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KarriereSPIEGEL

Smileys im Job

:-) wirkt inkompetent

Smileys sieht man in geschäftlichen E-Mails immer häufiger. Wenn man den Empfänger nicht persönlich kennt, sollte man sie sich aber lieber verkneifen, zeigt eine neue Studie.

Donnerstag, 17.08.2017   19:41 Uhr

Ein Sprecher gestikuliert, macht vielleicht ein spöttisches Gesicht oder verstellt die Stimme: In der gesprochenen Kommunikation gibt es mehr als die Information, die der reine Text transportiert. In geschriebener Kommunikation fehlt das - und Smileys können dabei ein wenig helfen.

Zum Beispiel liest sich sachliche Kritik als reiner Aussagesatz oft schroff. Wer ein Smiley dazusetzt, signalisiert: Ist wirklich nicht böse gemeint, unser persönliches Verhältnis ändert sich dadurch nicht. Die harte Aussage bekommt ein Zeichen der Wärme mit, sodass der Empfänger sie leichter annehmen kann.

So zumindest denken sich das viele. Es könnte aber sein, dass das gar nicht stimmt. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der israelischen Ben-Gurion-Universität in einer Studie. Demnach beeinflusst ein Smiley viele Geschäftsbeziehungen nämlich anders an als gedacht.

"Anders als bei einem wirklichen Lächeln kann ein Smiley nicht Wärme und Freundlichkeit vermitteln", so Studienautorin Ella Glikson. "Dagegen wird der Absender als weniger kompetent wahrgenommen." So kehrt sich die Wirkung eines Lächelns praktisch um.

Das gilt ausdrücklich nur für den professionellen Kontext, also Bürokommunikation oder E-Mails zwischen Firma und Kunde. Und es gilt nur für erste Begegnungen, sprich: wenn Absender und Empfänger einander nicht schon kennen.

Die Ergebnisse hat Gliksonin einem Aufsatz für die Fachzeitschrift "Social Psychological and Personality Science" (kostenpflichtig) veröffentlicht. Sie und ihre Kollegen haben 549 Personen aus 29 Ländern eine berufliche Mailnachrichten einer ihnen unbekannten Person vorgelegt - einige mit Smileys, einige ohne. Danach wurden sie zu dem Eindruck befragt, den der Mailschreiber bei ihnen hinterlassen hat. In puncto Wärme hatte das Smiley praktisch keinen Effekt, bei der Kompetenz einen negativen.

Ein Teil der Probanden sollte außerdem die Nachricht beantworten. Enthielt sie ein Smiley, fiel die Antwort weniger detailliert und faktenreich aus. Klar, warum soll man so viel Arbeit investieren, wenn man den Kommunikationspartner ohnehin nicht für allzu clever hält?

Übrigens waren die Ergebnisse unabhängig vom Alter und Geschlecht der Probanden. Kennen sich die Kommunikationspartner persönlich, sind Smileys unproblematisch. Für den Erstkontakt aber hält Glikson fest: "A smiley is not a smile." ;-)

mamk

insgesamt 8 Beiträge
phoenix68 19.08.2017
1. Kaum zu glauben,
dass es manche Menschen glauben, dass eine Email etwas anderes ist, als ein Brief. Eine Email ist in erster Linie ein Brief; es ist voellig gleichgueltig, ob dieser elektronisch, per Post- oder reitendem Boten geliefert wird. [...]
dass es manche Menschen glauben, dass eine Email etwas anderes ist, als ein Brief. Eine Email ist in erster Linie ein Brief; es ist voellig gleichgueltig, ob dieser elektronisch, per Post- oder reitendem Boten geliefert wird. Wird Korrespondenz inner- oder ausserbetrieblich gesandt, hat ein Emoji darin nichts verloren, denn diese Korrespondenz wird ja vermutlich dokumentiert. Das kann peinlich werden. Privatkorrespondenz ist da etwas ganz anderes; SMS oder FB sowieso. Hirn einschalten hilft gelegentlich.
upalatus 19.08.2017
2.
Worte sind zum Formulieren da, und bei der Menge an Bausteinen kann man alles per Schrift darstellen. Die Fähigkeiten im Worthausbau haben leider allgemein nachgelassen, also bedient man sich emoticons und dergleichen. Neben [...]
Worte sind zum Formulieren da, und bei der Menge an Bausteinen kann man alles per Schrift darstellen. Die Fähigkeiten im Worthausbau haben leider allgemein nachgelassen, also bedient man sich emoticons und dergleichen. Neben zb Mailverbindung gibts ja auch noch den telephonischen Austausch. Den wiederrum scheuen nicht wenige, weils dann einfach zu heavy werden könnte. Schmeilies sind Ausdruck von Feigheit, Flucht und Blutarmut.
Badischer Revoluzzer 19.08.2017
3. Ich kann auch ohne Symbolik
und Zeichen in einem Schriftstück meine Meinung, Haltung, Stimmung und Kompetenz darstellen. Es kommt eben darauf an, wie man schreibt, welche Worte man wählt und wie man Sätze aneinanderreiht. Wer den englischen Kommando- und [...]
und Zeichen in einem Schriftstück meine Meinung, Haltung, Stimmung und Kompetenz darstellen. Es kommt eben darauf an, wie man schreibt, welche Worte man wählt und wie man Sätze aneinanderreiht. Wer den englischen Kommando- und Kurzaussagestil bevorzugt wird niemals seine Stimmung mitteilen können. Er muß diese Symbolik als Hilfsmittel mangelnder Ausdruckskraft verwenden.
swenschuhmacher 19.08.2017
4.
Ich kann das nicht bestätigen. Zwar nutze ich selbst keine Smileys, weil ich befürchte, dass es unprofessionell wirkt. Wenn andere diese nutzten, fand ich das aber immer nett und habe noch nie an der Kompetenz der Kollegen oder [...]
Ich kann das nicht bestätigen. Zwar nutze ich selbst keine Smileys, weil ich befürchte, dass es unprofessionell wirkt. Wenn andere diese nutzten, fand ich das aber immer nett und habe noch nie an der Kompetenz der Kollegen oder Geschäftspartner gezweifelt, egal ob ich diese persönlich kannte oder nicht. Unangebracht finde ich es nur im Umgang mit Kunden, da es dort stark anbiedernd wirkt, oder in förmlichem Schriftverkehr, der mit "Sehr geehrte/r ...." eingeleitet wird.
mali123 19.08.2017
5. totaler blödsinn
es spielt überhaupt keine rolle, ob ich smileys verwende. in erster linie geht es um das geschäft und nicht darum wie es zustande kommt. demnach stöße ich mich nicht daran, ob jemand mir einen smiley einbaut. solange alles [...]
es spielt überhaupt keine rolle, ob ich smileys verwende. in erster linie geht es um das geschäft und nicht darum wie es zustande kommt. demnach stöße ich mich nicht daran, ob jemand mir einen smiley einbaut. solange alles klappt, bin ich zufrieden. alles darüber hinaus ist kleingeisterei. tut mir leid. oder sollen wir wieder anfangen zu formulieren wie goethe und schiller. so und jetzt noch zum abschluss -> ;-)

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