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Familie in Deutschland

Mehr Väter entscheiden sich für Elterngeld

Die Zahl der Väter, die Elterngeld beziehen, ist deutlich gestiegen. Es gibt aber erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Und die Bezugsdauer ist weiterhin kurz.

Getty Images

Vater und Sohn

Dienstag, 27.06.2017   15:00 Uhr

Immer mehr Väter in Deutschland beziehen Elterngeld. Ihre Zahl stieg 2016 um fast zwölf Prozent auf rund 365.000. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Zahl der Mütter, die die Leistung erhielten, legte um gut drei Prozent zu auf etwa 1,28 Millionen.

Den höchsten Väteranteil gab es 2016 in Sachsen mit 26,5 Prozent, den niedrigsten im Saarland mit 17,0 Prozent. Bundesweit lag der Durchschnitt hier bei 22,2 Prozent. Im Vorjahr war nur gut jeder fünfte (20,9 Prozent) Elterngeldbezieher ein Mann.

Die meisten Väter entscheiden sich für eine eher kurze Bezugsdauer. Im Schnitt erhielten Väter für 3,4 Monate Elterngeld.

Nach der neuen Rechtslage, bei der Eltern zwischen dem Basiselterngeld und einem Teilzeitbezug ("Elterngeld Plus") wählen können, erhöhte sich die Dauer leicht: Demnach bezogen die Väter im Schnitt 3,5 Monate Elterngeld, bei den Müttern waren es 13,3 Monate.

Das alte Elterngeld konnte zwölf Monate bezogen werden. Ging auch der Partner für mindestens zwei Monate in Elternzeit, verlängerte sich der Bezug um zwei Monate. Beim Elterngeld Plus wird nur die Hälfte des Elterngeldes ausgezahlt, dafür aber doppelt so lange. Nutzen beide Eltern das Angebot, kann der Bezug auf bis auf 32 Monate verlängert werden.

Knapp 36 Prozent der Väter geht in Elternzeit

Insgesamt hätten sich rund 1,2 Millionen Elternteile für das Elterngeld Plus entschieden, das insbesondere Teilzeitarbeit attraktiver machen soll. "Dies kam vor allem bei den Frauen auf Anhieb gut an", stellen die Statistiker fest. Jede fünfte Mutter, die Elterngeld erhielt und die Möglichkeit hatte, entschied sich für "Elterngeld Plus". Bei den Vätern betrug der Anteil nur 8,2 Prozent. Insgesamt betrug der Anteil 17,4 Prozent.

Um Aussagen darüber zu bekommen, wie hoch der Anteil der Elterngeldbezieher unter allen Vätern ist, ist die Statistik über die bereits abgeschlossenen Leistungen relevant. Die aktuellsten Zahlen beziehen sich auf die Eltern der Kinder, die zwischen April und Juni 2015 geboren wurden. Demnach haben 35,7 Prozent der Väter dieser Kinder Elterngeld bezogen. Bei den Frauen lag der Anteil bei 95 Prozent.

sun/dpa

insgesamt 21 Beiträge
omop 27.06.2017
1. Na und?
Die Leute entscheiden nach eigener Präferenz, auch wenn das einigen nicht passt. Mehr als zwei Monate muss man sich auch leisten können, schließlich ist das Elterngeld auf monatlich maximal 1800€ begrenzt. Erhöht die [...]
Die Leute entscheiden nach eigener Präferenz, auch wenn das einigen nicht passt. Mehr als zwei Monate muss man sich auch leisten können, schließlich ist das Elterngeld auf monatlich maximal 1800€ begrenzt. Erhöht die Grenze,dann wird sich automatisch auch die Bezugsdauer verlängern.
tschoe 27.06.2017
2. Man muss nur...
genug Geld reinstecken, dann klappt es auch mit den Vätern. Und die Statistik sowie die Gleichstellungsbeauftragten freuen sich.
genug Geld reinstecken, dann klappt es auch mit den Vätern. Und die Statistik sowie die Gleichstellungsbeauftragten freuen sich.
Grüner-Apfel 27.06.2017
3. Es reicht einfach nicht aus
Man muss auch mal sehen, dass viele Mütter ganz einfach nicht nach ein paar Wochen schon wieder arbeiten gehen wollen oder können. Dann bleiben für die Väter auch einfach nicht mehr so viel Monate mit Elterngeldbezug übrig. [...]
Man muss auch mal sehen, dass viele Mütter ganz einfach nicht nach ein paar Wochen schon wieder arbeiten gehen wollen oder können. Dann bleiben für die Väter auch einfach nicht mehr so viel Monate mit Elterngeldbezug übrig. Und für mich und meine Familie reicht Elterngeld übrigens auch nicht aus. Ich würde gern sehr viel länger Zeit mit meinem Baby verbringen, gern auch zusammen mit meiner Frau. Wenn mir jemand sagt, wie ich in dieser Zeit den Kredit für's Haus abbezahlen kann, ich bin offen für Tipps ;-)
tomwessel85 27.06.2017
4.
Das würde ich auch gerne machen, leider käme das für meine Frau nicht in Frage, auch kenne ich keine Frau in meinem Bekannten- und Freundeskreis die es ertragen würde im Beruf voll weiter zu arbeiten während der Mann zu Hause [...]
Das würde ich auch gerne machen, leider käme das für meine Frau nicht in Frage, auch kenne ich keine Frau in meinem Bekannten- und Freundeskreis die es ertragen würde im Beruf voll weiter zu arbeiten während der Mann zu Hause mit den Kinder spielt. Wie steht sie denn da vor ihren Freundinnen... stellen Sie sich das einmal vor! "Wie dein Mann ist zu Hause während du arbeiten gehst? Was macht er den ganzen Tag lang, spielt er nur mit euren Kindern?" Undenkbar, genauso undenkbar wie eine Partnerschaft/Ehe wo der Mann deutlich weniger verdient oder womöglich arbeitslos ist, das wäre für eine moderne Frau die "mitten im Leben steht" auf Dauer nicht zu ertragen.
p2063 27.06.2017
5.
da es Einkommensabhängig ist macht es ja durchaus sinn, wenn derjenige Elterngeld beansprucht der mehr verdient. Außer beide verdienen mehr als 2770€, dann sollte es natürlich der nehmen, der weniger verdient.
da es Einkommensabhängig ist macht es ja durchaus sinn, wenn derjenige Elterngeld beansprucht der mehr verdient. Außer beide verdienen mehr als 2770€, dann sollte es natürlich der nehmen, der weniger verdient.
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