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Baden-Württemberg

Kinder zum Essen gezwungen - Kirche entlässt Kita-Mitarbeiterinnen

Nach schwerwiegenden Vorwürfen von Eltern sind zwei Mitarbeiterinnen einer katholischen Kita ihren Job los. In der Einrichtung sollen sich bedrückende Szenen abgespielt haben.

imago images/Westend61

Kinder im Kindergarten (Symbolbild)

Freitag, 07.06.2019   16:42 Uhr

Sie sollen Kinder zum Essen bis zum Erbrechen und zum Schlafen gezwungen haben: Deshalb hat die katholische Kirche zwei Mitarbeiterinnen eines Kindergartens in Baden-Württemberg gekündigt. Bei den Frauen handelt es sich um die Leiterin der Einrichtung und eine Erzieherin, teilte ein Sprecher des Erzbistums Freiburg mit.

Die Frauen hätten ihre Schutzbefohlenen "unzulässigem Druck und pädagogisch fragwürdiger Behandlung ausgesetzt", so das Erzbistum. Damit hätten sie sich der Beeinträchtigung des Kindeswohls schuldig gemacht.

Wie der "Südkurier" berichtet, erheben Eltern schwerwiegende Vorwürfe gegen die beiden Frauen. Die Zeitung zitiert eine Mutter, die Szenen beschreibt, die sich beim Mittagessen in der Einrichtung abgespielt haben sollen: "Die Kinder mussten ihre Teller leer essen, bis sie sich übergeben mussten, obwohl sie sagten, dass sie satt seien." Der Umgangston der beiden Mitarbeiterinnen sei zudem grundsätzlich harsch gewesen. Die Erzieherin bestreitet die Vorwürfe.

Der kirchliche Träger zeigte sich empört: "Kirchliche Einrichtungen sollen ein sicherer Ort für die der Kirche anvertrauten Menschen, insbesondere Kinder sein", so der Sprecher des Erzbistums. Gegen dieses Leitbild hätten die Mitarbeiterinnen willentlich verstoßen. Laut einer Mitteilung bat der Träger der Einrichtung die Eltern um Entschuldigung.

Anm. d. Red.: Der Text wurde nachträglich um die Stellungnahme der Erzieherin ergänzt.

nil/dpa

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