervorgeht.

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Ein Grund ist, dass weniger Mitarbeiter als erwartet bereit waren, vom bisherigen Standort Pullach bei München in die neue Zentrale in Berlin-Mitte umzuziehen.

Auch beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sind aktuell mehr als 1000 Planstellen nicht besetzt. Insbesondere fehlt es an Interessenten mit Fremdsprachenkenntnissen und Bewerbern aus den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Das BfV setzt daher auf einen für deutsche Geheimdienste unüblichen Weg: Es will externe Headhunter zur Rekrutierung neuer Agenten engagieren.

Das BfV soll bis 2021 auf fast 6000 Mitarbeiter anwachsen. Dafür werden dort rund 2900 neue Stellen geschaffen, wie im September bekannt wurde. Außerdem sollen die Abteilung Spionageabwehr, Geheim- und Sabotageschutz sowie die für Islamismus und islamistischen Terrorismus umstrukturiert und damit gestärkt werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Meldung hieß es, beim Bundesamt für Verfassungsschutz seien "mehr als 7666 Planstellen" nicht besetzt. Tatsächlich handelt es sich um mehr als 1000 Stellen. Wir entschuldigen uns für diesen Flüchtigkeitsfehler.

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insgesamt 15 Beiträge
werlesenkann 08.12.2018
1. Das Gehalt ist der Hauptgrund.
Da ich zur Zeit selbst auf Stellensuche bin, schaue ich mir natürlich auch die Stellenangebote der öffentlichen Arbeitgeber an. Beide Organisationen bieten einfach viel zu wenig Gehalt für die Anforderungen und Aufgaben. Da ist [...]
Da ich zur Zeit selbst auf Stellensuche bin, schaue ich mir natürlich auch die Stellenangebote der öffentlichen Arbeitgeber an. Beide Organisationen bieten einfach viel zu wenig Gehalt für die Anforderungen und Aufgaben. Da ist es kein Wunder, dass Bewerber ausbleiben. Würden sie kräftig erhöhen, wäre das Besetzungsproblem schnell aus der Welt geschafft. Dazu kommt, dass oft Voraussetzungen definiert sind, die frisch Graduierte überhaupt nicht erfüllen können, da sie ja keine Berufserfahrung haben. Das die Bewerbungswebseiten sehr umständlich zu bedienen sind, ist da nur das i-Tüpfelchen.
diorder 08.12.2018
2. Da rächt sich die Einwanderungspolitik
Da werden in vielen Branchen angeblich die Fachkräfte knapp., obwohl die BfA dies noch nicht allgemein bestätigt. Dennoch wird der unvermeidliche Generationenwandel schrittweise voranschreiten. Ohne Zuwanderung wird [...]
Da werden in vielen Branchen angeblich die Fachkräfte knapp., obwohl die BfA dies noch nicht allgemein bestätigt. Dennoch wird der unvermeidliche Generationenwandel schrittweise voranschreiten. Ohne Zuwanderung wird Deutschland seinen Wohlstand, seine Infrastruktur, soziale Sicherheit und Innovationskraft nicht erhalten. Mehr Ausländer rein, erheblich mehr rein, ist unausweichlich. Insofern ist die AfD ein Totengräber Deutschlands und Europas. Ohne zugleich die Ausbildung im Ausland zu verbessern wird das allerdings nichts bringen. Also Entwicklungshilfe und Einwanderung sind notwendig, um Wirtschaft und fairen Handel zu ermöglichen.
labi 08.12.2018
3. Ich habe einmal kurz nach den Stellenangeboten geschaut
Und war sehr überrascht. Es wird von der Besoldung A10 gesprochen. Wieso sollte ich mich dafür melden, wenn ich im Bereich A13 A14 eine Stelle bekommen könnte? Es ist eine lächerliche Bezahlung für die Fachkräfte, die man da [...]
Und war sehr überrascht. Es wird von der Besoldung A10 gesprochen. Wieso sollte ich mich dafür melden, wenn ich im Bereich A13 A14 eine Stelle bekommen könnte? Es ist eine lächerliche Bezahlung für die Fachkräfte, die man da sucht. Insofern muss man sagen: man sucht ausgesprochen Fachkräfte auf Masterniveau, möchte aber nur so viel bezahlen wie für Ausbildungsberufe.
mrotz 08.12.2018
4.
1. Berlin ist ein Dreckloch. Da will man nicht hin. 2. Als Naturwissenschaftler, Mathematiker oder Informatiker geht man aus Prinzip nicht zum BND. mfg
1. Berlin ist ein Dreckloch. Da will man nicht hin. 2. Als Naturwissenschaftler, Mathematiker oder Informatiker geht man aus Prinzip nicht zum BND. mfg
Pinon_Fijo 08.12.2018
5.
Als Ingenieur würde ich sofort zum BND gehen, wenn denn das Gehalt stimmte.
Zitat von mrotz1. Berlin ist ein Dreckloch. Da will man nicht hin. 2. Als Naturwissenschaftler, Mathematiker oder Informatiker geht man aus Prinzip nicht zum BND. mfg
Als Ingenieur würde ich sofort zum BND gehen, wenn denn das Gehalt stimmte.

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