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Tarifstreit an kommunalen Krankenhäusern

Klinikärzte drohen mit Streik

Notbesetzung, verschobene Operationen, gestrichene Behandlungen: Patienten von rund 500 Kliniken in Deutschland müssen mit Warnstreiks der Mediziner rechnen. Die Ärztegewerkschaft drückt beim Arbeitskampf aufs Tempo.

DPA

Arzt bei der Blutdruckmessung (Symbolbild)

Samstag, 16.03.2019   17:58 Uhr

Klinik-Patienten in Deutschland drohen Streiks der Ärzte. Die Tarifverhandlungen für rund 55.000 Mediziner in über 500 kommunalen Krankenhäusern seien gescheitert, erklärte die große Tarifkommission der Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Samstag.

Warnstreiks seien deshalb ab sofort möglich. Allerdings müssten für die Arbeitskampfmaßnahmen erst noch Vorbereitungen getroffen werden. In den kommenden Wochen könnten dann aber Operationen verlegt werden und weitere Verzögerungen für Patienten bevorstehen.

Parallel zum Warnstreik will der Marburger Bund auch eine Urabstimmung unter den Mitgliedern über reguläre Streiks vorbereiten. "Wir haben auf eine Einigung am Verhandlungstisch gesetzt, aber ein Angebot erhalten, das wir als den Versuch verstehen müssen, uns die Selbstachtung zu nehmen", sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. "Deshalb muss jetzt der Druck erhöht werden."

Es sei aber sichergestellt, dass die Notdienste in den Kliniken ausreichend besetzt seien. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Gehalt sowie Begrenzungen von Bereitschaftsdiensten, unter anderem durch mindestens zwei freie Wochenenden im Monat. Die Arbeitszeit müsse zudem manipulationsfrei erfasst werden.

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Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte bei der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch ein Angebot vorgelegt, das die Ärzte als unzureichend abgelehnt hatten. Beim Gehalt hätten die Arbeitgeber nur 1,4 Prozent mehr Lohn für 2019 und 0,83 Prozent für 2020 angeboten.

him/dpa

insgesamt 47 Beiträge
hermann_huber 16.03.2019
1. Recht so
0.89 % Lohnerhöhung... Das ist frecher als gar nichts anzubieten. Streiken so lang es geht. Sollen die Beleg und Juristen doch die Krankenhäuser alleine betreiben. Oder Gesund zurück in staatliche Hand
0.89 % Lohnerhöhung... Das ist frecher als gar nichts anzubieten. Streiken so lang es geht. Sollen die Beleg und Juristen doch die Krankenhäuser alleine betreiben. Oder Gesund zurück in staatliche Hand
Haberfeld 16.03.2019
2. Ärzte sind reich
Und es gibt Richter in Bayern die ohne Einzelfallprüfung als Urteilsbegründung sagen der Arzt ist reich und kann zahlen
Und es gibt Richter in Bayern die ohne Einzelfallprüfung als Urteilsbegründung sagen der Arzt ist reich und kann zahlen
heinrich.busch 16.03.2019
3. Zwar bin ich nicht mehr Betroffener
aber 1,4 % sind eine Unverschämtheit! Auch in Anbetracht dessen, dass Verwaltungsangestellte und Beamte weit über 6% aktuell erhielten. Ein ganz ganz wichtiger Aspekt wurde nur am Rande erwähnt und das ist die [...]
aber 1,4 % sind eine Unverschämtheit! Auch in Anbetracht dessen, dass Verwaltungsangestellte und Beamte weit über 6% aktuell erhielten. Ein ganz ganz wichtiger Aspekt wurde nur am Rande erwähnt und das ist die manipulationsfrei Erfassung. Es ist absolut üblich , dass die Assistenzärzte um 1600 Uhr ihre Stechkarze zum auschecken nutzen müssen und anschliessend wieder weiter "sinnlose Verwaltungserfassunf und Briefe schreiben. Selbst im OP musste ich erleben, dass die Stundenerfassungskarten in gesammelter Form zum Lesegerät geschafft worden und ausgestempelt wurde. Das die Abschaffung dieser Praxis besonders schmerzlich für die Politik ist kann ich mir lebhaft vorstellen. Allerdings glaube ich nicht daran!
Rheingold (Goldwäsche) 16.03.2019
4. Thema verfehlt
Liebe Klinikärzte, das große Problem im deutschen Gesundheitswesen ist doch das fehlende Personal und nicht die im Verhältnis zu anderen Berufen auch in der eigenen Branche gute Bezahlung. Die hohen Löhne sind ehr noch das [...]
Liebe Klinikärzte, das große Problem im deutschen Gesundheitswesen ist doch das fehlende Personal und nicht die im Verhältnis zu anderen Berufen auch in der eigenen Branche gute Bezahlung. Die hohen Löhne sind ehr noch das Problem! Verzichtet doch besser auf einen Teil der Bezahlung, sodass mit demselben Budget mehr Köpfe eingestellt werden können. Und wenn es dann zum Beispiel durch Absenkung des NC und mehr Studienplätze zukünftig mehr Ärzte geben sollte, wäre das doch auch im Sinne der Patienten. Oder geht es ausschließlich ums eigene Portemonnaie?
Spügelleser 16.03.2019
5. Arbeitszeiterfassung
Klärt mich bitte auf: Eine Arbeitszeiterfassung ist entweder rechtens oder nicht. Ist sie es nicht, gehört der Fall entweder zur Gewerbeaufsicht (oder zum Zoll). Was hat das in Tarifverhandlungen zu suchen? Kann man jetzt schon [...]
Klärt mich bitte auf: Eine Arbeitszeiterfassung ist entweder rechtens oder nicht. Ist sie es nicht, gehört der Fall entweder zur Gewerbeaufsicht (oder zum Zoll). Was hat das in Tarifverhandlungen zu suchen? Kann man jetzt schon in Tarifverhandlungen Recht sprechen? Hm, viele Fragen...

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